2019 – Das Wetter in Olbernhau von Dirk Christoph

September 2019

Zur zehn Tage dauernden durchgehenden Hochsommerperiode ab dem 23. August mit Temperaturen bis knapp 30 Grad wollte der 1. Septembertag unbedingt dazugehören. Bis kurz vor zwölf Uhr stieg das Thermometer bereits auf 28 Grad an. Doch die tagelange Hochdruckwetterlage wurde durch heranziehende Schauer und Gewitter ab Mittag jäh unterbrochen. Wenngleich sommertaugliche Temperaturen nun nicht mehr erreicht wurden, präsentierte sich der Gesamteindruck über weite Strecken durchaus passabel. Bis
Monatsmitte gab es lediglich vier Regentage. Einer davon hatte es jedoch in sich. Ein, für hohe Niederschläge berüchtigtes, sogenanntes Vb-Tief namens Hans, überquerte am 9. September recht zügig die Region. Binnen 24 Stunden regnete es dabei über 49 Liter pro Quadratmeter. Das entspricht immerhin dreiviertel einer normalen Septembermenge und die Natur nahm es dankbar auf. Ein ganz kleiner Schritt Richtung Eindämmung der enormen Sommertrockenheit war gemacht und für die Pilzsammler tat sich ein regelrechtes Paradies auf.

Weitestgehend ruhiges und trockenes Frühherbstwetter bestimmte die zweite Monatsdekade. Dabei trat am 20. September der erste leichte Bodenfrost mit minus einem Grad auf. Selbst in zwei Metern Höhe waren es kurzzeitig minus 0,1 Grad. Normal temperiert und mit einigen Schauern neigte sich der Monat dem Ende zu. Am letzten Tag wehte dann Sturmtief Mortimer übers Land. Wie im vergangenen Jahr mit Sturm Fabienne relativ früh für einen Herbststurm, was gerade für noch voll im Laub befindliche Bäume mitunter einen Härtetest bedeutete. Deutschlandweit kam es dabei, jedoch regional unterschiedlich, zu Behinderungen im Straßen- und Bahnverkehr.

Statistik:
Monatsmittel-Temperatur: 12,7°C (0,2 Grad über dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: -0,1°C (am 20. September)
Temperatur-Maximum: 28,1°C (am 1. September)
Frosttage: 1 (Tagesminimum <0°C)
Bodenfrosttage: 1 (Tagesminimum <0°C in 5 cm über Boden)
Sommertage: 1 (Tagesmaximum >25°C)
Sonnenstunden: 154 (114 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 82,4 l/m² (125 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 12
Tageshöchstmenge: 49,2 l/m² (am 9. September)
Tage mit Gewitter: 1


Sommer 2019

Mit der Tag- und Nachtgleiche am 23. September um genau 9:50 Uhr endete nun auch astronomisch bzw. kalendarisch der Sommer. Für die Meteorologen war dies schon am letzten Augusttag der Fall. Statistisch lassen sich volle Monate besser verwalten, somit umfaßt der meteorologische Sommer die kompletten Monate Juni, Juli und August.

