Der letzte Nachtdienst auf dem Fichtelberg

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Mit diesem 500. Blogeintrag geht eine Ära zu Ende: Insgesamt 70 Mitarbeiter haben seit dem 01.01.1916, also Oder 102 Jahre, 7 Monate und 26 Tage ohne einen einzigen Ausfall, allen Widrigkeiten zum Trotz rund um die Uhr das Wetter beobachtet. Einmalig für eine Bergstation in Deutschland! Mit dem heutigen Tag wird aber unser Meldesoll eingeschränkt, was heißt, dass die Wetterwarte nicht mehr durchgängig besetzt ist. Dadurch kommt es aufgrund von noch immer fehlenden Automaten zwangsläufig zu Datenlücken, so wird zum Beispiel die Niederschlagssumme nur noch 24-stündig gemeldet.

Für uns noch verbliebenen 3 Mitarbeiter ist dies ein weiterer schmerzlicher Schritt in Richtung Vollautomatisierung, welche wie geplant zum 01.01.2019 erfolgen wird. Dann geht eine über 100-jährige allumfassende Klimareihe zu Ende und es wird ein großes Stück intensive Naturbeobachtung und –erfahrung aufgegeben.

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7 Antworten zu Der letzte Nachtdienst auf dem Fichtelberg

  1. Jörg schreibt:

    Steht heute schon fest, mit welchen Aufgaben das Personal ab 2019 weiterbeschäftigt werden soll? Bleibt es überhaupt vor Ort in der Wetterwarte oder sollen alle nach Leipzig/Potsdam/Schließebach? („offen“ gehalten wird ja mittelfristig nirgends mehr eine Augenbeobachtung)

    PS: Auf der Zugspitze ist die Einbuße an Informationen aufgrund der erfolgten (Halb-)Automatisierung trotz beibehaltener manueller Zumeldung von Schneehöhe und Niederschlagsmenge zum Frühtermin massiv: Beispielsweise gibt es von dort seit 1.Juni überhaupt keine Daten mehr zur Sichtweite, da offenbar kein Messgerät dafür installiert ist (es würde wohl auch viel zu schnell vereisen). Sollen Klimatologen künftig die Zahl der Nebeltage auf dem höchsten Gipfel Deutschlands aus den Bildern von Webcams abschätzen?
    Auch wurde seit 1.Juni kein einziges Gewitter von der Zugspitze gemeldet, obwohl mit Sicherheit in diesem Sommer dort einige davon getobt haben dürften …

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    • Forscher schreibt:

      Wie sich das mit dem steigenden Bedarf an seriöser Klimaforschung und Safetyrelevanz in der Flugsicherung argumentieren lässt, wird mir ewig ein Rätsel bleiben.

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      • Jörg schreibt:

        Unsere hochintelligenten Bundespolitiker haben doch eine Ethikkommission gegründet, die der Frage nachgehen soll, welche Vorschrift für ein autonom fahrendes Auto gelten soll, wenn es zu einem unvermeidbaren Unfall kommt – ob es dann eher auf den dunkelhäutigen Immigranten, die Kindergruppe oder die gehbehinderte deutsche Rentnerin zurasen soll (auf das Problem, dass wohl selbst der futuristischste Detektor niemals in der Lage sein dürfte, überhaupt die genaue Art des „Hindernisses“, ob Tier oder Mensch – geschweige denn dessen genauer Hautfarbe – zweifelsfrei zu erkennen, kommen die hochgelehrten Dummschwätzer vermutlich erst gar nicht)
        Die gleiche Laberkommission wird sich höchstwahrscheinlich auch bezüglich ähnlich absurder Fragen bezüglich autonom fliegender Flugzeuge irgendwelchen Schwachsinn ausdenken, allein schon um zu zeigen, wie unverzichtbar wertvoll sie ist. Gut ausgebildete und fair bezahlte Piloten und Fluglotsen samt einer personell besetzten Flugsicherung und Luftraumüberwachung einschließlich bemannter Flugwetterwarten gilt doch für solche im Wolkenkuckucksheim lebenden pseudowissenschaftlich-realitätsfernen Möchtegern-Philophen, die im besten Fall noch nach Guttenbergscher Manier entweder ihr Examen selbst aus Zeitungen oder von Wikipedia abschreiben, im mittleren dafür einen Ghostwriter buchen und im schlechtesten ihre sämtlichen akademischen Grade bis hin zum dreifach habilitierten BWL-Oberverwaltungshengst bei Ebay erworben haben, als völlig antiquierter Blödsinn und Geldverschwendung, den es im betriebswirtschaftlichen Sinne zu „optimieren“, sprich möglichst komplett abzuschaffen gilt.
        Wobei all dieser wohl mit den Smartphones aufgekommene Automatenwahn der heutigen Zeit wieder sehr an die „Ford-Legende“ erinnert, wo vor über 60 Jahren anlässlich des Besuchs eines Gewerkschaftsbosses in einem Autowerk stolz eine komplett automatisierte Roboterfabrik präsentiert wurde und der Firmenchef voller Stolz zu dem Gewerkschaftsmensch sagte: „Schauen Sie sich das gut an, von diesen Typen hier können Sie keine Gewerkschaftsbeiträge kassieren!“ – „Stimmt“, sagte der Gewerkschaftsmensch, „aber die kaufen auch nicht Ihre Autos!“
        Entwickler der digitalen Wirtschaft haben den Fordismus aus den Augen verloren. Heutige Konzernbosse wollen möglichst eine Arbeiterschaft, die man wie eine Lampe an- und ausschalten kann. Technologie-Gurus prahlen, dass immer klügere Maschinen den Menschen überflüssig machten, obwohl dabei oft mehr Schein als Sein im Spiel ist. Und wir dummen Wahlkälber wählen immer und immer wieder die gleichen Metzger und Lügenbolde an die Macht …

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  2. Damit kein Missverständnis aufkommt. Mein „Gefällt mir“ bezieht sich nicht auf die traurigen Fakten, (die gefallen mir nicht) sondern auf die stetige und informative Berichterstattung.

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  3. Outdoor-Fan schreibt:

    Wird diese Webseite trotzdem weitergeführt?

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  4. Silvana schreibt:

    Was für eine Kommerzblödsinn. Ich wünsche dem jenigen der das letzendlich umgesetzt hat niemals gutes Wetter. Menschen machen immer den grössten Blödsinn dafür sind viele Menschen ja bekannt. Ich finde keine Worte.

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