2019 – Das Wetter in Olbernhau von Dirk Christoph

Jahr 2019

2019 Das Jahr Mit mehr als der zweieinhalbfachen Menge, genau 168,7 Litern pro Quadratmeter, startete der Januar extrem niederschlagsreich ins neue Jahr. Das gab es zuletzt 1976. Dabei fiel ein Großteil als Regen, aber auch eine enorme Menge als Schnee und das in sehr kurzer Zeit. Bis zum 11. Januar morgens waren binnen 36 Stunden in Olbernhau 42 Zentimeter zusammen gekommen. Mehr als 30 Liter Regen spülte in den Folgetagen die Schneedecke fast komplett wieder weg, bevor eine kleine Kälteperiode einsetzte. In sechs Nächten (18. bis 23.) sank dabei die Temperatur unter minus zehn Grad und auch am Tage blieb es frostig.

Auch am 3. Februar schneite es nochmal sehr kräftig, so daß sich wiederum eine 37 Zentimeter dicke Schneedecke bildete. Doch danach hatte die Sonne ihren großen Auftritt. Mit 125 Stunden schien sie doppelt so lange wie normal. Nach meist frostigen Nächten wurde es am Tag mit bis zu 16,4 Grad ungewöhnlich mild. Eine Übererfüllung des Monatsmittels um 2,6 Grad somit eine logische Folge.

Mit 15 Starkwindtagen der Stärke 6, einmal davon sogar Windstärke 8, war der März der windigste Monat des Jahres. Gewittrige Graupelschauer am 10. und nochmals zehn Zentimeter Schnee zwei Tage später waren die Höhepunkte eines zu nassen und wiederum viel zu milden Monats.

Die nach 2018 bereits zweite große Sommertrockenheit in Folge nahm im April ihren Anfang. Zwischen dem 29. März und dem 25. April fielen lediglich 2,5 Liter pro Quadratmeter, und die in Form von Schnee. Der kleine Kälteeinbruch um die Monatsmitte war aber nur eine Ausnahme. Ab Karfreitag stiegen die Temperaturen häufig über 20 Grad, was zum drittwärmsten Ostern der letzten 20 Jahre führte. Bei tagelang wolkenlosem Himmel konnte die Sonne erneut fast doppelt so lange scheinen wie üblich.

Dieser Mai war der fünfte zu trockene Mai in Folge und wartete noch mit ganz anderen Abnormitäten auf. Der 7. Mai bescherte der Region mit minus 3,3 Grad die kälteste Mai-Nacht seit 1980. Insgesamt gab es vier Frostnächte, so viele wie seit 30 Jahren nicht mehr. Mit einer Abweichung von 2,7 Grad war er zudem der kälteste seit 28 Jahren und der einzige Monat der 2019 so richtig deutlich von der Norm nach unten abwich.

Der Juni kehrte dies mit einer Liste von Temperaturrekorden ins komplette Gegenteil um. Eine Monatsmitteltemperatur von 20,0 Grad, das sind unglaubliche 4,9 Grad über dem langjährigen Mittel, sucht man in der Statistik ebenso vergeblich wie 17 Sommertage (>25 Grad), 4 heiße Tage (>30 Grad) oder eine Tageshöchsttemperatur von 35,3 Grad, gemessen am 30. Juni. Die Niederschlagsmengen waren sommertypisch gewitterbedingt regional äußerst unterschiedlich. Während am 6. Juni Teile von Marienberg überflutet wurden, fielen in Olbernhau nur ein paar Tropfen.

Zweigeteilt präsentierte sich der Juli. Zunächst mit viel zu kühlen Temperaturen von teils nur 14 Grad am Tage, aber trotzdem viel zu trocken, lief er in der dritten Dekade wieder zur Hochform auf. Bei Temperaturen bis 33 Grad strahlte die Sonne erbarmungslos von einem oft wolkenlosen Himmel. Das Niederschlagsdefizit stieg dramatisch an, denn erneut fielen nur knapp 38 Prozent der üblichen Juli-Menge.

Eine grundlegende Entspannung erfolgte auch im August nicht, wenngleich hier immerhin 77 Liter fielen. Dafür stieg das Temperaturniveau gegenüber dem Juli 2019 Das Jahr wieder an. Sowohl beim Monatsmittel als auch bei der Anzahl der Sommertage (14) hatte der August die Nase vorn.

Der Sommer insgesamt war in Olbernhau und auch weiten Teilen Sachsens, vom Temperaturmittel her gesehen, der wärmste seit Aufzeichnungsbeginn. Nur bei der Anzahl der Sommertage (47 in 2003) und heißen Tage (17 in 2015), konnte das zurückliegende Jahr nicht ganz mithalten (44 Sommertage/ 6 heiße Tage).

Der September gehörte zu den nasseren Monaten, aber nur weil am 9. ein Vb-Tief namens Hans an einem Tag 49 Liter über der Region ausschüttete. Pilzsammler konnten sich ab jetzt über reiche Ernte freuen und der weitere Monat verlief ruhig und normaltemperiert. Am 30. und somit recht zeitig brauste das erste Sturmtief des Herbstes kräftig übers Land.

