2018 – Das Wetter in Olbernhau von Dirk Christoph

Jahresrückblick 2018

Das Jahr begann gleich rekordverdächtig mit ungewöhnlich milden 8 Grad um Mitternacht. Zwölf Starkwindtage gab es zu verzeichnen, davon zwei Sturmtage. Auf den Tag genau elf Jahre nach Orkan Kyrill fegte am 18. Sturmtief Friederike übers Land. Bis zu 19 Zentimeter Schnee am 20. Januar waren nur ein Intermezzo für wenige Tage, da es ab 24. mehrfach über 10 Grad warm wurde.

Dem wärmsten Januar seit elf Jahren folgte der kälteste Februar seit sechs Jahren. Gleichzeitig legte schon dieser Monat mit nur 8,8 Litern Niederschlag pro Quadratmeter den Grundstein für das zweittrockenste Jahr nach 2003 seit Aufzeichnungsbeginn in Olbernhau von 1951. Ein Schneeschauer brachte lediglich einen Zentimeter Schnee zusammen, der den gesamten Monat über weder Zuwachs bekam, noch die Chance hatte bei eisigen Temperaturen abzutauen. In den Nächten sank das Thermometer auf bis zu minus 17,5 Grad und selbst am Tage schafften es die Werte mitunter nicht über minus 8 Grad anzusteigen. Die Sonnenscheinbilanz dazu fiel grandios aus und übertraf dabei die Vormonate November bis Januar zusammen.

Von seiner kalten Seite zeigte sich auch der März. Mehrfach sanken die Nachttemperaturen in den strengen Frostbereich unter minus 10 Grad. Schnee spielte wiederum keine große Rolle. Nur um den 20. herum gab es ein paar Tage mit bis zu 7 Zentimetern.

Mit einer positiven Abweichung von 5,3 Grad war ein April noch nie so warm wie 2018. Nach leichtem Frost am 6. trieb die unermüdliche Sonne mit ihrem fast doppelten Anteil gegenüber dem Soll die Temperaturen zwei Wochen später auf bisher nie erreichte Höhen von 25,9 Grad- ein Sommertag! Nur ein Tag mit richtig viel Regen (25 Liter am 16.) bedeutete erneut viel zu wenig für die um einige Wochen früher erwachende Flora.

Obwohl die Eisheiligen ausfielen und vier Sommertage bis zu 27,7 Grad keine neuen Rekorde hervorbrachten, führte die Temperaturkonstanz zu einem um knapp 3 Grad zu warm Monat Mai. Die Trockenheit, denn wieder fiel deutlich weniger als die Hälfte des Solls, wurde immer mehr zum Dauerthema.

Das änderte sich im Juni mit einer ausgeglichenen Niederschlagsbilanz, aber nur rein statistisch. Denn am 1. zog ein Hagelunwetter über große Teile der Stadt Olbernhau und richtet wohl vor allem an den Pflanzen mehr Schaden an, als daß die 51 Liter pro Quadratmeter binnen weniger als einer Stunde hätte nützen können. Mit acht Sommertagen könnte der erste meteorologische Sommermonat durchaus glänzen, wären da nicht einige Tage mit Höchsttemperaturen deutlich unter 15 Grad gewesen. Negativspitzenreiter war hier der 23. mit lediglich 11 Grad.

Nach dem letzten nennenswerten Regen am 10. Juli, bei bis dahin noch verhaltenen Temperaturen, drehte der Sommer in der Folge so richtig auf. Während der Hundstage (23. Juli bis 23. August), an die sich der Sommer recht korrekt hielt, wurden 25 Sommertage (über 25 Grad) und davon 12 heiße Tage (über 30 Grad) registriert. Für das Jahreszeitenmittel bedeutet es zudem, daß der Sommer 2018 den alleinigen Spitzenplatz eingenommen hat. Noch vor den eng beieinander liegenden Sommer der Jahre 2015 und 2003. Neben den positiven Seiten der angenehmen Sommerwärme und der grandiosen Sonnenscheinbilanz aller drei Sommermonate rückten immer mehr die Probleme der immensen Trockenheit in den Vordergrund. Auch der Juli und August hatten jeweils nur rund ein Drittel der üblichen Regenmenge gebracht. Bis Ende August fehlten seit Jahresbeginn rund 220 Liter pro Quadratmeter. Die Menge von drei Monaten.

