Fichtelbergwetter im Juni 2018

Nach den Rekordmonaten April und Mai war auch der Juni mit einer Monatsmitteltemperatur von 11,8°C um 2,3° zu warm. Allerdings lag er damit „nur“ auf Platz 12 der 102-jährigen Fichtelbergreihe. Interessanterweise war das Monatsmaximum auf dem Fichtelberg mit 21,1°C ebenso hoch wie im Mai und nur geringfügig höher als im April (20,8°C). Und wie im Mai gab es auch im Juni 3 Bergsommertage (Maximum ≥20°C)!

Auch die seit Mai anhaltende Zweiteilung mit schwülwarmer Luft im Süden und Südwesten sowie sehr trockenem Wetter im Norden fand ihre Fortsetzung. Insofern war es deutschlandweit gesehen ein Monat der Extreme mit inzwischen schon katastrophaler Trockenheit in den einen und Gewitter mit Hagel, Starkregen und zum Teil Überschwemmungen in den anderen Gebieten.

Der Fichtelberg lag wie so oft zwischen drin und bekam deshalb hin und wieder etwas Niederschlag ab. So wurden mit einer Monatssumme von 85.3 mm immerhin 78% des Normalwertes erreicht. Allerdings fielen bei Gewittern am 10. Juni bereits 34,3mm und am Folgetag nochmals 19,7mm. Das sind bereits 63% des Monatsniederschlages. An den restlichen Tagen regnete es also auch auf dem Fichtelberg nicht mehr wirklich viel.

Die Sonne schien 169,6 Stunden und erfüllte mit 94% fast ihr Monatssoll. Im deutschlandweiten Vergleich war der Fichtelberg damit Rücklicht. Ursache war die häufige Nebelbildung, so gab es an 20 Tagen zumindest zeitweise Nebel mit Sichtweiten unter 100 Metern und an 9 Tagen betrug die Sicht sogar weniger 50 Meter, was im Sommer nicht häufig vorkommt. An den Pflanzen setzen sich Nebeltröpfchen ab, die einiges zum Wasserhaushalt beigetragen haben. Deshalb blühten die Sommerwiesen im Erzgebirge besonders schön und vielfältig, während im Norden häufig das Gras verdorrte.

Die Schafskälte kam in zwei Abkühlungsphasen zwischen 15. und 22. Juni. Während in Kühnhaide die Nachttemperatur am 15. auf frostige -3,5°C fiel, gab es in der kältesten Nacht auf dem Fichtelberg mit 1.6 °C am 22. Juni nicht einmal den erhofften Schnee.

Zum Monatsende hin gab es vor allem im Westen und Südwesten eine Hitzewelle, die aber im Erzgebirge nicht ankam. Stattdessen sah man angenehm temperiert dem Siebenschläfer entgegen, der sich aber nicht so recht entscheiden wollte. Denn die Großwetterlage der Vormonate wurde einfach nur weitergeführt und keiner wußte (und weiß), ob sie den ganzen Sommer über durchhält.

Einige schöne optische Erscheinungen gab es auch im Juni zu beobachten, besonders erwähnenswert sind hier das „Alpen“glühen am Spitzberg und die Leuchtenden Nachtwolken am Morgen des 18. Juni. Obwohl über Deutschland bisher weitere helle silberne Nachtwolken (Beispiel) auftraten, ließen die Bewölkungsverhältnisse im Erzgebirge bis jetzt keine weiteren Beobachtungen zu, so daß diese Nacht die einzige blieb. (ch)

Monatswerte Fichtelberg

Wetterrückblick Olbernhau von Dirk Christoph

Deutschlandwetter im Juni 2018, Pressemitteilung des DWD

Wetterrückblick des Observatoriums Hoher Peißenberg in den bayrischen Voralpen

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