Wüstensonne II

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Satellitenbild mit Rauchwolke über Norddeutschland. Quelle: University of Dundee

Da das gestrige Himmelsspektakel sehr außergewöhnlich war, möchten wir nochmals darauf eingehen.

Messungen haben inzwischen ergeben, dass Deutschland gestern hinsichtlich der Aerosolzusammensetzung zweigeteilt war. Demnach zogen die Rauchpartikel der portugiesischen Waldbrände zu den britischen Inseln und nach Norddeutschland und sorgten dort für einen milchig bedeckten Himmel mit roter Sonne, die örtlich kaum durch die Staubschicht hindurchzuscheinen vermochte. Die Temperaturen lagen unter dieser Staubdecke unter 20°C. In Sachsen, Thüringen, Hessen und südlich davon war die deutlich geringere Trübung überwiegend durch Saharastaub verursacht und machte sich hauptsächlich durch ungewöhnliche Dämmerungsfarben bemerkbar. Tagsüber konnte die Sonne allerdings nahezu ungehindert scheinen und bescherte vor allem den föhnigen Erzgebirgstälern einen letzten Sommertag mit Temperaturen über 25°C.

Auf der Karte der Temperaturverteilung als auch auf dem SAT-Bild wird diese Teilung deutlich, denn man sieht nur den Rauch über Norddeutschland in etwa 2-5km Höhe. Der Saharastaub ist dagegen nicht erkennbar.

Sarina Barth (die Tochter von Redakteur Matthias) verweilt gerade im englischen Bournemouth und berichtet von ihrer Beobachtung am Montag, 16.10.2017: „Der Himmel sah krass aus. Ich kam gerade aus einem Laden und alle haben an den Himmel gekuckt, weil die Sonne total rot war. Sie war feuerrot wie eine überreife Blutorange. Das war richtig faszinierend. Es hat gelb-orange angefangen und wurde innerhalb von ein paar Sekunden immer röter, so wie eine blutrote Sonne. Leider hatte ich keine richtige Kamera dabei, nur das Handy, welches die Stimmung nicht so richtig rüberbringt. Die Sonne und der Himmel und vor allem die schnelle Veränderung sah sehr faszinierend aus und hätte Euch auf jeden Fall gefallen“. (ch, mb)

 

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