Im September wurde es nach kühlem Start von Tag zu Tag sonniger und wärmer und vom 10. bis 21. September erlebte die Region eine Spätsommerphase die in den zurückliegenden vier Jahrzehnten Ihresgleichen sucht. In diesem Zeitraum stieg die Temperatur acht Mal über die Sommertagsmarke von 25 Grad. So oft wie noch nie zuvor. Dazu gab es am 20. September mit 28,5 Grad den wärmsten Tag in einer zweiten Septemberdekade. Dieser Tag hatte es insgesamt in sich, war er doch mit 20,3 Grad im Tagesmittel der wärmste je gemessene Septembertag. Doch der Monat

war der Rekorde und Ereignisse noch nicht müde. Mit Durchzug von Tief „Elena“ stürzten die Temperaturen um rund zwanzig Grad ab. Am 24. September zeigte das Thermometer zur Mittagszeit nur noch 7 Grad an. Tags zuvor fegte Sturmtief „Fabienne“ mit kräftigen Schauern und Gewittern hinweg, das andernorts im Erzgebirge immense Schäden verursachte. Im krassen Gegensatz zu den noch vor Tagen herrschenden Sommertagen gab es am 26. mit minus 1,4 Grad den kräftigsten Frost in einem Septembermonat seit zehn Jahren.

Die Rekorde hielten sich auch Monatsübergreifend. Vom 25. September bis 21. Oktober regnete es an fünf Tagen gerade einmal 1,5 Liter pro Quadratmeter. Föhn-Wind ließ die Temperatur mehrfach über die 20-Grad-Marke klettern. Sturmtief Siglinde brachte am 24. endlich mit über 18 Litern etwas nennenswerten Regen bevor ein Temperatursturz am 28. für einen nur wenige Stunden währenden Wintereinbruch mit dünner Schneedecke sorgte.

Die schon das ganze Jahr währende Trockenheit fand im November mit weniger als einem Viertel der üblichen Menge ihren Höhepunkt. Als es am letzten Tag des Monats mit 8,5 Litern mehr als im gesamten Monat vorher regnete, fiel dieser Regen auf den durch einige Tage Dauerfrost tiefgefrorenen Boden. Alles wurde binnen kurzer Zeit von einem rund einen Zentimeter dicken Eispanzer überzogen.

Der Dezember paßte nicht ins Schema das Jahres. Er fiel zwar, wie neun weitere Monate auch, zu warm aus. Beim Sonnenschein fehlte ihm allerdings etwa ein Drittel und die Niederschlagsmenge lag mit 168 Prozent deutlich über dem Soll. Mit einer Matschschneedecke und Temperaturen um 0 Grad gab es sogar etwas weiße Weihnachten.

Das Jahr insgesamt schließt mit einer Rekordmitteltemperatur von 9,2 Grad. Mit 586 Litern pro Quadratmeter fielen an lediglich 139 Tagen nur 68 Prozent der langjährigen durchschnittlichen Niederschlagsmenge. Die Sonnenscheindauer liegt mit 1818 Stunden an 291 Tagen bei 136 Prozent und somit auf Platz drei hinter 2003 und 2011. Es wurden 45 Sommertage über 25 Grad registriert. Davon erfüllten 12 das Kriterium heißer Tag über 30 Grad, was jeweils Platz zwei bedeutet.

Statistik:

Jahresmittel-Temperatur: 9,2°C (1,3 Grad über dem 30 jähr. Mittel)
Temperatur-Minimum: minus 17,5°C (am 28. Februar)
Temperatur-Maximum: 32,9°C (am 8. August)
Frosttage: 97 (Tagesminimum <0°C)
Eistage: 30 (Tagesmaximum <0°C)
Sommertage: 45 (Tagesmaximum >25°C)
heiße Tage: 12 (Tagesmaximum >30°C)
Sonnenstunden: 1818 (136 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 586,0 l/m² (68 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 139
Tageshöchstmenge: 51,0 l/m² (am 1. Juni)
Tage mit erheblichen Niederschlagsmengen: 2 (>20 l/m² in 24Std.)
Tage mit geschl. Schneedecke: 68
Gewittertage: 46


Dezember 2018In das Muster, in das man 2018 fast jeden Monat hätte stecken können, paßte der Dezember über weite Strecken überhaupt nicht hinein. Die Sonne kam kaum zum Zuge und der übers Jahr so dringend benötigte Niederschlag fiel nun mit 168 Prozent vom 30-jährigen Mittel sehr überdurchschnittlich aus. Einzig die Temperaturen folgten dem Jahrestrend. Somit schließen zehn Monate des Jahres zum Teil deutlich zu warm ab, was nicht ohne Folgen für die Jahresmitteltemperatur blieb. Diese fällt mit 9,2 Grad so warm aus wie noch nie zuvor.