Nach verregneten Beginn legte der Oktober herrlich goldenes, ja nahezu Spätsommerwetter auf. Die zweite Dekade wurde dabei sogar zur wärmsten seit Aufzeichnungsbeginn 1977 in Olbernhau. Somit war es möglich, daß erstmals ein Oktober wärmer ausfiel, als der dieses Jahr viel zu kalte Mai. Erst am Monatsende gingen die Temperaturen deutlich zurück und es gab Nachtfrost bis zu minus 5,3 Grad.

Stabile Hochdruckgebiete über Mitteleuropa sorgten im November für ruhiges Wetter in der Region, abgesehen vom tagelangen Böhmischen Wind, der die Grenzorte zu Tschechien plagte. Erst am letzten Novembertag hatte ein Schneeschauer einen Zentimeter Schnee übers Land gelegt.

Auch ein viel zu milder Dezember ließ bis über Weihnachten hinaus keinen Schnee zu. Erst am 28. gab es mit erneut einem Zentimeter eine dünne Schneedecke für knapp drei Tage. Somit war es bis Jahresende die bisher schneeärmste Zeit seit 1951 in Olbernhau.

Von der Rekordmitteltemperatur des Jahres 2018 mit 9,2 Grad ist das vergangene Jahr nur minimale 0,1 Grad entfernt. An 159 Tagen fiel messbarer Niederschlag. Davon überproportional viel im Januar (255 Prozent) und jeweils über 120 Prozent im März, September und Oktober. Dies mildert zwar statistisch das Jahresdefizit etwas ab. Aber objektiv betrachtet fiel die Trockenheit in den wichtigen Vegetationsmonaten nahezu gleich dramatisch aus wie 2018. Die Regenmenge belief sich in den Monaten April bis August auf 257 Liter pro Quadratmeter. Das entspricht 61 Prozent oder einem Defizit von rund zwei kompletten Monatsmengen. Sonnenstunden konnten 1729 registriert werden. Das Kriterium Sommertag über 25 Grad erfüllten 44 Tage und heiße Tage über 30 Grad gab es sechs.

Statistik

Jahresmittel-Temperatur: 9,1°C (1,2 Grad über dem 30 jähr. Mittel)
Temperatur-Minimum: minus 15,1°C (am 21. Januar)
Temperatur-Maximum: 35,3°C (am 30. Juni)
Frosttage: 90 (Tagesminimum <0°C)
Eistage: 13 (Tagesmaximum 25°C)
heiße Tage: 6 (Tagesmaximum >30°C)
Sonnenstunden: 1729 (129 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 786,9 l/m² (91 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 159
Tageshöchstmenge: 49,2 l/m² (am 9. September)
Tage mit erheblichen Niederschlagsmengen (>20 l/m² in 24Std.): 5
Tage mit geschl. Schneedecke: 44
Gewittertage: 22

Dezember 2019

Obwohl der Dezember relativ viele Frostnächte aufweisen konnte, kam, zumindest in den mittleren Erzgebirgslagen, kaum das Gefühl auf, daß meteorologisch gesehen Winter ist. Immer wieder wechselten sich jahreszeitübliche kühle Etappen mit sehr milden Phasen ab. Dabei vollführten die Temperaturen mitunter kuriose Sprünge, wie zum Beispiel am 6., 13., und 17. Dezember, als es am Abend statt kälter deutlich wärmer wurde. Den größten Temperaturanstieg von 0 auf 7 Grad allerdings gab es am letzten Tag des Jahres binnen einer Stunde von Mitternacht bis ein Uhr Nachts. Ebenso groß waren erneut regionale Temperaturunterschiede wie zum Beispiel am 17. Dezember, als im Westerzgebirge teils bis zu 17 Grad gemessen wurden, dagegen die Kammregion im Böhmischen Nebel nur 2 Grad erreichten. Was eine Winddrehung auf Südwest bewirken kann, zeigte der Folgetag, als dann nahezu überall 10 Grad auf dem Thermometer standen. Es nahte Weihnachten und es gab, entgegen dem Wunsch Vieler, wieder einmal keinen Schnee. Niederschlag fiel zwar, und in der Menge hätte es für rund 15 Zentimeter Schnee gereicht, doch es war sowohl am Tage als auch in der Nacht mit 2 bis 6 Grad einfach zu mild im mittleren Bergland. Am 28. Dezember, also vier Tage zu spät, gab es dann diesen Hauch von weißer Weihnachtsstimmung, denn es hatte über Nacht etwas geschneit. Diese, mit rund einen Zentimeter hauchdünne Schneedecke, hielt sich im Schatten sogar über knapp drei Tage. Dauerfrost auch tagsüber und die kältesten Nachttemperaturen des Monats mit bis minus 6,5 Grad hatten dies möglich gemacht. Trotzdem gehört der Dezember 2019 zu den drei wärmsten der vergangenen 25 Jahre.

Statistik

Monatsmittel-Temperatur: 2,7°C (2,8 Grad über dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: -6,5°C (am 29. Dezember)
Temperatur-Maximum: 12,9°C (am 18. Dezember)
Frosttage: 13 (Tagesminimum <0°C)
Bodenfrosttage: 18 (Minimum in 5cm <0°C)
Eistage: 3 (Tagesmaximum <0°C)
Sonnenstunden:41 (128 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 40,6 l/m² (53 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 18
Tageshöchstmenge: 6,1 l/m² (am 15. Dezember)
Tage mit geschlossener Schneedecke: 3

November 2019

1119

Teils novembertypisch grau und mitunter nieselig, aber temperaturmäßig viel zu mild begann der vorletzte Monat des Jahres. An immerhin fünf der ersten sieben Tage zeigte das Thermometer mehr als zehn Grad als Höchsttemperatur an. Allenfalls leichter Frost in Bodennähe trat gelegentlich auf. Die Wetterlage änderte sich hier in der Region ab 9. November. Zunächst beherrschte Hoch Paloma die Lage über Mitteleuropa und wurde später von Hoch Quincy abgelöst. Die vom Atlantik heranziehenden Tiefs mußten permanent den Weg südlich der Alpen einschlagen und sorgten dort für tagelangen teils sintflutartigen Regen, bzw. Schneechaos in den höheren Lagen Italiens und Österreichs.