Abseits derer wollte in Bezug auf vor- oder spätsommerliche Temperaturen auch tatsächlich nicht viel gelingen. Vor allem der Mai, der fast jedes Jahr mit einigen Sommertagen über 25 Grad aufwarten konnte, brachte dieses Jahr keinen einzigen solchen zustande. Mit zusätzlich ungewöhnlich vielen Frostnächten (fünf) war er folgerichtig der kälteste seit 28 Jahren. Das änderte sich mit dem meteorologischen Sommeranfang am 1. Juni nahezu schlagartig. 17 Sommertage, davon 4 heiße Tage über 30 Grad, derartiges sucht man in der Vergangenheit vergeblich. Eine unglaubliche Monatsmitteltemperatur von 20,0 Grad, was einer Abweichung von 4,9 Grad entspricht, bedeutet ebenso neuer Juni-Rekord wie die Höchsttemperatur von 35,3 Grad am 30. Juni. Der Juli und August ließen es zu Monatsbeginn moderat angehen, um jeweils zum Ende andauernde Supersommer-Phasen hinzulegen. Dabei schloß der Juli um 0,8 und der August um 2,0 Grad zu warm ab. In Summe errechnet sich ein Sommer-Temperaturmittel von 18,6 Grad und somit 0,6 Grad wärmer als im Vorjahr und 0,9 Grad mehr als 2003. Der Sommer war also im Erzgebirge, das bestätigt auch der DWD an seinen Stationen in Marienberg, Aue, Carlsfeld und auf dem Fichtelberg, der wärmste seit Aufzeichnungsbeginn. Bei der Anzahl der Sommertage bleibt das Jahr 2003 aber weiterhin unangefochten an der Spitze mit 47 Tagen und 2015 der Favorit mit 17 heißen Tagen.

Das Thema Trockenheit entwickelte sich zusätzlich, im wahrsten Sinne, zum Dauerbrenner. Mit einer Summe von 169 Litern pro Quadratmeter regnete es in diesem Sommer nur unwesentliche neun Liter mehr als im Vorjahreszeitraum und damit wiederum rund 100 Liter weniger als im 30 jährigen Mittel. Im langjährigen Vergleich seit 1951 in Olbernhau belegen 2018 und 2019 Platz vier und fünf der trockensten Sommer nach 1969 (79 Liter), 1976 (147) und 1959 (157). Die Sonnenscheindauer erreicht erneut mehr als 700 Stunden (710). Der Rekord von 2003 mit 777 Stunden bleibt also in weiter Ferne.

Statistik
Mittel-Temperatur: 18,6°C (2,3 Grad über dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: 4,7°C (am 4. Juli)
Temperatur-Maximum: 35,3°C (am 30. Juni)
Sommertage: 44 (Tagesmaximum >25°C)
heiße Tage: 6 (Tagesmaximum >30°C)
Sonnenstunden: 710 (116 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 169,2 l/m² (62 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 29
Tageshöchstmenge: 23,8 l/m² (am 19. August)
Tage mit Gewitter: 17


August 2019

Nach den Hitzeperioden im Juni und Ende Juli begann der August eher moderat. Es entstand zeitweilig sogar der Eindruck, daß der Sommer schon vorüber ist. In den Nächten kühlte es sich oft bis in den einstelligen Bereich ab, was sich auf die Wassertemperaturen der Badegewässer negativ auswirkte. Das Wichtigste jedoch, es regnete hin und wieder einmal. Bis Monatsmitte, verteilt auf sechs Tage, immerhin über 32 Liter pro Quadratmeter. Weitergehend, in der Nacht vom 18. zum 19. August, fiel sogar während eines Gewitters mit 23,8 Litern die größte Tagesmenge dieses Sommers in Olbernhau.
In der letzten und gleichzeitig spannendsten Monatsdekade kam tatsächlich noch einmal der Hochsommer mit aller Macht zurück. Zunächst schöpfte die Sonne mit zehn bis 13 Stunden ihr möglichstes aus. Es stiegen folglich die Tageswerte, mit zunehmender Schwüle dann auch die Nachttemperaturen deutlich an. Dabei liefen eine Reihe von Tagen immer nach dem gleichen Muster ab. Am Vormittag stiegen mit uneingeschränkter Sonneneinstrahlung die Temperaturen rasch in den sommerlichen Bereich. Ab Mittag bildeten sich kompakte Quellwolken und verhinderten Temperaturen von 30 Grad oder mehr in sehr schwüler und gewitterträchtiger Luft. Gewitter entluden sich aber nur sehr lokal begrenzt, dafür mitunter heftig.

Dank des Schlußspurts mit neun Sommertagen in Folge -fünfmal fehlten sogar weniger als zwei Grad zur 30-Grad-Marke- schließt der August mit zwei Grad wärmer ab als das Mittel. Auch die Sonne schien wieder überdurchschnittlich viel und trotz der erwähnten Regengüsse bleiben zehn Prozent Niederschlagsdefizit.