Auf bis zu 11 Grad stiegen die Höchstwerte in der ersten Monatsdekade des Dezember. Sechs frostige Tage in Folge und einige kräftige Schneeschauer ließen zu Beginn des zweiten Drittels sogar eine bis zu zwölf Zentimeter dicke Schneedecke zu. Sehr milde Luft schien den Traum von weißer Weihnacht platzen zu lassen, denn am Abend des 21. war alles weggetaut. Doch pünktlich zu Heiligabend setzte bei 0 Grad Schneefall ein, der zwar naß und matschig war, aber immerhin liegenblieb. Erst am zweiten Weihnachtsfeiertag fiel er unangenehmen Nieselregen bei Plusgraden zum Opfer. Tiefhängende graue Wolken bestimmten größtenteils das Wolkenbild des Monats, das auch oft Schauer oder Nieselregen verursachte. Zum Teil auch in größeren Mengen, denn vier der insgesamt 13 Tage des Jahres mit Niederschlag über zehn Liter entfallen auf den Dezember. Die Sonne hatte deshalb meist das Nachsehen und blieb deutlich unter dem Soll.

Statistik

Monatsmittel-Temperatur: 2,1°C (1,8 Grad über dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: -9,1°C (am 13. Dezember)
Temperatur-Maximum: 11,3°C (am 3. Dezember)
Frosttage: 16 (Tagesminimum <0°C)
Bodenfrosttage: 19 (Minimum in 5cm <0°C)
Eistage: 4 (Tagesmaximum <0°C)
Sonnenstunden: 22 (70 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 129,4 l/m² (168 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 25
Tageshöchstmenge: 15,9 l/m² (am 22. Dezember)
Tage mit geschlossener Schneedecke: 15


November 2018

Der Abt Mauritius Knauer, der „Erfinder“ des hundertjährigen Kalenders, würde sich über die- wie wir jetzt wissen- zufällige Übereinstimmung nach sieben Jahren wohl sicher freuen. Seiner Meinung nach bedurfte es keiner Beobachtung des Wetters über hundert Jahre, denn schon nach sieben Jahren wiederhole es sich. Der November 2011 war im Durchschnitt etwas zu mild, viel zu sonnenscheinreich und mit nur 0,7 Litern Niederschlag, der zudem als gefrierender Regen fiel, der trockenste November seit Aufzeichnungsbeginn. Nun, sieben Jahre später, läßt sich eine Ähnlichkeit nicht leugnen.
Das erste Monatsdrittel des diesjährigen November gehörte zu den drei wärmsten der vergangenen 40 Jahre. Fast alle Tage lagen mit 10 bis 13 Grad deutlich oberhalb der zu erwartenden Tageswerte. Auch Nachtfrost war kein Thema.

Auch das Dauersorgenkind des Jahres, die enorme Trockenheit, erfuhr im November keine Änderung, im Gegenteil. Nach dem sicher unantastbaren Negativrekord von vor sieben Jahren belegt der November 2018 mit lediglich 15,2 Litern pro Quadratmeter den dritten Platz in der Olbernhauer Chronik seit 1951. Die drei Herbstmonate September bis November schafften zusammen mit 88 Litern nur rund eine Monatsmenge. Nach den ersten Nächten mit mäßigem Frost zur Monatsmitte reichte es am 20. vorübergehend für eine vier Zentimeter dünne Schneedecke. Richtig kritisch wurde es aber am letzten Tag des Monats. Nach tagelangem Böhmischen Wind, der auch am Tage die Temperaturen nicht aus den Minusgraden herausließ, überquerte am 30. November nach 13 Uhr eine Regenfront die Region. Straßen, Autos, Gebäude, Bäume, einfach alles wurden bis in die Nacht hinein mit einem bis zu einen Zentimeter dicken Eispanzer überzogen.

