Nebelfrost

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Wer gestern und heute auf dem Fichtelberg war, wird erstaunt sein. Die gestern Morgen noch grünen Bäume und Gebäude haben sich in ein dickes Winterkleid gehüllt. Die Bäume ächzen unter der Last und die Kollegen der Wetterwarte sind im Dauereinsatz, um die Geräte frei zu halten. Und das, obwohl kein Krümel Schnee gefallen ist.

Des Rätsels Lösung ist Nebelfrost. Wenn die Temperatur unter dem Gefrierpunkt liegt und gleichzeitig Nebel herrscht, dann frieren die kleinen Wassertröpfchen an Bäumen und Gegenständen an. Die Eisgebilde wachsen dem Wind entgegen und werden je zerbrechlicher, desto geringer die Temperatur ist. Bei Werten knapp unter dem Gefrierpunkt sind sie sehr kompakt und je mehr Wind weht, desto schneller wachsen sie.

Die Voraussetzungen auf dem Fichtelberg waren also günstig, damit innerhalb von 24 Stunden bist zu 50cm lange Nebelfrostablagerungen wachsen konnten. Durch Eisregen wurde bereits am Sonntag das Fundament gelegt. Bei genauerem Hinsehen, hatte sich über die grünen Bäume eine dünne Eisschicht gelegt. An dieser konnte bei Temperaturen zwischen -3 und 0 Grad, starken Südostwind mit Windspitzen bis 93 km/h und nassen dichten Nebel mit Sichtweiten zum Teil unter 50 Metern schnell Raueis und später kompaktes Klareis anwachsen.

Welche Nebelfrostart sich anlagert, hängt von der Temperatur ab. Folgende Arten werden unterschieden:

  • Klareis entsteht bei Temperaturen, die nur wenig unter dem Gefrierpunkt liegen. Es ist kompakt, durchsichtig bis weißlich sowie sehr fest und schwer. Im Gegensatz zu Blitzeis, das durch gefrierenden Regen entsteht, hat es eine unregelmäßige Oberfläche. Starke Klareisablagerungen können zu extrem schweren Eislasten anwachsen. An der Wetterwarte Fichtelberg müssen vor allem auf dem Dach Klareisablagerungen regelmäßig beseitigt werden, denn dort wachsen sie besonders schnell und können die Statik des Gebäudes beeinflussen.
  • Raueis entsteht bei Temperaturen unter -2°C und ist grauweiß und strukturiert. Je kälter es ist, desto brüchiger wird die Substanz. Bei -2 bis -5°C haftet es ziemlich fest und kann sehr stark anwachsen. Zusammen mit Klareis können so auf dem Fichtelberg Ablagerungen bis zu 2m Dicke entstehen.
  • Raureif wächst bei sehr kalten Temperaturen unter -8°C und ist an seiner feinen lockeren Struktur mit häufig feiner Nadelbildung erkennbar. Im Gegensatz zu den anderen beiden Nebelfrostarten behindert starker Wind hier das Wachstum, weil er die zarten Strukturen sofort zerstören würde. Die besten Bedingungen sind deshalb schwacher Wind und hohe Luftfeuchte, weswegen Raureif in Flussniederungen am häufigsten zu finden ist.
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Eine Antwort zu Nebelfrost

  1. Radelnder Uhu schreibt:

    Obwohl ich kein Winterfan bin, beneide ich Euch ein wenig um die eindrucksvollen Wetterphänomene 🙂

    Gefällt 1 Person

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