13.02.18 – Eisnebelhalo über dem Zechengrund

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Helles Eisnebelhalo mit Moilanenbogen über dem Zechengrund

Passend zu Olympia fanden gestern morgen auf dem Fichtelberg die Eisfestspiele statt.  Auf dem Gipfel waren -9°C und Windstärke 6 im Mittel. Ich harrte nach dem Nachtdienst in der Hoffnung auf einen schönen Sonnenaufgang tapfer oben aus, aber so umwerfend war er dann doch nicht.

In Richtung Sachsenbaude gab es einige letzte Nebelschwaden. Eisnebelhalohoffnung!!!Ich musste aber noch etwas warten, denn um in der Suppe eine reelle Chance zu haben, braucht es eine Sonnenhöhe von mind. 5°C, damit die Sonne über dem Keilberg hinauslugt. Hände und Gesicht habe ich irgendwann nicht mehr gespürt, aber aufgeben wollte ich auch nicht. Auf dem Weg nach unten (leider nicht weit genug, um dem Auto einen Hauch von Wärme zu entlocken) strahlte mir dann bereits unterhalb des unteren Parkplatzes eine Unternebensonne entgegen. Ich hielt am Straßenrand, nahm das Hupen der anderen gelassen hin und machte ein paar erste Aufnahmen.

An der Fichtelbergauffahrt erschienen dann die Nebensonnen so hell, daß man kaum noch reinschauen konnte. Ich machte aus dem Auto schnell ein paar Fotos und fuhr in Richtung Grenze.

Dort erwartete mich ein umwerfender Anblick! Im Nebel über dem Zechengrund zeigten sich bei -12°C helle Erscheinungen im seltsamen Licht. Leider verstellte ich beim Unterbelichten mit den dicken Handschuhen und nicht mehr spürbaren Fingern den irgendwas an der Kamera, so daß die Fotos komisch geworden sind. Allerdings war das Licht auch komisch, insofern könnte es durchaus sein … ich weiß es nicht mehr. Denn die Halos überblendeten mich regelrecht, auf dem Display war vor lauter Helligkeit nichts zu erkennen, so daß ich einfach nur noch drauf hielt.

Kurze Zeit später zeigte sich dann mein bisher hellster Moilanenbogen und ein im konvexen oberen Berührungsbogen angeschmiegter Parrybogen.

Nach einigen Minuten (was waren nochmal Hände???) wurde der Eisnebel schnell weniger und es glitzerte nur noch rings herum auf. Wie bisher nur einmal erlebt, waren jetzt die Halos kaum noch eindeutig identifizierbar, das Gehirn formte keine Bögen mehr, es gab nur noch ein Glitzeruniversum, dessen Mittelpunkt ich war. Auch über mir und der Sonne gegenüber glitzerte es um die Wette und ich machte in alle Richtungen Fotos, aber die Kristalldichte war nicht mehr hoch genug, um auf den Bildern was zu sehen. Auf jeden Fall schwebte zum zweiten Mal in meinem Leben über meinem Kopf ein Heiligenschein (ähhhmmmm … Sonnenbogen). Das sind diese Art von Halos, die einfach nur irre sind, sich aber nicht mehr fotografieren lassen.

Bei solch einen Tagesbeginn ist alles egal, die eisigen Hände (und inzwischen auch Füße und Nase), die Müdigkeit und der Gedanke, dass man eigentlich heim ins Bett wollte. Man steht nur noch da und staunt ergriffen über das, was die Natur da vor einem zaubert und bedauert die Autofahrer, die nach Tschechien tanken fahren, ohne das Wunder zu bemerken … (ch)

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2 Antworten zu 13.02.18 – Eisnebelhalo über dem Zechengrund

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