Statistik:
Monatsmittel-Temperatur: 18,1°C (2,0 Grad über dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: 6,2°C (am 15. August)
Temperatur-Maximum: 29,5°C (am 29. August)
Sommertage: 14 (Tagesmaximum >25°C)
heiße Tage: 0 (Tagesmaximum >30°C)
Sonnenstunden: 207 (116 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 77,0 l/m² (90 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 13
Tageshöchstmenge: 23,8 l/m² (am 19. August)
Tage mit Gewitter: 5


Juli 2019

„Es wird wohl wieder so ein kühler, verregneter Sommer werden“, so hörten sich in vergangenen Jahren bisweilen die Befürchtungen an, wenn die Ferien- und Urlaubszeit nahte. Aktuell, im zweiten Sommer in Folge, richteten bisher viele Menschen eher bange den Blick zum Himmel mit dem Wunsch: „Wenn es doch endlich einmal regnen würde!“ Und dieser subjektive Eindruck trügt keineswegs. Die Meßwerte und entsprechende statistische Einordnung untermauern die gravierende Trockenheit. Nach einem leicht unterdurchschnittlichen Frühjahr fehlte im Juni nahezu die Hälfte der Regenmenge. Der Berichtsmonat Juli verschärfte die Situation, denn es fiel nur rund ein Drittel des langjährig Üblichen. Auch ist nicht zu vernachlässigen, daß seit Vorjahresbeginn bis Juli dieses Jahres insgesamt ein Defizit von rund 310 Liter pro Quadratmeter aufgelaufen ist, mehr als vier ganze Monatsmengen.

Bei den Temperaturen zeigte sich eher ein zweigeteiltes Bild. Nachdem die Überreste der Juni-Hitze am 2. Juli endgültig ausgeräumt waren, gab es bis zum 19. eher sommeruntypische Temperaturen. Am 3. und 4. Juli startete der Tag mit kühlen 5 Grad und am 9. zeigte das Thermometer selbst am Tag nicht über 14 Grad an. In diese Zeit, vom 12. bis 14. Juli, fiel mit insgesamt 29 Litern pro Quadratmeter auch der einzige kleine Lichtblick in punkto Regen. In der dritten Monatsdekade nahm der Sommer jedoch wieder Fahrt auf. Weit ab der 40-Grad-Marke wie in anderen Landesteilen, aber immerhin gelangen neun Sommertage in Folge. Zwei davon mit 32 bzw. 33 Grad waren sogar heiße Tage, was aber keineswegs Rekordwerte für die Region bedeutet. Dazu gab es meist Sonne pur.

Statistik:
Monatsmittel-Temperatur: 17,6°C (0,8 Grad über dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: 4,7°C (am 4. Juli)
Temperatur-Maximum: 33,0°C (am 25. Juli)
Sommertage: 12 (Tagesmaximum >25°C)
heiße Tage: 2 (Tagesmaximum >30°C)
Sonnenstunden: 210 (123 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 35,1 l/m² (38 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 8
Tageshöchstmenge: 13,3 l/m² (am 13. Juli)
Tage mit Gewitter: 4