Von der ruhigen Hochdruckwetterlage hierzulande profitierten aber nicht alle. Die Gemeinden am Erzgebirgskamm und zumeist auch die Stadt Olbernhau bekamen wieder einmal die Auswirkungen des Böhmischen Windes zu spüren. Entlang der Grenze pfiff an elf Tagen dieser berüchtigte kalte Südost-Wind in die Täler hinein. Der damit verbundene Hochnebel versperrte dabei der Sonne tagelang den Weg. Entsprechend gering, mitunter nur zwei bis drei Grad, waren dabei die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht. Nur wenige Kilometer nördlich, oder auf den Bergen über dem Hochnebel, gab es dagegen oft Sonne pur. Als zum Monatsende der ehemalige Tropensturm Sebastien heranzog, gelangte die Region auf der Vorderseite am 28. November noch einmal in den Einfluß sehr milder Atlantikluft. Dessen kühle Rückseite wiederum sorgte am Morgen des letzten November-Tages für eine kleine 1-Zentimeter-Schneeüberraschung bis in die Niederungen des Erzgebirges.

Statistik:
Monatsmittel-Temperatur: 4,7°C (1,7 Grad über dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: minus 4,7°C (am 11. November)
Temperatur-Maximum: 13,9°C (am 2. November)
Frosttage: 8 (Tagesminimum <0°C)
Bodenfrosttage: 14 (Minimum in 5cm <0°C)
Eistage:0 (Tagesmaximum <0°C)
Sonnenstunden: 43 (89 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 34,0 l/m² (54 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 16
Tageshöchstmenge: 7,2 l/m² (am 4. November)
Tage mit vorübergehend geschlossener Schneedecke: 1


Oktober 2019

1019

Wettermäßig kann man vom Oktober eine ziemliche Vielfalt erwarten, trotz sehr kurz gewordener Sonneneinstrahlung. Ende des Monats beträgt die Tageslänge von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang neun Stunden und 50 Minuten und damit exakt so lange wie am 12. Februar. Mitte Februar werden im Schnitt aber am Tag nur 3 Grad als Höchsttemperatur erreicht, Ende Oktober immerhin knapp 11 Grad. Was aber auch möglich ist: Am Abend des 27. Oktober 2012 lagen 14 Zentimeter Schnee. Am 17. Oktober vor zwei Jahren dagegen gab es einen sogenannten Sommertag mit genau 25 Grad. Beides trat in diesem Jahr nicht auf, wenngleich das Thermometer doch immerhin fünf Mal Werte über 20 Grad anzeigte. In der ersten Monatsdekade allerdings überwog zunächst regnerisches Wetter und am 7. Oktober gab es den ersten von drei frostigen Nächten des Monats. Ab 12. stellte sich die Großwetterlage, bis auf einige Ausnahmen, grundlegend auf trockenes, sonniges und mildes goldenes Oktoberwetter um. Die zweite Dekade entwickelte sich dabei sogar zur wärmsten der Olbernhauer Statistik seit 1977. Nach dem letzten 20-Grad-Tag am 26. Oktober, gleichzeitig dem letzten Tag dieses Jahres mit Sommerzeit, rauschten die Temperaturen in der Folge deutlich spürbar nach unten. Nach frostig kalter Nacht mit minus 5,3 Grad wurde es am letzten Tag des Monats auch am Tag nicht wärmer als 5 Grad.

Der Monat schloss insgesamt zu warm und zu sonnenscheinreich ab. Auch das
Niederschlagssoll wurde zwar überboten, jedoch bedeuten 120 Prozent im als
langjährig niederschlagärmsten Monat des Jahres geltenden Oktober lediglich etwa
zehn Liter mehr als das Mittel.

Statistik:
Monatsmittel-Temperatur: 9,9°C (1,7 Grad über dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: minus 5,3°C (am 31. Oktober)
Temperatur-Maximum: 23,6°C (am 13. Oktober)
Frosttage: 3 (Tagesminimum <0°C)
Bodenfrosttage: 6 (Tagesminimum <0°C in 5cm)
Sonnenstunden: 132 (126 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 63,7 l/m² (120 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 13
Tageshöchstmenge: 13,3 l/m² (am 5. Oktober)


September 2019

Zur zehn Tage dauernden durchgehenden Hochsommerperiode ab dem 23. August mit Temperaturen bis knapp 30 Grad wollte der 1. Septembertag unbedingt dazugehören. Bis kurz vor zwölf Uhr stieg das Thermometer bereits auf 28 Grad an. Doch die tagelange Hochdruckwetterlage wurde durch heranziehende Schauer und Gewitter ab Mittag jäh unterbrochen. Wenngleich sommertaugliche Temperaturen nun nicht mehr erreicht wurden, präsentierte sich der Gesamteindruck über weite Strecken durchaus passabel. Bis
Monatsmitte gab es lediglich vier Regentage. Einer davon hatte es jedoch in sich. Ein, für hohe Niederschläge berüchtigtes, sogenanntes Vb-Tief namens Hans, überquerte am 9. September recht zügig die Region. Binnen 24 Stunden regnete es dabei über 49 Liter pro Quadratmeter. Das entspricht immerhin dreiviertel einer normalen Septembermenge und die Natur nahm es dankbar auf. Ein ganz kleiner Schritt Richtung Eindämmung der enormen Sommertrockenheit war gemacht und für die Pilzsammler tat sich ein regelrechtes Paradies auf.

