Siebenschläferverwirrung oder „Wo bleibt die Hitzewelle?“

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Seit über einer Woche versprechen die Medien eine neue Hitzewelle und einen traumhaften Siebenschläfertag, der einen neuen Hitzesommer prognostiziert. Allerdings hatte man im Erzgebirge eher das Gefühl, dass Petrus uns genau so im Regen stehen gelassen hat, wie unsere Fußballmannschaft … Im Erzgebirge wurden gerade einmal in den Wärmetälern wie Aue und Schwarzenberg die 20°C geknackt, der Fichtelberg präsentierte sich heute mit feuchten und windigen 13°C im Maximum eher unsommerlich. Dazu fielen entlang des Kamms bis zu 6mm Niederschlag. Als wäre das noch nicht schlimm genug … schaut man auf die Alpencams, so gab es zum Beispiel auf der Großglockner-Hochalpenstraße gestern Nachmittag in nur 2300 Metern Höhe eine geschlossene Schneedecke. Die Berge oberhalb 3000 Meter (zum Beispiel Zugspitze, Hoher Sonnblick) hatten sogar den ganzen Tag über Schneefall.

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Sieberschläfertag am Sonnblick-Observatorium. Foto: Hermann Scheer

Was ist passiert? Bereits letzte Woche tauchte im europäischen Vorhersagemodell immer mal wieder die Bildung eines neuen Niederschlagsgebietes auf (wie bereits hier erwähnt). So richtig für voll genommen hat es wohl kaum einer, es schwang sicher auch ein bisschen Wunschdenken mit, dass die Weltmeisterwoche in zweierlei Hinsicht ausschließlich sonnig werden würde. Insofern überschätzte man sowohl das Hochdruckgebiet als auch unsere Fussballmannschaft 😉 Fakt ist, daß sich über dem Mittelmeer ein Tief gebildet hat, dessen Niederschlagsgebiet über Bayern auch den Süden von Sachsen gestreift hat. Nördlich davon war es warm und trocken und zwischen Sachsen-Anhalt und Niedersachsen gab es tatsächlich einige Messstationen, wo die 30°C geknackt wurden.

Und was ist mit dem Siebenschläfer? Auch, wenn sich die Siebenschläferregel nicht auf einen Tag festmachen lässt, sondern sich im Zeitraum Ende Juni/Anfang Juli die Großwetterlage für den Sommer einstellt, so könnte das derzeitige Wetter doch  richtungsweisend sein. Zwar sorgt ab dem Wochenende ein  Hochdrucksystem über ganz Deutschland für einen sonnigen und trockenen Wettercharakter. Aber das Hoch auf dem Nordatlantik schwächelt, so dass sich kleine Tiefs einnisten können. Und auch die Langfristmodelle sehen ab Mitte nächster Woche zwei mögliche Wetterentwicklungen. Zum einen Hochdruckdominanz und zum anderen der langsame, aber dennoch stetige Umbau des Zirkulationsmusters hin zu wechselhaften Wetter.  Um also eine wirkliche Tendenz für den Sommer geben zu können, müssen wir die kommende Woche abwarten, dann sollten die Würfel endgültig fallen.

Zu guter Letzt noch ein paar schöne Stimmungen, welche das wechselhafte Wetter in den letzten Tagen auf und um den Fichtelberg zauberte.

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