Juni 2019

Sonnenscheindauer und Hitze im Juni auf Rekordniveau Nach dem viel zu kühlen Mai ließ der Juni von Beginn an keinen Zweifel aufkommen, dies nicht wiederholen zu wollen. Dafür spricht als erstes die verblüffende Temperaturkontinuität, denn an allen 30 Tagen wurden mindestens über 20 Grad Tageshöchsttemperatur erreicht. Das sucht seinesgleichen. Doch der Monat war dennoch zweigeteilt. Bis etwa Monatsmitte zogen bei sommerlichen Temperaturen immer wieder Schauer und lokal zum Teil schwere Gewitter durch. Verblüffend dabei auch die unterschiedlichen Niederschlagsmengen auf kurzer Distanz. Während am 4. Juni an meiner Meßstelle nahezu unbedeutende 5,5 Liter fielen, waren es in Stadtteilen weniger als drei Kilometern östlich bis zu 47 Liter pro Quadratmeter. Noch drastischer die Situation zwei Tage später, als Teile Marienbergs überflutet wurden, in Olbernhau aber nur ein paar Tropfen fielen. Am Pfingstmontagabend zog ein Hagelunwetter etwas großflächiger über die Region. Während die Temperaturen ihr Soll an Sommer- bzw. Hitzetagen eigentlich schon erfüllt hatten, fehlte der flächendeckende Landregen wieder einmal. Daran änderte sich in der zweiten Monatshälfte gar nichts. Im Gegenteil. Durch entsprechende Konstellation der Luftruckgebilde über Europa wurde zeitweise Luft direkt aus der Sahara angesaugt. Niederschlag war nun in dieser trocken-heißen Luft ausgeschlossen. Dafür erreichten die Temperaturen auch an der Olbernhauer Meßstation bisher nie dagewesene Juni-Werte. Am 26. wurde mit 33,8 Grad der bisherige Höchstwert vom 21. Juni 2000 (32,9 Grad) um fast ein Grad überboten. Doch dieser Rekord hielt nur vier Tage, denn am letzten Junitag standen sogar 35,3 Grad auf dem Thermometer. 17 Sommertage über 25 Grad und 4 heiße Tage über 30 Grad sind weitere Rekorde. Zum Vergleich: Der gesamte Sommer 1996 schaffte nur 15 Sommertage. Aber auch Frost gab es wieder im Erzgebirge. Zuletzt minus 1,2 Grad in Kühnhaide am 29. Juni. Und auch Deutschneudorf-Brüderwiese verzeichnete
dreimal zumindest Bodenfrost.

Statistik:
Monatsmittel-Temperatur: 19,8°C (4,9 Grad über dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: 5,6°C (am 9. Juni)
Temperatur-Maximum: 35,3°C (am 30. Juni)
Sommertage: 17 (Tagesmaximum >25°C)
heiße Tage: 4 (Tagesmaximum >30°C)
Sonnenstunden: 293 (173 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 57,1 l/m² (64 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 8
Tageshöchstmenge: 22,5 l/m² (am 11. Juni)
Tage mit Gewitter: 8


Mai 2019

1905

Nachdem von den zurückliegenden dreizehn Monaten in Folge zwölf zum Teil deutlich zu warm ausfielen, legte der Mai diesbezüglich eine markante Pause ein. Bereits etwas vorfristig schlugen wohl die Eisheiligen zu. Dabei gab es in der Nacht zum 7. Mai mit minus 3,3 Grad die kälteste Mai-Nacht seit 1980. Drei Tage zuvor schneite es bei gerade einmal 1 Grad zur Mittagszeit. Auch wenn sich in den Folgetagen die Tagestemperaturen etwas erholten, waren sie noch weit weg vom normalen Niveau. Am 15. folgte sogar ein weiterer Rückschlag. Nach der vierten Frostnacht des Monats, so viele gab es in vergangenen 30 Jahren nicht, blieb das Thermometer am Tag bei nur 4,5 Grad Höchsttemperatur stehen. Das sind 13 Grad weniger als was zu dieser Jahreszeit zu erwarten wäre. In der zweiten Monatshälfte besserte sich das Wetter zumindest zeitweise. Wenigstens wurde an fünf Tagen nun die 20-Grad-Marke geknackt. Aber in manchen Jahren gab es mitunter schon genauso viele Sommertage mit 25 Grad.

