2017 – Das Wetter in Olbernhau von Dirk Christoph

März 2017

Zwischenablage01

März, das bedeutet wohl vor allem Sehnsucht auf den Frühling. Das Wetter ist aber, trotz des spürbar höheren Sonnenstandes, oft noch nicht so weit wie unsere Erwartungen. Von Neuschnee oder bis zu zweistelligen Minustemperaturen, im März alles eher normal als die Ausnahme, wurde die Region dieses Jahr verschont. Dennoch fehlte zunächst offenbar etwas: reichlich Sonnenschein. Immer wieder sorgten Tiefausläufer für insgesamt fünf Starkwindtage bis zu Windstärke sieben. Kräftige Regengüsse am 9./ 10. März und am 18./ 19. März wechselten sich mit tagelangen Trockenphasen ab. Immerhin schaffte es der März seit acht Jahren wieder einmal das Niederschlagssoll zu erfüllen und zwar mit genau 100 Prozent. Die Tageshöchsttemperaturen lagen dabei anfangs etwa im Trend, denn in der der ersten Monatsdekade sollte man nicht mehr als knapp sechs Grad erwarten, in der zweiten reichlich sieben Grad.

So schritt der Monat voran und die Frühlingsmarke von 15 Grad war immer noch nicht erreicht. Das änderte sich wie auf Knopfdruck mit der Umstellung der Uhren auf die Sommerzeit (26. März) schlagartig. Die Sonne war nun nicht mehr zu bremsen. Sie schien an den letzten acht Tagen des Monats mit 65 Stunden mehr als im gesamten Monat bisher und machte ihr Defizit mehr als wett. Die Temperaturen stiegen von Tag zu Tag und erreichten am letzten Tag des Monats 20,8 Grad. Das ist zwar kein Rekord, aber über 20 Grad im März sind dennoch relativ selten. Ohne den kräftigen Südost-Wind wäre sicher noch mehr möglich gewesen, vielleicht sogar ein neuer März-Rekord. Den hält in Olbernhau der 16. März 2012 mit 21,5 Grad. Der wärmste März, und damit entzieht sich die Region ein wenig dem Deutschlandtrend, war jener von 2014 mit noch 0,4 Grad mehr im Monatsmittel.

Statistik:

Monatsmittel-Temperatur: 5,4°C (2,7 Grad über dem Mittel)
Temperatur-Minimum: minus 4,7°C (am 12. März)
Temperatur-Maximum: 20,8°C (am 31. März)
Frosttage: 14 (Tagesminimum <0°C)
Bodenfrosttage: 17 (Tagesminimum <0°C in 5cm)
Eistage: 0 (Tagesmaximum <0°C)
Sonnenstunden: 123 (135 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 63,0 l/m² (100 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 13
Tageshöchstmenge: 17,3 l/m² (am 18. März)


Februar 2017

Muskelkater vom Schneeschippen bekam man im Februar keinen mehr. Denn eigentlich war der richtige Winter, obwohl vielfach wohl etwas anders empfunden, am 17. Januar nach zwei Wochen mit reichlich Schneefall schon vorbei. Der Februar, der im Durchschnitt zweitkälteste Monat des Jahres, legte in punkto Schnee nichts nennenswertes nach. Da sich die Sonne zunächst tagelang gar nicht oder nur sporadisch zeigte, hatte die immer noch einen halben Meter hohe Restschneedecke, das Erbe des Januar, nichts zu befürchten. Die Tagestemperaturen, mal im positiven, mal im negativen Bereich verringerten die Schneehöhe nur sehr langsam. Allerdings litt mit fortschreiten des Monats die Qualität immens. Bis zum 16. Februar trat durchgehend Nachtfrost oder zumindest
Bodenfrost auf. So verharschte die tags angetaute Schneeoberfläche sehr stark. Gegen diesen fast betonharten Schnee konnte auch die Sonne, die vom 13.bis 16. Februar den ganzen Tag vom wolkenlosen Himmel strahlte, wenig ausrichten. Die Temperaturen schafften es am 15. und 16. schon mal auf 12 Grad. Durch kräftigen böhmischen Wind fühlte es sich aber deutlich kühler an. Frostfreie Nächte ab 17. und Regen ließen dem Schnee schließlich keine Chance. Am 21. Februar lagen nur noch letzte Reste. Ganz geschlagen wollte sich der Winter dennoch nicht geben. Mit Abzug von Sturmtief Thomas, das am 24. auch in Olbernhau Böen der Stärke 7 verursachte, kam es zu einem kleinen Winterrückfall. Die Temperatur stürzte ab 16:20 Uhr binnen weniger Minuten in den Minusbereich. Dazu setzte kräftiger Schneefall ein. Nach einer Stunde hatte sich eine zwei Zentimeter dünne Schneedecke gebildet, die jedoch nur die Nacht über Bestand hatte. Mit erneut zweistelligen Tagestemperaturen verabschiedete sich ein deutlich zu milder Februar.