Weitestgehend ruhiges und trockenes Frühherbstwetter bestimmte die zweite Monatsdekade. Dabei trat am 20. September der erste leichte Bodenfrost mit minus einem Grad auf. Selbst in zwei Metern Höhe waren es kurzzeitig minus 0,1 Grad. Normal temperiert und mit einigen Schauern neigte sich der Monat dem Ende zu. Am letzten Tag wehte dann Sturmtief Mortimer übers Land. Wie im vergangenen Jahr mit Sturm Fabienne relativ früh für einen Herbststurm, was gerade für noch voll im Laub befindliche Bäume mitunter einen Härtetest bedeutete. Deutschlandweit kam es dabei, jedoch regional unterschiedlich, zu Behinderungen im Straßen- und Bahnverkehr.

Statistik:
Monatsmittel-Temperatur: 12,7°C (0,2 Grad über dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: -0,1°C (am 20. September)
Temperatur-Maximum: 28,1°C (am 1. September)
Frosttage: 1 (Tagesminimum <0°C)
Bodenfrosttage: 1 (Tagesminimum <0°C in 5 cm über Boden) Sommertage: 1 (Tagesmaximum >25°C)
Sonnenstunden: 154 (114 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 82,4 l/m² (125 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 12
Tageshöchstmenge: 49,2 l/m² (am 9. September)
Tage mit Gewitter: 1


Sommer 2019

Mit der Tag- und Nachtgleiche am 23. September um genau 9:50 Uhr endete nun auch astronomisch bzw. kalendarisch der Sommer. Für die Meteorologen war dies schon am letzten Augusttag der Fall. Statistisch lassen sich volle Monate besser verwalten, somit umfaßt der meteorologische Sommer die kompletten Monate Juni, Juli und August.

Abseits derer wollte in Bezug auf vor- oder spätsommerliche Temperaturen auch tatsächlich nicht viel gelingen. Vor allem der Mai, der fast jedes Jahr mit einigen Sommertagen über 25 Grad aufwarten konnte, brachte dieses Jahr keinen einzigen solchen zustande. Mit zusätzlich ungewöhnlich vielen Frostnächten (fünf) war er folgerichtig der kälteste seit 28 Jahren. Das änderte sich mit dem meteorologischen Sommeranfang am 1. Juni nahezu schlagartig. 17 Sommertage, davon 4 heiße Tage über 30 Grad, derartiges sucht man in der Vergangenheit vergeblich. Eine unglaubliche Monatsmitteltemperatur von 20,0 Grad, was einer Abweichung von 4,9 Grad entspricht, bedeutet ebenso neuer Juni-Rekord wie die Höchsttemperatur von 35,3 Grad am 30. Juni. Der Juli und August ließen es zu Monatsbeginn moderat angehen, um jeweils zum Ende andauernde Supersommer-Phasen hinzulegen. Dabei schloß der Juli um 0,8 und der August um 2,0 Grad zu warm ab. In Summe errechnet sich ein Sommer-Temperaturmittel von 18,6 Grad und somit 0,6 Grad wärmer als im Vorjahr und 0,9 Grad mehr als 2003. Der Sommer war also im Erzgebirge, das bestätigt auch der DWD an seinen Stationen in Marienberg, Aue, Carlsfeld und auf dem Fichtelberg, der wärmste seit Aufzeichnungsbeginn. Bei der Anzahl der Sommertage bleibt das Jahr 2003 aber weiterhin unangefochten an der Spitze mit 47 Tagen und 2015 der Favorit mit 17 heißen Tagen.

Das Thema Trockenheit entwickelte sich zusätzlich, im wahrsten Sinne, zum Dauerbrenner. Mit einer Summe von 169 Litern pro Quadratmeter regnete es in diesem Sommer nur unwesentliche neun Liter mehr als im Vorjahreszeitraum und damit wiederum rund 100 Liter weniger als im 30 jährigen Mittel. Im langjährigen Vergleich seit 1951 in Olbernhau belegen 2018 und 2019 Platz vier und fünf der trockensten Sommer nach 1969 (79 Liter), 1976 (147) und 1959 (157). Die Sonnenscheindauer erreicht erneut mehr als 700 Stunden (710). Der Rekord von 2003 mit 777 Stunden bleibt also in weiter Ferne.