Obwohl es den gesamten Monat immer mal wieder regnete, am Vormittag des 28. mit über 16 Litern pro Quadratmeter auch etwas heftiger, reichte es in der Summe nur zu dreiviertel des Solls. Da aber auch die Sonnenscheindauer nur den gleichen Erfüllungsstand aufweist, verringerte sich in gewissem Maße die Verdunstung, zusätzlich begünstigt durch die niedrigen Temperaturen. Die Vegetation dankte es zumindest mit üppigem Wachstum. Zu konstatieren bleibt dennoch: Es war der fünfte zu trockene Mai in Folge und mit einer negativen Temperaturabweichung von 2,7 Grad der kälteste seit 28 Jahren!

Statistik:
Monatsmittel-Temperatur: 9,5°C (2,7 Grad unter dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: minus 3,3°C (am 7. Mai)
Temperatur-Maximum: 21,7°C (am 19. Mai)
Frosttage: 4 (Tagesminimum <0°C)
Bodenfrosttage: 5 (Tagesminimum <0°C in 5 cm über Boden)
Sommertage: 0 (Tagesmaximum >25°C)
Sonnenstunden: 130 (74 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 61,5 l/m² (77 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 16
Tageshöchstmenge: 16,3 l/m² (am 28. Mai)
Tage mit Gewitter: 1


April 2019
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Gleich vorweg, so grandios wie der April des Vorjahres präsentierte sich der 2019er April nicht. Aber er braucht sich nicht zu verstecken und typisches Aprilwetter legte er auch nicht an den Tag. Abgesehen von ein paar Temperatur-Eskapaden vom 10. bis 14. April. Nach recht mildem Beginn brachen hier die Temperaturen, auch am Tag regelrecht ein. Durchgehend Nachtfrost bis knapp an die minus 5 Grad und Tageshöchsttemperaturen, wie am 12., von nicht einmal 2 Grad unterstreichen dies deutlich. Dazu schneite es am 14. bis in mittlere Lagen. Doch selbst dieser Schnee, aufgetaut entsprach das 2,5 Liter pro Quadratmeter, war höchst willkommen. Seit dem 29. März hatte es keinen Niederschlag gegeben, was sich auch bis zum 25. April so fortsetzte. Der April entwickelt sich weiter zum Trockengaranten, denn in den vergangenen 25 Jahren erfüllten lediglich vier Aprilmonate das Niederschlagssoll.

Nach Monatsmitte, mit Beginn der Karwoche, erholten sich die Temperaturen und erreichten zu Ostern, nach allerdings durchweg kaltem Start mit Bodenfrost, die 20- Grad-Marke. Das drittwärmste Ostern der zurückliegenden 20 Jahre war besiegelt. Noch markanter setzte sich die Sonnenscheindauer in Szene. Während der acht Tage vom 15. bis 22. April (Ostermontag) ließ sich fast keine Wolke am Himmel blicken. Die daraus resultierenden Sonnenstunden (103) entsprechen fast denen eines normalen ganzen Monats April. Der Einfluß atlantischer Tiefausläufer beendete Richtung Monatsende den ungetrübten Sonnenschein und der lang ersehnte Regen erreichte auch unsere Region. Doch auch wenn es die Regentonnen füllte, bleibt mit einer Erfüllung von nur 38 Prozent ein enormes Defizit.

Statistik:
Monatsmittel-Temperatur: 8,5°C (1,7 Grad über dem Mittel
Temperatur-Minimum: minus 4,6°C (am 14. April)
Temperatur-Maximum: 23,1°C (am 25. April)
Frosttage: 8 (Tagesminimum <0°C)
Bodenfrosttage: 15 (Tagesminimum in 5cm <0°C)
Sonnenstunden: 235 (186 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 26,4 l/m² (38 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 6
Tageshöchstmenge: 12,7 l/m² (am 29. April)
Tage mit Gewitter: 0


