Fichtelbergwetter im Oktober 2017

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Der Oktober war auf dem Fichtelberg zu warm, viel zu nass und zu sonnenscheinarm. Während im Süden Deutschlands meist Hochdruckeinfluss dominierte, wurde das Erzgebirge von den Ausläufern atlantischer Tiefdruckgebiete beeinflusst, welche den Norden überquerten und neben reichlich Wolken und Regen auch Sturm brachten. So brachte am 05.10. das Orkantief XAVIER flächendeckend Orkanböen über Ost- und Norddeutschland. Der Brocken bekam mit einer maximalen Windspitze von 49,1m/s (178km/h) die volle Wucht des Orkans zu spüren, während der Fichtelberg am Sturmrand „nur“ noch 37,4m/s (135km/h) abbekam. Anders sah es mit HERWART aus, der am 29. dem Fichtelberg mit 177km/h die höchste deutschlandweite Windspitze bescherte und vor allem in den Wäldern oberhalb 800 Metern Höhe für enorme Schäden sorgte. HERWART war der stärkste Orkan seit KYRILL im Januar 2007. Beide Sturmtiefs reihen sich in der Liste der „Orkane und schwere Winterstürme über Deutschland“  ein.

Nach kaltem Monatsbeginn gab es zur Monatsmitte eine sehr warme Phase, wo es auf dem Fichtelberg am 17. mit 19.8 °C nochmals fast einen Bergsommertag (Temperaturmaximum >20°C) und vor allem sehr milde Nächte mit Tiefsttemperaturen über 10°C gab. Insgesamt lag das Monatsmittel mit 5,9°C um 1,4° über dem langjährigen Durchschnitt. Während im deutschlandweiten Mittel der Monat einer der zehn wärmsten Oktober seit 1881 war, belegte er in der 100-jährigen Fichtelbergstatistik sogar Platz 5. „Schuld“ sind die schon erwähnten warmen Nächte, in denen es im Tiefland bereits vereinzelte Nachtfröste gab. Zum Monatsende gab es den ersten Wintereinbruch und an den letzten beiden Tagen die ersten Frosttage (Temperaturmaximum <0°C) sowie mit maximal 3cm Höhe die erste Schneedecke des Jahres. Am 30. Oktober wurde mit -3,1°C auch die Monatstiefsttemperatur erreicht.

Der Monatsniederschlag lag bei 160,0 mm. Das sind 228 % des Monatsmittels von 70,3 mm. Den höchsten Tagesniederschlag gab es am 27. Oktober mit 17.3 mm. Die Sonne schien insgesamt 73.4 Stunden mit 56% gerade einmal der Hälfte des Normalwertes von 130.3 Stunden entspricht. Ursache sind in erster Linie die 26 Nebeltage, die der Sonne kaum eine Chance ließen.

Die höchste Windgeschwindigkeit des Monats wurde am 29. mit 176.4 km/h gemessen. Starker Wind (Windstärke 6) wehte an 30 Tagen und stürmischer Wind (Windstärke 8) an 13 Tagen.

Eine weitere Besonderheit des Monats waren Aschepartikel, die sich von einem Waldbrand über Portugal bis nach Deutschland ausbreiteten  (12) und für Lufttrübungen und ungewöhnliche Dämmerungen sorgten. (ch)

Monatswerte Fichtelberg

Wetterrückblick Olbernhau von Dirk Christoph

Deutschlandwetter im Oktober 2017, Pressemitteilung des DWD

Wetterrückblick des Observatoriums Hoher Peißenberg in den bayrischen Voralpen

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