Statistik
Mittel-Temperatur: 18,6°C (2,3 Grad über dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: 4,7°C (am 4. Juli)
Temperatur-Maximum: 35,3°C (am 30. Juni)
Sommertage: 44 (Tagesmaximum >25°C)
heiße Tage: 6 (Tagesmaximum >30°C)
Sonnenstunden: 710 (116 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 169,2 l/m² (62 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 29
Tageshöchstmenge: 23,8 l/m² (am 19. August)
Tage mit Gewitter: 17


August 2019

Nach den Hitzeperioden im Juni und Ende Juli begann der August eher moderat. Es entstand zeitweilig sogar der Eindruck, daß der Sommer schon vorüber ist. In den Nächten kühlte es sich oft bis in den einstelligen Bereich ab, was sich auf die Wassertemperaturen der Badegewässer negativ auswirkte. Das Wichtigste jedoch, es regnete hin und wieder einmal. Bis Monatsmitte, verteilt auf sechs Tage, immerhin über 32 Liter pro Quadratmeter. Weitergehend, in der Nacht vom 18. zum 19. August, fiel sogar während eines Gewitters mit 23,8 Litern die größte Tagesmenge dieses Sommers in Olbernhau.
In der letzten und gleichzeitig spannendsten Monatsdekade kam tatsächlich noch einmal der Hochsommer mit aller Macht zurück. Zunächst schöpfte die Sonne mit zehn bis 13 Stunden ihr möglichstes aus. Es stiegen folglich die Tageswerte, mit zunehmender Schwüle dann auch die Nachttemperaturen deutlich an. Dabei liefen eine Reihe von Tagen immer nach dem gleichen Muster ab. Am Vormittag stiegen mit uneingeschränkter Sonneneinstrahlung die Temperaturen rasch in den sommerlichen Bereich. Ab Mittag bildeten sich kompakte Quellwolken und verhinderten Temperaturen von 30 Grad oder mehr in sehr schwüler und gewitterträchtiger Luft. Gewitter entluden sich aber nur sehr lokal begrenzt, dafür mitunter heftig.

Dank des Schlußspurts mit neun Sommertagen in Folge -fünfmal fehlten sogar weniger als zwei Grad zur 30-Grad-Marke- schließt der August mit zwei Grad wärmer ab als das Mittel. Auch die Sonne schien wieder überdurchschnittlich viel und trotz der erwähnten Regengüsse bleiben zehn Prozent Niederschlagsdefizit.

Statistik:
Monatsmittel-Temperatur: 18,1°C (2,0 Grad über dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: 6,2°C (am 15. August)
Temperatur-Maximum: 29,5°C (am 29. August)
Sommertage: 14 (Tagesmaximum >25°C)
heiße Tage: 0 (Tagesmaximum >30°C)
Sonnenstunden: 207 (116 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 77,0 l/m² (90 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 13
Tageshöchstmenge: 23,8 l/m² (am 19. August)
Tage mit Gewitter: 5


Juli 2019

„Es wird wohl wieder so ein kühler, verregneter Sommer werden“, so hörten sich in vergangenen Jahren bisweilen die Befürchtungen an, wenn die Ferien- und Urlaubszeit nahte. Aktuell, im zweiten Sommer in Folge, richteten bisher viele Menschen eher bange den Blick zum Himmel mit dem Wunsch: „Wenn es doch endlich einmal regnen würde!“ Und dieser subjektive Eindruck trügt keineswegs. Die Meßwerte und entsprechende statistische Einordnung untermauern die gravierende Trockenheit. Nach einem leicht unterdurchschnittlichen Frühjahr fehlte im Juni nahezu die Hälfte der Regenmenge. Der Berichtsmonat Juli verschärfte die Situation, denn es fiel nur rund ein Drittel des langjährig Üblichen. Auch ist nicht zu vernachlässigen, daß seit Vorjahresbeginn bis Juli dieses Jahres insgesamt ein Defizit von rund 310 Liter pro Quadratmeter aufgelaufen ist, mehr als vier ganze Monatsmengen.

Bei den Temperaturen zeigte sich eher ein zweigeteiltes Bild. Nachdem die Überreste der Juni-Hitze am 2. Juli endgültig ausgeräumt waren, gab es bis zum 19. eher sommeruntypische Temperaturen. Am 3. und 4. Juli startete der Tag mit kühlen 5 Grad und am 9. zeigte das Thermometer selbst am Tag nicht über 14 Grad an. In diese Zeit, vom 12. bis 14. Juli, fiel mit insgesamt 29 Litern pro Quadratmeter auch der einzige kleine Lichtblick in punkto Regen. In der dritten Monatsdekade nahm der Sommer jedoch wieder Fahrt auf. Weit ab der 40-Grad-Marke wie in anderen Landesteilen, aber immerhin gelangen neun Sommertage in Folge. Zwei davon mit 32 bzw. 33 Grad waren sogar heiße Tage, was aber keineswegs Rekordwerte für die Region bedeutet. Dazu gab es meist Sonne pur.