März 2019

Der Kampf zwischen Winter und Frühling wurde im März recht deutlich mit sehr viel Wind ausgetragen. Vor allem in der ersten Monatshälfte. Einem Sturmtief folgte das Nächste, da ein blockierendes stabiles Hoch über Mitteleuropa fehlte. Das führte zu 15 Starkwindtagen mit Windstärke 6, an einem Tag wurde sogar Windstärke 8 registriert. Mit eingelagert in diese atlantischen Tiefs waren immer wieder kleine Kaltfronten mit Schnee- und Graupelschauern. Die höchste Schneemenge die dabei zusammenkam waren 10 Zentimeter am Morgen des 12. März. Da diese Atlantikluft im allgemeinen zwar sehr feuchte, aber relativ milde Luftmassen heranführt, schmolz der Schnee bereits am Folgetag restlos zusammen. Verhältnismäßig mild blieb es auf Grund dieser Wetterlage auch nachts. Den gesamten Monat über wurden an der Station in Olbernhau, also im recht kälteanfälligen Flöhatal, nur sechs Nächte mit Frost registriert, so wenige wie seit 25 Jahren nicht mehr. Pünktlich zum Frühlingsanfang am 20. März setzte sich endlich ein Hoch durch und sorgte für trockenes, sonniges und zumindest tageweise frühlingshaft warmes Wetter. Eine Störung in dieser Frühlingsphase am 25. März brachte zwar noch einmal einen Zentimeter Schnee am Abend, doch Richtung Monatsende zeigte das Thermometer schon wieder 18 Grad an. Unterm Strich schließt der Monat deutlich zu warm ab, was maßgeblich auf die für die Jahreszeit zu milden Nächte zurückzuführen ist. Auch die Anzahl der Sonnenstunden bewegen sich etwas über dem Mittel. Die Niederschlagsmenge liegt mit 144 Prozent, bedingt durch intensive Schauer, seit zehn Jahren erstmals wieder einmal über dem Soll. Rund 85 Prozent davon fielen in der ersten Monatshälfte.

Statistik:
Monatsmittel-Temperatur: 5,1°C (2,4 Grad über dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: -2,3°C (am 20. März)
Temperatur-Maximum: 18,6°C (am 23. März)
Frosttage: 6 (Tagesminimum <0°C)
Eistage: 0 (Tagesmaximum <0°C)
Sonnenstunden: 114 (126 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 90,8 l/m² (144 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 19
Tageshöchstmenge: 14,6 l/m² (am 10. März)
Tage mit geschlossener Schneedecke: 2


Februar 2019

1902

Das Wetter im Februar wurde maßgeblich von zwei Druckgebilden, dem Schneetief Quirin und dem Vorfrühlingshoch Frauke bestimmt. Ersteres, ein schnelles aber sehr intensives Tief, lud am 3. Februar große Mengen Schnee binnen kurzer Zeit ab. In nur rund zwölf Stunden kamen im Erzgebirge, aber auch in Ostsachsen und sogar in Dresden 25 Zentimeter Neuschnee zusammen. Insgesamt betrug die Schneedecke in Olbernhau damit 37 Zentimeter. Bei Tagestemperaturen um den Gefrierpunkt und Nächten mit mäßigem Frost unter minus 5 Grad konnte sich die Schneedecke zunächst gut halten. Am frühen Abend des 7. Februar setzte bei minus 2 Grad gefrierender Regen ein. Die dabei gefallenen 2,5 Liter pro Quadratmeter verwandelte dabei alles in eine spiegelglatte Eisbahn- und das bereits zum dritten Mal in diesem Winter.

Nach ein paar Schneeregenschauern am 11. und 12. Februar stellte sich die Großwetterlage mit Hoch Frauke nachhaltig auf Frühling um. Das Barometer machte, für jeden zu beobachten, binnen 48 Stunden einen riesigen Satz nach oben von 995 auf 1034 Hektopascal. Die Sonne strahlte zumeist den ganzen Tag von einem tiefblauen Himmel. Die Folge: Mit 201 Prozent ist der Februar der zweitsonnenscheinreichste nach 2003 und am 18. wurde mit 16,4 Grad ein neuer Wärmerekord für eine zweite Februardekade aufgestellt. In der Niederschlagsbilanz steht der gesamte meteorologische Winter, der am 28. Februar zu Ende gegangen ist, zusammen mit dem Winterquartal 1986/87 auf dem ersten Platz der nassesten Winter seit 1951 in Olbernhau. Die 348 Litern pro Quadratmeter entsprechen einer Übererfüllungsquote von 180 Prozent. Das bedeutet aber noch lange nicht, daß das Defizit seit Anfang des vergangenen Jahres ausgeglichen wäre. Immer noch fehlen knapp 190 Liter pro Quadratmeter, also fast drei Monatsmengen.