Statistik
Monatsmittel-Temperatur: 3,8°C (0,9 Grad über dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: minus 8,6°C (am 28. November)
Temperatur-Maximum: 12,7°C (am 11. November)
Frosttage: 13 (Tagesminimum <0°C)
Bodenfrosttage: 15 (Minimum in 5cm <0°C)
Eistage: 4 (Tagesmaximum <0°C)
Sonnenstunden: 64 (132 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 15,2 l/m² (24 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 7
Tageshöchstmenge: 8,5 l/m² (am 30. November)
Tage mit vorübergehend geschlossener Schneedecke: 3


Oktober 2018

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Nach einem kleinen Knick in der Temperaturkurve zu Beginn des Monats kam der offensichtlich nicht enden wollende Sommer auch im Oktober noch einmal richtig in Schwung. Bis zur Monatsmitte kletterten die Tagestemperaturen fünfmal über die Zwanzig- Grad- Marke. Als sehr behilflich erwies sich dabei ausgerechnet der üblicherweise berüchtigte kalte südost-, also der böhmische Wind. Doch da das böhmische Becken noch nicht mit kalter Luft gefüllt war, trat auch im Flöhatal durch den kräftigen Wind ein gewisser Föhn- Effekt auf. Die Sonne war mitunter bis zu zehn Stunden täglich präsent und konnte bis zum 15. Oktober mehr als zwei Drittel der insgesamt sehr üppigen Bilanz verbuchen. Im Umkehrschluß läßt es sich nicht schwer erahnen: Die ungewöhnliche Trockenheit des Sommers setzte sich fort. Vom 25. September bis 21. Oktober fielen verteilt auf 5 Tage gerade einmal 1,5 Liter pro Quadratmeter. Erst mit Durchzug von Sturmtief Siglinde fiel am 24. Oktober mit über 18 Litern wieder einmal eine größere Menge. Doch bis Monatsende hielten sich die Mengen bei weiteren Schauern in Grenzen, so daß auch der Oktober sein Soll nur zu reichlich 60 Prozent erfüllte.

Eine kleine, aber sehr wetterwirksame Kaltfront brachte am Abend des 28. Oktober für nur wenige Stunden einen kurzen Wintereinbruch. Bei einer Temperatur von nur wenigen zehntel Grad im Plus konnte sich bis ins Tal eine 1 Zentimeter dünne Schneedecke bilden. Doch schon über Nacht schmolz alles wieder dahin. Am Folgetag, speziell am Abend, stieg die Temperatur schon wieder auf ungewöhnlich milde 14 Grad an.

Statistisch gesehen ist der Oktober mittlerweile der achte zu warme, zu trockene und auch deutlich zu sonnenscheinreiche Monat des Jahres 2018.

Statistik

Monatsmittel-Temperatur: 9,8°C (1,5 Grad über dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: minus 2,0°C (am 22. Oktober)
Temperatur-Maximum: 21,4°C (am 11. Oktober)
Frosttage: 1 (Tagesminimum <0°C)
Bodenfrosttage: 3 (Tagesminimum <0°C in 5cm)
Sonnenstunden: 140 (133 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 33,2 l/m² (62,6 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 11
Tageshöchstmenge: 18,3 l/m² (am 24. Oktober)


September 20181809

An das Ende des meteorologischen Sommers am 31. August schien sich auch das Wetter halten zu wollen. Der September begann herbstlich kühl, regnerisch und grau. Letzteres, das heißt zwei Tage in Folge ohne einen Sonnenstrahl (1. und 2. September), gab es den ganzen Sommer 2018 nicht. Doch das sollte nur eine kurze Pause sein. Von Tag zu Tag wurde es sonniger und wärmer und am 10. September war der Sommer mehr denn je zurück. Bis zum 21. erlebte auch die Region eine Spätsommerphase wie sie in den zurückliegenden vier Jahrzehnten Ihresgleichen sucht. In diesem Zeitraum stieg die Temperatur acht Mal über die Sommertagsmarke von 25 Grad. So oft wie noch nie zuvor. Dazu gab es am 20. September mit 28,5 Grad den wärmsten Tag in einer zweiten Septemberdekade. Dieser Tag hatte es insgesamt in sich, war er doch mit 20,3 Grad im Tagesmittel der wärmste je gemessene Septembertag. Im Vorfeld einer herannahenden Kaltfront stieg am Abend die Temperatur sogar noch stetig von 18,5 Grad gegen 21 Uhr bis auf 21,5 Grad um Mitternacht an. Werte, die man selbst im Hochsommer selten findet. Doch der Monat war der Rekorde und Ereignisse noch nicht müde. Mit Durchzug von Tief „Elena“ stürzten die Temperaturen um rund zwanzig Grad ab. Am 24. September zeigte das Thermometer zur Mittagszeit nur noch 7 Grad an. Tags zuvor brachte Sturmtief „Fabienne“ kräftige Schauer und Gewitter mit Windböen, die örtlich immense Schäden verursachten. Im krassen Gegensatz zu den noch vor Tagen herrschenden Sommertagen gab es am 26. mit minus 1,4 Grad den kräftigsten Frost in einem Septembermonat seit zehn Jahren.