Statistik:
Monatsmittel-Temperatur: 17,6°C (0,8 Grad über dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: 4,7°C (am 4. Juli)
Temperatur-Maximum: 33,0°C (am 25. Juli)
Sommertage: 12 (Tagesmaximum >25°C)
heiße Tage: 2 (Tagesmaximum >30°C)
Sonnenstunden: 210 (123 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 35,1 l/m² (38 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 8
Tageshöchstmenge: 13,3 l/m² (am 13. Juli)
Tage mit Gewitter: 4


Juni 2019

Sonnenscheindauer und Hitze im Juni auf Rekordniveau Nach dem viel zu kühlen Mai ließ der Juni von Beginn an keinen Zweifel aufkommen, dies nicht wiederholen zu wollen. Dafür spricht als erstes die verblüffende Temperaturkontinuität, denn an allen 30 Tagen wurden mindestens über 20 Grad Tageshöchsttemperatur erreicht. Das sucht seinesgleichen. Doch der Monat war dennoch zweigeteilt. Bis etwa Monatsmitte zogen bei sommerlichen Temperaturen immer wieder Schauer und lokal zum Teil schwere Gewitter durch. Verblüffend dabei auch die unterschiedlichen Niederschlagsmengen auf kurzer Distanz. Während am 4. Juni an meiner Meßstelle nahezu unbedeutende 5,5 Liter fielen, waren es in Stadtteilen weniger als drei Kilometern östlich bis zu 47 Liter pro Quadratmeter. Noch drastischer die Situation zwei Tage später, als Teile Marienbergs überflutet wurden, in Olbernhau aber nur ein paar Tropfen fielen. Am Pfingstmontagabend zog ein Hagelunwetter etwas großflächiger über die Region. Während die Temperaturen ihr Soll an Sommer- bzw. Hitzetagen eigentlich schon erfüllt hatten, fehlte der flächendeckende Landregen wieder einmal. Daran änderte sich in der zweiten Monatshälfte gar nichts. Im Gegenteil. Durch entsprechende Konstellation der Luftruckgebilde über Europa wurde zeitweise Luft direkt aus der Sahara angesaugt. Niederschlag war nun in dieser trocken-heißen Luft ausgeschlossen. Dafür erreichten die Temperaturen auch an der Olbernhauer Meßstation bisher nie dagewesene Juni-Werte. Am 26. wurde mit 33,8 Grad der bisherige Höchstwert vom 21. Juni 2000 (32,9 Grad) um fast ein Grad überboten. Doch dieser Rekord hielt nur vier Tage, denn am letzten Junitag standen sogar 35,3 Grad auf dem Thermometer. 17 Sommertage über 25 Grad und 4 heiße Tage über 30 Grad sind weitere Rekorde. Zum Vergleich: Der gesamte Sommer 1996 schaffte nur 15 Sommertage. Aber auch Frost gab es wieder im Erzgebirge. Zuletzt minus 1,2 Grad in Kühnhaide am 29. Juni. Und auch Deutschneudorf-Brüderwiese verzeichnete
dreimal zumindest Bodenfrost.

Statistik:
Monatsmittel-Temperatur: 19,8°C (4,9 Grad über dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: 5,6°C (am 9. Juni)
Temperatur-Maximum: 35,3°C (am 30. Juni)
Sommertage: 17 (Tagesmaximum >25°C)
heiße Tage: 4 (Tagesmaximum >30°C)
Sonnenstunden: 293 (173 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 57,1 l/m² (64 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 8
Tageshöchstmenge: 22,5 l/m² (am 11. Juni)
Tage mit Gewitter: 8


Mai 2019

1905

Nachdem von den zurückliegenden dreizehn Monaten in Folge zwölf zum Teil deutlich zu warm ausfielen, legte der Mai diesbezüglich eine markante Pause ein. Bereits etwas vorfristig schlugen wohl die Eisheiligen zu. Dabei gab es in der Nacht zum 7. Mai mit minus 3,3 Grad die kälteste Mai-Nacht seit 1980. Drei Tage zuvor schneite es bei gerade einmal 1 Grad zur Mittagszeit. Auch wenn sich in den Folgetagen die Tagestemperaturen etwas erholten, waren sie noch weit weg vom normalen Niveau. Am 15. folgte sogar ein weiterer Rückschlag. Nach der vierten Frostnacht des Monats, so viele gab es in vergangenen 30 Jahren nicht, blieb das Thermometer am Tag bei nur 4,5 Grad Höchsttemperatur stehen. Das sind 13 Grad weniger als was zu dieser Jahreszeit zu erwarten wäre. In der zweiten Monatshälfte besserte sich das Wetter zumindest zeitweise. Wenigstens wurde an fünf Tagen nun die 20-Grad-Marke geknackt. Aber in manchen Jahren gab es mitunter schon genauso viele Sommertage mit 25 Grad.

Obwohl es den gesamten Monat immer mal wieder regnete, am Vormittag des 28. mit über 16 Litern pro Quadratmeter auch etwas heftiger, reichte es in der Summe nur zu dreiviertel des Solls. Da aber auch die Sonnenscheindauer nur den gleichen Erfüllungsstand aufweist, verringerte sich in gewissem Maße die Verdunstung, zusätzlich begünstigt durch die niedrigen Temperaturen. Die Vegetation dankte es zumindest mit üppigem Wachstum. Zu konstatieren bleibt dennoch: Es war der fünfte zu trockene Mai in Folge und mit einer negativen Temperaturabweichung von 2,7 Grad der kälteste seit 28 Jahren!