Statistik:

Monatsmittel-Temperatur: 1,8°C (2,5 Grad über dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: minus 6,1°C (am 9. Februar)
Temperatur-Maximum: 12,3°C (am 16. Februar)
Frosttage: 16 (Tagesminimum <0°C)
Eistage: 6 (Tagesmaximum <0°C)
Sonnenstunden: 82 (131 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 38,2 l/m² (65 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 12
Tageshöchstmenge: 7,5 l/m² (am 17. Februar)
Tage mit geschlossener Schneedecke: 21


Januar 2017

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Einer Reihe zu milder Winter folgte nun wieder einmal ein Januar, der nahezu alle Register zog. Nach einer kalten Neujahrsnacht schien die Sonne am ersten Tag des Jahres von einem makellos blauen Himmel und erwärmte die Luft bis auf fünf Grad. Doch das war eine Abschiedsvorstellung, denn sowohl positive Temperaturen als auch Sonnenschein gab es bis zum Ende der ersten Dekade nicht mehr. Schon am 2. Januar abends lagen sechs Zentimeter Schnee, und das war erst der Anfang. Bis zur Monatsmitte häufte Frau Holle 65 Zentimeter Schnee an. Die Verursacher der heftigen Schneefälle waren keine normalen Tiefs, sondern Sturmtiefs. Wind und Schnee bilden für den Straßenverkehr, vor allem im Gebirge, nicht gerade eine Wunschkonstellation. Besonders toll trieben es beide am Freitag dem 13. Januar mit 12 Zentimeter Neuschnee über den Tag und Böen über 80 km/h in freien Lagen. Doch Besserung nahte. Hoch Brigitta hielt ab 18. Januar alle Tiefs fern. Es begann eine zwölftägige schneefallfreie Etappe. Die Sonne konnte sich komplett entfalten und für eine Winter-Märchenlandschaft sorgen. Die Tagestemperaturen verblieben zumeist unter Null. Vor allem aber in den Nächten sackten die Werte deutlich in den Frostbereich, teils bis minus 18 Grad. Für eine leichte Frostabschwächung, allerdings nur auf dem Thermometer, sorgte ab 26. Januar kräftiger böhmischer Wind. Er verwehte den Schnee und es ergab bei gemessenen minus drei Grad eine gefühlte Temperatur unter minus 20 Grad. Mit erneuten Schneefällen an den letzten beiden Tagen verabschiedete sich der Januar und ließ erahnen, das wird es wohl noch nicht gewesen sein mit dem Winter. Sucht man nach vergleichbar schneereichen Januar Monaten muß man schon bis zum Jahr 2002 zurückblättern und zuletzt so kalt war der Januar 2010.

Statistik:

Monatsmittel-Temperatur: -4,7°C (3,1 Grad unter dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: -18,6°C (am 7. Januar)
Temperatur-Maximum: 6,1°C (am 29. Januar)
Frosttage: 30 (Tagesminimum <0°C)
Tage mit strengem Frost: 9 (Tagesminimum <-10°C)
Eistage: 21 (Tagesmaximum <0°C)
Sonnenstunden: 72 (171 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 82,6 l/m² (125 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 15
Tageshöchstmenge: 15,9 l/m² (am 4. Januar)
Tage mit geschlossener Schneedecke: 30


Wetterrückblicke von Olbernhau 2016