Fichtelbergwetter im Juli 2018

0718

Das seit Februar anhaltende Hochdrucksystem über Nord- und Mitteleuropa setzte sich auch im Juli fort und brachte den 4. viel zu warmen und örtlich extrem zu trockenen Monat in Folge. Auf dem Fichtelberg war der Monat mit einer Mitteltemperatur von 14,7°C um 3,5°C zu warm und belegte damit Platz 6 in der Juli-Bestenliste (Platz 1: Juli 2006 mit 16,7°C). Wärmerekorde wurden im Erzgebirge kaum geknackt. Stattdessen brachte Hoch EKKEHARD Zum Monatsanfang durch extrem klaren Wetter und dadurch großer nächtlicher Ausstrahlung letzte Nachtfröste am Erzgebirgskamm. Auf dem Fichtelberg blieb es deutlich wärmer und es wurde am 01. mit 4,6°C der tiefste Wert des Monats gemessen. In der klaren Luft gab es für Sommer ungewöhnlich gute Fernsichten und die wohl beste Brockensicht, die auf dem Fichtelberg je beobachtet werden konnte.

Mit der Kaltfront des wohlklingenden Tiefs ELISONIA kamen am 06. einige Gewitter nach Sachsen und brachten den meisten Gebieten lang ersehnten Regen. Viel kam nicht zusammen, am meisten fiel in Schwarzenberg (8,9mm) und Marienberg-Kühnhaide (14,6mm). Die Temperaturen sanken bis in die Nacht teilweise um mehr als 20°C ab, in Aue zum Beispiel von 30°C auf 8,8°C.

Zum Monatsende gab es dann pünktlich zu den Hundstagen die erste Hitzewelle mit Höchsttemperaturen von weit über 30°C in den Tälern. Erzgebirgischer Spitzenreiter der DWD-Stationen war Aue mit 34,4°C. Örtlich war es aber noch wärmer. Im Bereich von größeren Städten (Chemnitz, Zwickau, Schwarzenberg) wurden mit nächtlichen Tiefsttemperaturen über 20°C Tropennächte registriert. Auf dem Fichtelberg war es vergleichsweise angenehm kühl und nur an den letzten beiden Tagen stieg das Thermometer auf sommerliche Werte >25°C. Die Monatshöchsttemperatur von 26.6 °C wurde am 31. des Monats gemessen.

Vor allem in den letzten Tagen entwickelten sich durch zunehmend feuchtere Luft aus Südwesteuropa einzelne Gewitter. Eins davon bildete sich am 31. über dem Fichtelberg und „rettete“ mit einer Tagessumme von 22,8mm den Juli 2018 mit insgesamt nun 48,3mm (43%) vom Rang drei der trockensten Monate auf Platz 10. In Aue fielen nur 18,6mm, hier wurde mit Abstand der trockenste Juli registriert. Aue hat aber noch eine weitere Besonderheit aufzuweisen. Hier lagen sowohl das höchste Tagesmaximum (34,4°C), das höchste Tagesminimum (19,2°C) aber auch das tiefste Tagesminimum (4,6°C) in den Top 5 der Juli-Statistik. In Carlsfeld wurde mit 2,5°C am 02.07. sogar das tiefste Minimum in einem Juli gemessen.

Die Sonne machte im gesamten Erzgebirge fleißig Überstunden. Am längsten schien sie mit 316,7 Stunden (158%) in Chemnitz, am kürzesten mit 275.8 h (141%) in Carlsfeld. Auf dem Fichtelberg verweilte sie 277,3 Stunden, was 145% des Normalwertes von 191,8 Stunden entspricht.

Auf dem sonst oft windigen Fichtelberg war es im Juli ungewöhnlich ruhig. Die höchste Windgeschwindigkeit des Monats wurde am 12. mit 62.6 km/h gemessen. Das Monatsmittel lag mit 5,2 m/s für einen Juli ungewöhnlich niedrig. Nur 1983 und 1994 gab es mit einem Mittelwert von je 5,1 m/s noch weniger Wind. Starken Wind (Windstärke 6) gab es an 10 Tagen, Stürmischer Wind (Windstärke 8) trat nicht auf.

Es wurden auch einige Atmosphärische Erscheinungen beobachtet. 8 Mal gab es Morgen- oder Abendrot , dazu Leuchtende Nachtwolken, Regenbogen, Irisieren und Halos.

Zum Schluss noch ein Blick auf die phänologischen Jahreszeiten, welche durch die Vegetationsperioden bestimmt werden. Wie schon mehrfach erwähnt, hat sich in diesem Jahr die Pflanzenwelt besonders beeilt. So leiteten auf dem Gipfel die (an den unvertrockneten Sträuchern) reifen Vogelbeeren zum Monatsende den Spätsommer ein. In tieferen Lagen ist die Vegetation schon auf Herbst eingestellt, die einsetzende Reife der Kirschen oder dem Schwarzem Holunder zeigen den phänologischen Frühherbst an, erste reife Eicheln und Kastanien im Chemnitzer Raum sogar schon den Vollherbst. Der verfrühte Laubfall ist die Folge der anhaltenden Trockenheit und (hoffentlich) noch kein Zeichen dafür, dass auch der Spätherbst schon im Gange ist. (ch)

Monatswerte Fichtelberg

Wetterrückblick Olbernhau von Dirk Christoph

Deutschlandwetter im Juli 2018, Pressemitteilung des DWD

Wetterrückblick des Observatoriums Hoher Peißenberg in den bayrischen Voralpen

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2 Antworten zu Fichtelbergwetter im Juli 2018

  1. Liebe Claudia, ich muss dir mal wieder ein große Lob für die informativen und sehr verständlich dargestellten Beiträge danken! LG, Joachim.

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