Der Böhmische Wind

Teil II – Böhmischer Wind im Erzgebirge

Am nördlichen Abfall des Erzgebirges ist Süd-/Südostwind die zweithäufigste Windrichtung und als Böhmischer Wind bekannt. Besonders ausgeprägt ist er immer dann, wenn die eingeflossene Luftmasse im Böhmischen Becken ein paar Tage Zeit und Ruhe hatte, deren Eigenschaften anzunehmen – im Winter bodennah kalt und feucht.

Diese Windsituation kann über Tage, zum Teil Wochen anhalten und mit dem Wetterbericht Katz und Maus spielen. Alle sprechen von Tauwetter und Regen, aber im Elbtal und in der Lausitz  ist strahlend blauer Himmel und Frost. Das obere Osterzgebirge steckt in den Wolken, wobei sich dort starke Nebelfostablagerungen bilden können. Dazu pfeift ein eisiger Südwind, der zu enormen Schneeverwehungen führen kann. Zur gleichen Zeit sind aber am Nordrand des Erzgebirges rund um Annaberg-Buchholz, Chemnitz, Mittweida, Oederan, Aue und Stollberg im Erzgebirgsföhn 10 bis 15 Grad und Sonnenschein möglich (Zinnwald häufig -7°C, zum Teil auch kälter und Nebel, Fichtelberg +5°C und mehr, bei strahlendem Sonnenschein), während in Nordwestsachsen Wolken aufziehen, aus denen es etwas regnet.

Durch Föhnwirkung des Böhmischen Windes (besonders im Winter, Frühjahr und Herbst) haben die Gegenden um Annaberg, Aue, Chemnitz und Königsbrück, Kamenz, Bautzen, Löbau die meisten jährlichen Sonnenstunden in Sachsen aufzuweisen. (mb)

Teil I – Der Böhmische Wind und seine Entstehung

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