Fichtelbergwetter im September 2018

1809

Auch im September wurde die hochsommerliche Großwetterlage fortgesetzt, allerdings gab es vor allem im Erzgebirge auch schon kühle Temperaturen und einen ersten Herbststurm. Auf dem Fichtelberg trat in 3 Nächten Nachtfrost und in 5 Nächten Bodenfrost auf (12). Örtlich, vor allem in Kühnhaide und Jeleni wurden bis zu 10 Frostnächte registriert. In der Nacht vom 21. auf 22.09. brachte Sturmtief ELENA einen markanten Temperatursturz von T-Shirt in Mützenwetter in gerade einmal 12 Stunden. Am 24.9. bildete sich auf dem Fichtelberg zudem kurzzeitig eine erste Schneedecke. In der Summe lag zwar auch der September mit einer Monatsmitteltemperatur von 10.6 °C um 2.4°C über der langjährigen Mitteltemperatur, aber er war nicht auf Rekordkurs und belegte in der Statistik der wärmsten September-Monate „nur“ Platz 15.

Die Sonne schien 189.9 Stunden, was 131% des Normalwertes entspricht. Während es deutschlandweit der fünfsonnigste September war, belegte er auf dem Fichtelberg „nur“ Platz 11. Denn wenn schon die Temperaturen nicht oft an einen Herbstmonat erinnerten, so tat es auf dem Fichtelberg zumindest der Nebel, der den Gipfel an 16 Tagen zumindest zeitweise einhüllte.

Die seit Februar anhaltende Trockenheit setzte sich auch im September fort. Auf dem Fichtelberg war sie aber nicht so schlimm wie anderswo, immer mal wieder zogen kleinere Regenfälle oder größere Schauer über den Fichtelberg hinweg. So wurden mit 75,0 Liter pro Quadratmeter immerhin 85% des Normalwertes erreicht. Besonders die Niederschläge, welche am 23. und 24.09. das Orkantief FABIENNE brachte, wurde von den Böden dankbar aufgenommen. Auf dem Fichtelberg fielen 35,9 l/m², im Erzgebirge bis zu 60 l/m² (Talsperre Carlsfeld).

Die höchste Windgeschwindigkeit brachte am 23.09. mit 118.8 km/h das Orkantief FABIENNE. Auch, wenn die Windgeschwindigkeit auf dem Fichtelberg nicht rekordverdächtig war, so brachte dieser Orkan im Erzgebirge immense Schäden. Schuld waren nicht nur die vielerorts ausgedorrten Bäume, die mit belaubter großer Angriffsfläche oft abknickten und ein Tornado, der um Stollberg eine Schneise der Verwüstung zog. Insgesamt gab es auf dem Fichtelberg an 12 Tagen Starken Wind (Windstärke 6) und an 3 Tagen Stürmischen Wind (Windstärke 8).

Ungewöhnliche Wettererscheinungen wurden nur wenige beobachtet, denn sie sind meist an Wolken gebunden. Nur zweimal wurden intensive Dämmerungen beobachtet und an einem Tag gab es einen schönen Regenbogen. Dieser bildete sich am 20.09. nach einem kleinen Gewitter drei Stunden über dem Berg, und wurde von vielen Besuchern begeistert beobachtet. Besonders eindrucksvoll und sehr selten waren zudem die Asperitas-Wolken, die am Morgen des 27.09. in Augenhöhe über den Gipfel hinweg zogen.

Halbjahres-„Sommer“-Auswertung

Wie in der Auswertung des Jahrhundertsommers 2018 versprochen, möchte ich noch einen Blick auf den auf den gesamten Endlossommer werfen, der im April begann und von einigen Unterbrechungen abgesehen noch immer andauert. Betrachtet man also den Halbjahres-„Sommer“ von April bis September in der Statistik, so wird die Ungewöhnlichkeit dieser langen und sehr warmen Hochdruckwetterlage deutlich. Mit einem Halbjahresmittel von 11,8°C werden andere warme Sommer wie 2003, 1947 (je 10,3°C) oder 2015 deutlich in den Schatten gestellt. Mit 7 Sommertagen (Max > 25°C) lag 2018 zwar nicht an der Spitze – auf dem Gipfel wurde ja auch keine rekordverdächtige Hitze verzeichnet – aber die 43 Bergsommertage (Max > 20°C) belegten Platz 1 nach 2003 (42) und 1947 (41) und machen die lange Andauer der Wärme deutlich. Auch die Sonnenscheindauer knackte mit 326,1 Stunden das bisherige Spitzenjahr von 2003. Die genauen Daten werden in der Sommerauswertung 2018 ergänzt. (ch)

Monatswerte Fichtelberg

Wetterrückblick Olbernhau von Dirk Christoph

Deutschlandwetter im September 2018, Pressemitteilung des DWD

Wetterrückblick des Observatoriums Hoher Peißenberg in den bayrischen Voralpen

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2 Antworten zu Fichtelbergwetter im September 2018

  1. Bilder der Kontraste! Bei uns ist es immer noch warm und trocken. Der Sommer hat offenbar seine Abreise verpennt. Dabei werden die Tage sichtlich kürzer.

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  2. ch schreibt:

    Ja, die Temperaturen sind Wahnsinn, selbst hier oben rennen die meisten bei 15°C und großer Strahlungsintensität noch kurzärmelig herum. Bin schon jetzt auf die Oktroberstatistik gespannt 🙂

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