Statistik:
Monatsmittel-Temperatur: 9,5°C (2,7 Grad unter dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: minus 3,3°C (am 7. Mai)
Temperatur-Maximum: 21,7°C (am 19. Mai)
Frosttage: 4 (Tagesminimum <0°C)
Bodenfrosttage: 5 (Tagesminimum <0°C in 5 cm über Boden) Sommertage: 0 (Tagesmaximum >25°C)
Sonnenstunden: 130 (74 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 61,5 l/m² (77 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 16
Tageshöchstmenge: 16,3 l/m² (am 28. Mai)
Tage mit Gewitter: 1


April 2019
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Gleich vorweg, so grandios wie der April des Vorjahres präsentierte sich der 2019er April nicht. Aber er braucht sich nicht zu verstecken und typisches Aprilwetter legte er auch nicht an den Tag. Abgesehen von ein paar Temperatur-Eskapaden vom 10. bis 14. April. Nach recht mildem Beginn brachen hier die Temperaturen, auch am Tag regelrecht ein. Durchgehend Nachtfrost bis knapp an die minus 5 Grad und Tageshöchsttemperaturen, wie am 12., von nicht einmal 2 Grad unterstreichen dies deutlich. Dazu schneite es am 14. bis in mittlere Lagen. Doch selbst dieser Schnee, aufgetaut entsprach das 2,5 Liter pro Quadratmeter, war höchst willkommen. Seit dem 29. März hatte es keinen Niederschlag gegeben, was sich auch bis zum 25. April so fortsetzte. Der April entwickelt sich weiter zum Trockengaranten, denn in den vergangenen 25 Jahren erfüllten lediglich vier Aprilmonate das Niederschlagssoll.

Nach Monatsmitte, mit Beginn der Karwoche, erholten sich die Temperaturen und erreichten zu Ostern, nach allerdings durchweg kaltem Start mit Bodenfrost, die 20- Grad-Marke. Das drittwärmste Ostern der zurückliegenden 20 Jahre war besiegelt. Noch markanter setzte sich die Sonnenscheindauer in Szene. Während der acht Tage vom 15. bis 22. April (Ostermontag) ließ sich fast keine Wolke am Himmel blicken. Die daraus resultierenden Sonnenstunden (103) entsprechen fast denen eines normalen ganzen Monats April. Der Einfluß atlantischer Tiefausläufer beendete Richtung Monatsende den ungetrübten Sonnenschein und der lang ersehnte Regen erreichte auch unsere Region. Doch auch wenn es die Regentonnen füllte, bleibt mit einer Erfüllung von nur 38 Prozent ein enormes Defizit.

Statistik:
Monatsmittel-Temperatur: 8,5°C (1,7 Grad über dem Mittel
Temperatur-Minimum: minus 4,6°C (am 14. April)
Temperatur-Maximum: 23,1°C (am 25. April)
Frosttage: 8 (Tagesminimum <0°C)
Bodenfrosttage: 15 (Tagesminimum in 5cm <0°C)
Sonnenstunden: 235 (186 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 26,4 l/m² (38 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 6
Tageshöchstmenge: 12,7 l/m² (am 29. April)
Tage mit Gewitter: 0


März 2019

Der Kampf zwischen Winter und Frühling wurde im März recht deutlich mit sehr viel Wind ausgetragen. Vor allem in der ersten Monatshälfte. Einem Sturmtief folgte das Nächste, da ein blockierendes stabiles Hoch über Mitteleuropa fehlte. Das führte zu 15 Starkwindtagen mit Windstärke 6, an einem Tag wurde sogar Windstärke 8 registriert. Mit eingelagert in diese atlantischen Tiefs waren immer wieder kleine Kaltfronten mit Schnee- und Graupelschauern. Die höchste Schneemenge die dabei zusammenkam waren 10 Zentimeter am Morgen des 12. März. Da diese Atlantikluft im allgemeinen zwar sehr feuchte, aber relativ milde Luftmassen heranführt, schmolz der Schnee bereits am Folgetag restlos zusammen. Verhältnismäßig mild blieb es auf Grund dieser Wetterlage auch nachts. Den gesamten Monat über wurden an der Station in Olbernhau, also im recht kälteanfälligen Flöhatal, nur sechs Nächte mit Frost registriert, so wenige wie seit 25 Jahren nicht mehr. Pünktlich zum Frühlingsanfang am 20. März setzte sich endlich ein Hoch durch und sorgte für trockenes, sonniges und zumindest tageweise frühlingshaft warmes Wetter. Eine Störung in dieser Frühlingsphase am 25. März brachte zwar noch einmal einen Zentimeter Schnee am Abend, doch Richtung Monatsende zeigte das Thermometer schon wieder 18 Grad an. Unterm Strich schließt der Monat deutlich zu warm ab, was maßgeblich auf die für die Jahreszeit zu milden Nächte zurückzuführen ist. Auch die Anzahl der Sonnenstunden bewegen sich etwas über dem Mittel. Die Niederschlagsmenge liegt mit 144 Prozent, bedingt durch intensive Schauer, seit zehn Jahren erstmals wieder einmal über dem Soll. Rund 85 Prozent davon fielen in der ersten Monatshälfte.

