Gewitter beenden die stabile Ostwetterlage

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Gewitterwolke hinter dem Messfeld der Wetterwarte. (ch)

In den letzten Tagen lag Deutschland im Einflussbereich feucht-warmer und labiler Luftmassen, was fast täglich zu Schauern und zum Teil heftigen Gewittern führte. Schuld daran war Tief XISCA, das von Frankreich her feuchte Luft nach Deutschland brachte. Allerdings zogen die Gewitter kaum und luden häufige große Niederschlagsmengen an Ort und Stelle ab.

Am Samstag wurde erneut das Vogtland heimgesucht, wo in Erlbach-Eubabrunn 79,8 Liter pro Quadratmeter Niederschlag fielen, davon 45 l/m² in nur einer Stunde! In einigen vogtländischen Gebieten waren die Einwohner nun schon das dritte Mal innerhalb kürzester Zeit von den Überflutungen betroffen.

Ein zweites heftiges Gewitter gab es am Samstag im Umkreis von Marienberg. In Forchheim (Stadt Pockau-Lengefeld) wurden 52,3 l/m² gemessen, in Zschopau 33,6 l/m², örtlich kann es aber durchaus mehr gewesen sein. Auch Hagel war verbreitet dabei. In Venusberg setzte Starkregen die Hauptstraße unter Wasser und ließ viele Keller volllaufen. In Gehringswalde verstopfte Treibgut eine Brücke, so dass das Wasser in zahlreiche Grundstücke und Vorgärten floss sowie Keller überflutete. Fotos und Videos gibt es bei MDR Sachsen.

Gestern bildeten sich bereits in den Mittagsstunden Gewitter im Fichtelberggebiet und tobten sich über 5 Stunden lang aus. Auf dem Fichtelberg wurden 34,3 l/m² registriert, in Oberwiesenthal fielen 56,1 l/m². Südlich des Kamms dürfte es aber noch weitaus mehr Niederschlag gewesen sein.

Das Wetter ist in den kommenden Tagen erneut zweigeteilt. Während im Norden trocknere und kühlere Luft einfließt kommt südlich der Luftmassengrenze, die etwa in einer Linie von Köln bis Dresden liegt, auch weiterhin zu Gewittern, die vor allem im oberen Bergland auch mal länger Regen bringen. Allmählich gelangen aber auch wir in den Bereich der kühleren Luft und das Wetter beruhigt sich zur Wochenmitte zunehmend.

Und wie geht es weiter? Einige Modelle deuten die Abkühlung als durchgreifende Änderung der Großwetterlage. Nach dem amerikanischen Modell kommt die Tiefdruckmaschinerie allmählich in Gang, was einen typischen durchwachsenen mitteleuropäischen Sommer zur Folge hätte. Das europäische Modell sieht Deutschland eher zwischen den Fronten einer Tiefdruckrinne und einer Hochdruckzone, was eine wechselhafte und nach Süden zu wahrscheinlich wieder gewittrige  Variante auf höherem Temperaturniveau bedeuten würde. Die stabile Ostwetterlage, die in den vergangenen Wochen vorherrschend war, scheint auf jeden Fall vorbei zu sein und die Temperaturen normalisieren sich wieder.

Zu guter Letzt noch einige Gewitterstimmungen der letzten Tage, aufgenommen von Wolfgang Weigert im vogtländischen Adorf und Claudia Hinz auf dem Fichtelberg. (ch)

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