Statistik

Monatsmittel-Temperatur: 13,7°C (1,3 Grad unter dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: -1,4°C (am 26. September)
Temperatur-Maximum: 28,6°C (am 12. September)
Frosttage: 2 (Tagesminimum <0°C)
Bodenfrosttage: 3 (Tagesminimum <0°C in 5 cm über Boden) Sommertage: 8 (Tagesmaximum >25°C)
Sonnenstunden: 177 (130 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 39,8 l/m² (60,3 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 11
Tageshöchstmenge: 10,1 l/m² (am 24. September)
Tage mit Gewitter: 3


August 2018

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Schon in der Antike waren die Hundstage (23. Juli bis 23. August) als die wärmsten Tage des Jahres bekannt. Allerdings dürften sie sich- damals wie heute- wohl selten so akkurat an den Kalender gehalten haben wie in diesem Jahr. Genau am 23. Juli begann mit der Höchsttemperatur des Tages von 25,9 Grad eine Hochsommerphase die erst am 23. August mit 31,3 Grad sein Ende fand. Von diesen 32 Tagen waren für Mittelgebirgsverhältnisse recht ungewöhnlich- 25 Tage sogenannte Sommertage über 25 Grad. Die Kategorie heißer Tag, 30 Grad oder mehr müssen es dafür sein, erfüllten zwölf Tage. Allein zehn davon steuerte dieser Berichtsmonat August bei. Allerdings genügt das nicht um den August-Spitzenreiter 2015 vom Thron zu stoßen, der noch 0,6 Grad wärmer ausfiel. Prekär weiterhin die Trockenheit, die auch hierzulande- mit Ausnahme einiger von Unwettern heimgesuchter kleinerer Regionen- nahezu beispiellose Ausmaße annahm. In Olbernhau muß man schon bis zum Jahre 1959 zurückblättern, um einen noch geringfügig trockeneren Sommer zu finden. Bezieht man das Frühjahr ab dem Monat April mit ein, stehen lediglich 57 Prozent an Niederschlag zu Buche. In Litern pro Quadratmeter sind es 182 die fehlen, also fast drei Monatsmengen.

Die größte Tagesmenge fiel in der Nacht vom 17. zum 18. August mit knapp 20 Litern während eines imposanten sehr blitzintensiven Gewitters. Dies half vorübergehend, war aber angesichts weiterer ausbleibender Regenfälle zu wenig. Ab 24. verabschiedete sich zwar der Sommer im August mit halbierten Tagestemperaturen und deutlich weniger Sonnenschein. Nennenswerte Niederschläge oder gar der ersehnte Landregen blieben aus.


Juli 2018

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Mit 19,8 Grad eine tropische Nacht knapp verfehlt und neun Sommer- bzw. Hitzetage in Folge- angesichts solch hochsommerlichen Verhältnissen Ende Juli ist der Monatsbeginn schon fast ein wenig in Vergessenheit geraten. Die ersten drei Tage starteten zwischen 3,4 und 4,4 Grad am frühen Morgen alles andere als sommerlich. Auch die Tagestemperaturen schafften gerade so 18 bis 24 Grad. Zwei Sommertage bis 28 Grad waren am 4. und 5. Juli nur die Ausnahme, die bis Monatsmitte nicht annähernd wieder erreicht wurden. Dafür gab es am 10. Juli bei kühlen knapp 16 Grad mit 14,3 Litern pro Quadratmeter dringend benötigten Regen. Bis auf unbedeutende Mengen in Form kurzer Schauer sollte es das aber auch bis Monatsende vor Ort gewesen sein. Die Trockenheit spitzte sich, wenn auch nicht so dramatisch wie im Tiefland, dennoch auch im Erzgebirge zu. Seit Jahresbeginn bis Ende Juli fielen in Olbernhau nur 335 statt der Normalmenge von 519 Litern. Dazu kamen nun auch in der Region mit Beginn der Hundstage (23. Juli bis 23. August) nahezu täglich höher steigende Temperaturen. Ohne die dritte Monatsdekade lag der Juli noch leicht unter dem langjährigen Mittel. Diese Dekade, die zweitwärmste Sommerdekade seit 1977, hatte es jedoch in sich und machte mehr als alles wett. In Summe ist der Juli 2018 zwei Grad wärmer als normal. Rekorde traten dabei allerdings keine auf. An den letzten beiden Tagen, den wärmsten des Monats, verhinderten Quellwolken am Nachmittag noch höhere Werte als die erreichten 32,8 Grad. Der Juli-Rekord aus dem Jahre 2007 mit 33,9 Grad blieb somit unangetastet. Den gesamten Monat über leistete die Sonne eine erhebliche Anzahl an Überstunden. Wärme, Sonne und mit nur 30 Litern der vierttrockenste Juli seit 1951 ließen die Natur massiv dürsten.

