Fichtelbergwetter April 2017

Das Monatsmittel im April lag auf dem Fichtelberg mit einer Abweichung von -0,3°C im Bereich des langjährigen Mittelwertes. Dennoch war der Monat von „normal“ weit entfernt. Auf dem Fichtelberg geht er mit einem Monatsmittel von 1,0°C als kältester seit 2001 (0,9°C) in die Statistik ein. Betrachtet man die einzelnen Dekaden, so war die erste die zwölftwärmste in der 101-jährigen Klimareihe der Wetterwarte Fichtelberg. Zudem wurden drei Tagestemperaturrekorde geknackt: am 1.4. das Tagesmittel von 11,0°C und das Minimum von 7,8°C sowie am 10.4. das Maximum von 16,4°C.

Dennoch gab es auch schon in der ersten zu warmen Dekade ein Auf und Ab. Nachdem Hoch MARRIT zum Monatsanfang für fast schon frühsommerliche Temperaturen mit bis zu 23°C in den Erzgebirgstälern sorgte, kehrte am 4.4. mit einem Kaltlufteinschub von Islandtief KIRK auf dem Erzgebirgskamm der Winter zurück. Am Morgen begann es auf dem Fichtelberg zu schneien und bis zum Abend fielen 6cm Neuschnee. Zum Dekadenende brachte Hoch ORTRUD ähnlich warme und sonnige Tage wie zu Monatsbeginn und bescherte dem Fichtelberg mit 16,4°C die Monatshöchsttemperatur. Der Schnee, der anfangs noch 28cm hoch in den Wäldern lag, verflüchtigte sich ziemlich schnell zu letzten Schneeflecken und die ersten Pflänzchen steckten ihre Köpfchen aus der Erde.

Pünktlich zur Osterwoche strömte mit dem Tief MARCEL über dem Baltikum kalte Meeresluft zu uns und sorgte für wechselhaftes Wetter. Allerdings kam das Erzgebirge im Gegensatz zu dem eingeweißten Nordosten des Landes mit einem blauen Auge davon. Zwischen einzelnen Schauern, die bis ins Flachland als Schnee oder Graupel fielen, schien immer mal wieder und zum Teil auch länger anhaltend die Sonne. Selbst auf dem Fichtelberg blieb der Schnee immer nur kurzzeitig liegen. Dennoch gab es in der Fichtelbergstatistik bisher nur sechs 2. Aprildekaden, die noch sonnenscheinärmer waren als die im April 2017.

In der dritten Dekade sorgten die Tiefs PETER und REINER für zwei Wintereinbrüche. So fielen auf dem Fichtelberg nochmals 27cm Schnee. Diese Schneehöhe ist zwar keinesfalls unnormal, aber es ist eher selten, dass der Schnee komplett weggeht und dann trotz schon erwärmten Boden in solchen beachtlichen Mengen wiederkommt. Meist dienen noch „Rücklagen“ aus dem vergangenen Winter als Auffangfläche für Neuschnee, wie zum Beispiel im April 1970, als in der dritten Monatsdekade noch 2,40 Meter Schnee den Gipfel einhüllten.

In der Monatstatistik gab es, im Gegensatz zum restlichen Land, auf dem Fichtelberg mit 139 Stunden zu wenig Sonne (68%) und mit 104,4mm zu viel Niederschlag (121%).  Der höchste Tagesniederschlag wurde am 04. April mit 15.6 mm gemessen. An 21 Tagen fiel der Niederschlag zumindest teilweise als Schnee und brachte an 24 Tagen eine Schneedecke. Es gab 6 Eistage (Höchsttemperatur < 0 °C) und 25 Frosttage (Tiefsttemperatur < 0 °C.).

Die höchste Windgeschwindigkeit des Monats wurde am 12. mit 89.3 km/h gemessen. Starker Wind (Windstärke 6) wehte an 21 Tagen und stürmischer Wind (Windstärke 8) an 7 Tagen. (ch)

Monatswerte Fichtelberg

Wetterrückblick Olbernhau von Dirk Christoph

Deutschlandwetter im April 2017, Pressemitteilung des DWD

Wetterrückblick des Observatoriums Hoher Peißenberg in den bayrischen Voralpen

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