Statistik:
Monatsmittel-Temperatur: 5,1°C (2,4 Grad über dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: -2,3°C (am 20. März)
Temperatur-Maximum: 18,6°C (am 23. März)
Frosttage: 6 (Tagesminimum <0°C)
Eistage: 0 (Tagesmaximum <0°C)
Sonnenstunden: 114 (126 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 90,8 l/m² (144 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 19
Tageshöchstmenge: 14,6 l/m² (am 10. März)
Tage mit geschlossener Schneedecke: 2


Februar 2019

1902

Das Wetter im Februar wurde maßgeblich von zwei Druckgebilden, dem Schneetief Quirin und dem Vorfrühlingshoch Frauke bestimmt. Ersteres, ein schnelles aber sehr intensives Tief, lud am 3. Februar große Mengen Schnee binnen kurzer Zeit ab. In nur rund zwölf Stunden kamen im Erzgebirge, aber auch in Ostsachsen und sogar in Dresden 25 Zentimeter Neuschnee zusammen. Insgesamt betrug die Schneedecke in Olbernhau damit 37 Zentimeter. Bei Tagestemperaturen um den Gefrierpunkt und Nächten mit mäßigem Frost unter minus 5 Grad konnte sich die Schneedecke zunächst gut halten. Am frühen Abend des 7. Februar setzte bei minus 2 Grad gefrierender Regen ein. Die dabei gefallenen 2,5 Liter pro Quadratmeter verwandelte dabei alles in eine spiegelglatte Eisbahn- und das bereits zum dritten Mal in diesem Winter.

Nach ein paar Schneeregenschauern am 11. und 12. Februar stellte sich die Großwetterlage mit Hoch Frauke nachhaltig auf Frühling um. Das Barometer machte, für jeden zu beobachten, binnen 48 Stunden einen riesigen Satz nach oben von 995 auf 1034 Hektopascal. Die Sonne strahlte zumeist den ganzen Tag von einem tiefblauen Himmel. Die Folge: Mit 201 Prozent ist der Februar der zweitsonnenscheinreichste nach 2003 und am 18. wurde mit 16,4 Grad ein neuer Wärmerekord für eine zweite Februardekade aufgestellt. In der Niederschlagsbilanz steht der gesamte meteorologische Winter, der am 28. Februar zu Ende gegangen ist, zusammen mit dem Winterquartal 1986/87 auf dem ersten Platz der nassesten Winter seit 1951 in Olbernhau. Die 348 Litern pro Quadratmeter entsprechen einer Übererfüllungsquote von 180 Prozent. Das bedeutet aber noch lange nicht, daß das Defizit seit Anfang des vergangenen Jahres ausgeglichen wäre. Immer noch fehlen knapp 190 Liter pro Quadratmeter, also fast drei Monatsmengen.

Statistik:
Monatsmittel-Temperatur: 1,7°C (2,6 Grad über dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: -8,2°C (am 5. Februar)
Temperatur-Maximum: 16,4°C (am 18. Februar)
Frosttage: 21 (Tagesminimum <0°C)
Eistage: 0 (Tagesmaximum <0°C)
Sonnenstunden: 125 (201 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 49,6 l/m² (84 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 8
Tageshöchstmenge: 23,4 l/m² (am 3. Februar)
Tage mit geschlossener Schneedecke: 15


Januar 2019

0119Olbernhau

Der Januar schloß zunächst nahtlos an das Schmuddelwetter von Ende Dezember an. Nieselregen, Regen-, Schneeregen- oder Schneeschauer bestimmten das Bild. Dabei lagen die Temperaturen mal etwas über, dann mal etwas unter dem Gefrierpunkt. Die Sonne zeigte sich dabei die gesamte erste Monatshälfte überhaupt nicht. Am 8. Januar änderte sich die Wetterlage recht dramatisch. Gegen 23:00 Uhr ging der tagsüber sehr kräftige Regen in Schnee über. Bis zum Abend des Folgetages waren dabei 32, bis zum 10. Januar früh sogar 42 Zentimeter Schnee zusammen gekommen. In den höheren Lagen natürlich entsprechend mehr. Bei Temperaturen nur leicht unter Null Grad war der Schnee sehr schwer und setzte den Bäumen enorm zu. Straßensperrungen und sogar die zeitweise Einstellung des Zugverkehrs waren die Folge. Doch bereits am folgenden Wochenende (12./13.) regnete es bei bis zu 4 Grad andauernd und ergiebig, so daß der Schnee bis auf Reste dahin schmolz. Nochmals acht Zentimeter Schnee schüttete Frau Holle am 18.Januar über der Region aus, bevor sich eine einwöchige kleine Kälteperiode einstellte. Das bedeutet Dauerfrost am Tage und sechs Nächte in Folge unter minus zehn Grad. Negativspitzenreiter dabei der 21. mit minus 15,1 Grad. Die Sonne holte dabei ihr gesamtes Defizit der ersten Monatshälfte auf und strahlte an vier Tagen ihr gesamtes mögliches Tagespensum in die traumhafte Winterlandschaft. Mit zunächst erneuten Schneeregenschauern und danach heiterem Winterwetter verabschiedete sich ein extrem nasser Januar. So niederschlagsreiche Januar- Monate sind sehr selten. Der letzte vergleichbar liegt immerhin 43 Jahre zurück. Eine Schneehöhe über 40 Zentimeter, auch im Flöhatal, hingegen tritt immer mal

Statistik

Monatsmittel-Temperatur: -1,6°C (0,1 Grad unter dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: -15,1°C (am 21. Januar)
Temperatur-Maximum: 5,5°C (am 1. Januar)
Frosttage: 25 (Tagesminimum <0°C)
Eistage: 10 (Tagesmaximum <0°C)
Tage mit strengem Frost: 6 (Tagesminimum <-10°C)
Sonnenstunden: 44 (104 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 168,7 l/m² (256 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 22
Tageshöchstmenge: 30,1 l/m² (am 9. Januar)
Tage mit geschlossener Schneedecke: 23
Tage mit Gewitter: 2


Wetterrückblicke von Olbernhau 2018
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