Statistik

Monatsmittel-Temperatur: 18,4°C (2,0 Grad über dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: 3,4°C (am 2. Juli)
Temperatur-Maximum: 32,8°C (am 31. Juli)
Sommertage: 15 (Tagesmaximum >25°C)
heiße Tage: 2 (Tagesmaximum >30°C)
Sonnenstunden: 279 (163 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 30,3 l/m² (33 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 8
Tageshöchstmenge: 14,3 l/m² (am 10. Juli)
Tage mit Gewitter: 5


Juni 2018

Den auf Grund der anhaltenden Trockenheit im Frühjahr benötigten Landregen gab es auch im Juni nicht. Dafür, wie schon im Mai, sehr regional mitunter unwetterartige Gewitter mit großen Regenmengen in sehr kurzer Zeit. Am 1. Juni erwischte es Teile von Olbernhau. An der Meßstation kam mit 51 Litern pro Quadratmeter deutlich mehr Wasser vom Himmel als im gesamten Monat Mai. Der Großteil ergoß sich binnen 40 Minuten als Starkregen der kurzzeitig mit Hagel vermischt war. Den letzten Regen dieser Dimension in so kurzer Zeit gab es vor elf Jahren, am 22. Mai 2007.

Weitestgehend trocken und mit bis zu 27 Grad angenehm warm verlief der Rest der ersten Monatsdekade. Recht kühl hingegen zeigten sich drei Tage (12. bis 14.), die mit einem ergiebigen nächtlichen Regen begannen. Es sollte wohl die Schafskälte sein, die sich damit zumindest pünktlich gezeigt hätte. Doch das stimmte nicht so ganz. Nach einer Woche mit gemäßigter Wärme stellte sich mit einer nördlichen Luftströmung eine dreitägige (22. bis 24.) noch deutlich kältere Phase ein. Den negativen Höhepunkt markierte dabei der 23. Juni, der mit seiner Höchsttemperatur nicht über 11,2 Grad hinauskam. Das entspricht in etwa dem normalen Temperaturniveau von Ende Oktober! So ganz einmalig sind aber auch Ende Juni solche über einige Tage andauernde Kaltlufteinbrüche nicht. Vergleichbares findet man zum Beispiel 2013 und 1996. Dennoch schließt der Juni insgesamt mit einem komfortablen Temperatur-Plus von 1,1 Grad gegenüber dem langjährigen Mittel ab. Die Niederschlagsbilanz ist nur dank des Starkregens vom 1. Juni etwas über dem Soll. Ohne diesen würde erneut die Hälfte fehlen.

Statistik

Monatsmittel-Temperatur: 16,2°C (1,1 Grad über dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: 6,0°C (am 15. Juni)
Temperatur-Maximum: 27,4°C (am 9. Juni)
Sommertage: 8 (Tagesmaximum >25°C)
heiße Tage: 0 (Tagesmaximum >30°C)
Sonnenstunden: 179 (105 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 96,8 l/m² (109 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 13
Tageshöchstmenge: 51,0 l/m² (am 1. Juni)
Tage mit Gewitter: 4


