Blühende Bergwiesen

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Der Frühsommer sorgt dafür, dass viele Pflanzen 4 bis 6 Wochen früher blühen als im letzten Jahr. Insofern stehen schon jetzt die Bergwiesen rund um den Fichtelberg in Vollblüte und erfreuen die Gemüter zahlreicher Spaziergänger und Wanderer.

Besonders interessant ist, dass in diesem Jahr die Knabenkräuter selbst in 1000 Metern Höhe fast gleichzeitig mit denen in den warmen Tälern blühen. Und auf dem Gipfel des Fichtelberges stehen seit wenigen Tagen die normalerweise von Juli bis in den Herbst hinein blühenden Habichtskräuter (Orangerotes, Zottiges, Doldiges) in Vollblüte.

Die unter Naturschutz stehenden Fichtelbergwiesen, die von den Bachtälern bis auf den Gipfel reichen, sind besonders für ihre arktisch alpinen Pflanzen bekannt. Denn neben dem feuchten, schneereichen kühlen und rauen Klima am Erzgebirgskamm gibt es in den Hochtälern, Senken und alten Trichterbingen (eingestürzte Bergwerke) Kaltluftinseln. Hier staut sich die schwere feuchte Kaltluft und schafft ein eigenes Mikroklima mit alpinen Pflanzenvorkommen. Leider ist dieses sehr anfällig gegenüber äußeren Einflüssen und einige Arten gelten schon als verschollen. Aber Alpen-Bärlapp, Alpenmilchlattich, Quirlblättriges Weidenröschen, Alpen-Brandlattich, Gebirgs-Sauerampfer oder Platanenblättriger Hahnenfuß lassen sich auch heute noch finden. Zusammen mit Arnika, Knabenkraut, Teufelskralle, Blauer Tarant (Sumpf-Enzian), Schlangenknöterich, Bärwurz, Wiesenglockenblume, Waldstorchenschnabel, Habichtskräutern, Alantdistel, Prachtnelke, Roter Lichtnelke und –zig weiteren Pflanzenarten bilden sie eine farbenfreudige artenreiche Blütenpracht, wie man sie heutzutage nur noch ganz selten findet.

Besonders der Zechengrund bei  Oberwiesenthal  zählt zu den ältesten und wertvollsten Naturräumen Sachsens. Um die dort vorkommenden geschützten Wiesen zu erhalten sind jährlich Jugendliche des Naturschutzbundes (NABU) und der Naturschutzjugend  (NAJU) am Fichtelberg unterwegs um gemeinsam zu beobachten, zu forschen und durch Wiesenmahd den Artenreichtum zu erhalten. (ch)

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