Fichtelbergwetter Dezember 2016

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Der Dezember war auf dem Fichtelberg zu warm, zu trocken und sehr sonnenscheinreich.

Im Dezember dominierten Hochdruckgebiete das Wetter, die für viel Sonne, vor allem in den Tälern aber auch häufig für sehr kalte Nächte und Nebel sorgten. An Weihnachten unterbrachen atlantische Tiefausläufer mit milder Luft und Regen sowie Sturm den Hochdruckeinfluss.

Die Temperaturabweichung von +3,0 gegenüber dem Monatsmittel von -0,9°C war eine der höchsten in Sachsen. Das ist vor allem auf die häufigen Inversionswetterlagen zurückzuführen, bei denen es meist auf den Bergen wärmer war als in den Tälern. Dennoch lag an 30 Tagen auf dem Gipfel eine geschlossene Schneedecke und machten somit den Fichtelberg zu einer Traumwinterinsel inmitten einer weiten grünen Landschaft (123). Lediglich die Zugspitze konnte mit etwas mehr Schnee aufwarten, der aber überwiegend aus dem vorherigen Monat in fast 3000 Metern „überlebte“. Ansonsten waren auch die Alpen häufig schneefrei und nur die beiden Erzgebirgsgipfel meldeten „Schnee und Rodel gut“. Das brachte zwar keine Wetterrekorde, aber sicher den einen oder anderen Besucherrekord, vor allem an den letzten Tagen des Monats ging es vor lauter Menschenmassen am Berg kaum noch vor uns zurück. Die Monatshöchsttemperatur von 8.2°C wurde am 20. gemessen, als der Fichtelberg oberhalb einer starken Inversionsschicht lag. Auch die Monatstiefsttemperatur war am 03. Dezember  mit -7.7°C verhältnismäßig warm. Dennoch gab es 12 Eistage (Höchsttemperatur <0°C) und 27 Frosttage (Tiefsttemperatur  <0°C).

Die Sonne schien mit 118,0 Stunden im Dezember länger, als im Oktober und November zusammen (97,6h)! Das entspricht 206% des Normalwertes. Damit war der Monat nach 1972 (134,4h) und 1963 (128,3h) der drittsonnigste Dezember in der 100-jährigen Fichtelbergstatistik. Kaum zu glauben, daß dennoch an 23 Tagen der Böhmische Nebel vorbei schaute oder tiefe Wolken zumindest vorübergehend den Gipfel einhüllten.

Der Monatsniederschlag lag mit 87.3mm 15% unter dem Normalwert. Dieser fiel an 18 Tagen, davon an nur 5 Tagen ausschließlich als Schnee, an 6 Tagen gab es Regen mit Glatteisbildung. Der höchste Tagesniederschlag wurde am 12. Dezember mit 19.5mm gemessen. Der anfängliche Regen ging schnell in Schnee über und brachte mit 12cm Neuschnee den höchsten 24-stündigen Schneezuwachs des Monats. Für die größte Gesamtschneemenge sorgte Tief BARBARA am 29. des Monats mit 36 cm.

Das kleine Sturmtief THERESA, welches sich über der Ostsee formierte, dann südwärts zog und das Erzgebirge streifte, brachte am 02. mit 127 km/h die größte Windspitze des Monats. Insgesamt wurde im Mittel an 25 Tagen Windstärke 6 und an 11 Tagen Windstärke 8 registriert.

Außergewöhnlich war die hohe Anzahl an Tagen mit ungewöhnlich guten Sichtweiten . An 16 Tagen war die Sichtweite größer als 100km, an 9 Tagen betrug sie 150km und an 2 Tagen wurden die entferntesten Sichtziele >200km gesehen (123). Oberhalb der Inversionsschicht kam es an 5 Tagen zu Luftspiegelungen und an 6 Tagen wurde an der aufgehenden oder untergehenden Sonne der Grüne Strahl beobachtet (Artikel folgt). 4 Mal dokumentierten verschiedene Fotografen und Webcams am Rande des Böhmischen Nebels Eisnebelhalos, die schönsten am 15. und 16.12. (ch)

Monatswerte Fichtelberg

Wetterrückblick Olbernhau von Dirk Christoph

Deutschlandwetter im Dezember 2016, Pressemitteilung des DWD

Wetterrückblick des Observatoriums Hoher Peißenberg in den bayrischen Voralpen

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