Statistik:
Monatsmittel-Temperatur: 1,7°C (2,6 Grad über dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: -8,2°C (am 5. Februar)
Temperatur-Maximum: 16,4°C (am 18. Februar)
Frosttage: 21 (Tagesminimum <0°C)
Eistage: 0 (Tagesmaximum <0°C)
Sonnenstunden: 125 (201 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 49,6 l/m² (84 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 8
Tageshöchstmenge: 23,4 l/m² (am 3. Februar)
Tage mit geschlossener Schneedecke: 15


Januar 2019

0119Olbernhau

Der Januar schloß zunächst nahtlos an das Schmuddelwetter von Ende Dezember an. Nieselregen, Regen-, Schneeregen- oder Schneeschauer bestimmten das Bild. Dabei lagen die Temperaturen mal etwas über, dann mal etwas unter dem Gefrierpunkt. Die Sonne zeigte sich dabei die gesamte erste Monatshälfte überhaupt nicht. Am 8. Januar änderte sich die Wetterlage recht dramatisch. Gegen 23:00 Uhr ging der tagsüber sehr kräftige Regen in Schnee über. Bis zum Abend des Folgetages waren dabei 32, bis zum 10. Januar früh sogar 42 Zentimeter Schnee zusammen gekommen. In den höheren Lagen natürlich entsprechend mehr. Bei Temperaturen nur leicht unter Null Grad war der Schnee sehr schwer und setzte den Bäumen enorm zu. Straßensperrungen und sogar die zeitweise Einstellung des Zugverkehrs waren die Folge. Doch bereits am folgenden Wochenende (12./13.) regnete es bei bis zu 4 Grad andauernd und ergiebig, so daß der Schnee bis auf Reste dahin schmolz. Nochmals acht Zentimeter Schnee schüttete Frau Holle am 18.Januar über der Region aus, bevor sich eine einwöchige kleine Kälteperiode einstellte. Das bedeutet Dauerfrost am Tage und sechs Nächte in Folge unter minus zehn Grad. Negativspitzenreiter dabei der 21. mit minus 15,1 Grad. Die Sonne holte dabei ihr gesamtes Defizit der ersten Monatshälfte auf und strahlte an vier Tagen ihr gesamtes mögliches Tagespensum in die traumhafte Winterlandschaft. Mit zunächst erneuten Schneeregenschauern und danach heiterem Winterwetter verabschiedete sich ein extrem nasser Januar. So niederschlagsreiche Januar- Monate sind sehr selten. Der letzte vergleichbar liegt immerhin 43 Jahre zurück. Eine Schneehöhe über 40 Zentimeter, auch im Flöhatal, hingegen tritt immer mal

Statistik

Monatsmittel-Temperatur: -1,6°C (0,1 Grad unter dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: -15,1°C (am 21. Januar)
Temperatur-Maximum: 5,5°C (am 1. Januar)
Frosttage: 25 (Tagesminimum <0°C)
Eistage: 10 (Tagesmaximum <0°C)
Tage mit strengem Frost: 6 (Tagesminimum <-10°C)
Sonnenstunden: 44 (104 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 168,7 l/m² (256 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 22
Tageshöchstmenge: 30,1 l/m² (am 9. Januar)
Tage mit geschlossener Schneedecke: 23
Tage mit Gewitter: 2


Wetterrückblicke von Olbernhau 2018
Wetterrückblicke von Olbernhau 2017
Wetterrückblicke von Olbernhau 2016