Mai 2018

0518O

Frühblüher schon vor den Eisheiligen (11. bis 14. Mai) ins Freie pflanzen, oder lieber abwarten? In diesem Jahr stellte das kein Problem dar. Die kalten Gesellen fanden sich nicht so richtig ein, denn mit genau Null Grad am Boden und 1,4 Grad in zwei Metern Höhe gab es bereits am 6. Mai die Monatstiefsttemperatur. Danach war Frost absolut kein Thema mehr. Die Natur setzte ihren Frühlings-Schnelldurchlauf fort, den sie im Rekord-Monat April begonnen hatte. Die Sonne heizte schon in der ersten Mai-Dekade tageweise teils über 14 Stunden kräftig ein. Das provozierte am 9. und 10. Mai die ersten Gewitter. Der dabei gefallene und dringend benötigte Regen hielt sich aber mit Mengen unter zwei Liter pro Quadratmeter sehr in Grenzen. Und das setzte sich den gesamten Monat über auch so fort. Es gab zwar für einen Mai mit zehn Gewittertagen überproportional viele, doch eben auch nur zehn Niederschlagstage, die nur 42 Prozent der monatsüblichen Menge brachten. Lokale Unwetter mit hohen Regenmengen verschonten die Region.

Ab 20. Mai legten die Tageshöchsttemperaturen weiter zu und erreichten nun täglich mindestens 20 Grad. Auch vier Sommertage mit 25 Grad oder mehr wurden gemessen. Diese Anzahl ist allerdings, genau wie die Monatshöchsttemperatur von 27,7 Grad, kein Rekord. Dennoch erreichte der Mai 2018 eine Durchschnittstemperatur wie sie in über 40 Jahren Wetteraufzeichnung ihresgleichen sucht. Grund ist die Konstanz. Die durchschnittlichen Tagestemperaturen lagen über drei Grad über dem Mittel, die der Nacht fast zwei Grad darüber. Nach zwei so außergewöhnlich warmen, trockenen und sonnigen Monaten stellt sich vielen die bange Frage, ob der Sommer nun ins Wasser fallen könnte? Das Wetter ist nach wie vor langfristig unberechenbar, so daß wir wohl erst am Ende des Sommer schlauer sein werden.

Statistik

Monatsmittel-Temperatur: 15,0°C (2,9 Grad über dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: 1,4°C (am 6. Mai)
Temperatur-Maximum: 27,7°C (am 29. Mai)
Frosttage: 0 (Tagesminimum <0°C)
Bodenfrosttage: 0 (Tagesminimum <0°C in 5 cm über Boden) Sommertage: 4 (Tagesmaximum >25°C)
Sonnenstunden: 237 (133 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 33,4 l/m² (42 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 10
Tageshöchstmenge: 7,8 l/m² (am 23. Mai)
Tage mit Gewitter: 10


April 2018

0418

Rückblickend auf den April des Vorjahres, der die kälteste zweite Aprilhälfte seit 37 Jahren fabrizierte, blieb die Hoffnung, daß es ja kaum schlimmer kommen konnte. Der Start, Ostersonntag und -montag (1. und 2. April), verlief zwar nicht gerade optimal, mit Bodenfrost am Morgen und verhaltenen Tageswerten. Doch mit Fortschreiten des Monats kam der Frühling immer mehr in Schwung. Während einer achttägigen Trockenphase vom 6. bis 13. April gelang es bereits das erste Mal die 20-Grad-Marke zu knacken. Doch auch Feld und Garten wurde anschließend nicht vergessen. Ein Landregen am 16. April mit 25 Litern pro Quadratmeter in etwas mehr als zwölf Stunden beendete vorübergehend die Trockenheit.

Die zweite Monatshälfte machte nicht mit Frühling sondern mit Frühsommer weiter. Tagelang wolkenloser Himmel in Zusammenhang mit Zufuhr warmer und trockener Luft aus Nordafrika, inklusive Saharasand, brachten auch der Region neu Rekorde. Elf Tage über 20 Grad gab es in einem Monat April noch nie in der vierzigjährigen Olbernhauer Wetterchronik. Gleiches trifft auf den frühesten Sommertag zu, der am 20. April mit 25,9 Grad registriert wurde. Die Höchsttemperatur der zweiten Monatshälfte lag im Mittel auf dem Niveau von Anfang Juni! Somit verwundert es letztlich nicht, daß nach DWD-Angaben der April auch deutschlandweit der wärmste seit Aufzeichnungsbeginn 1881 war. In Olbernhau lag das Mittel um legendäre 5,3 Grad über dem 30-jährigen Durchschnitt. Doch auch die Sonnenscheindauer von 232 Stunden, was 183 Prozent entspricht, hatte am überproportionalen Abschneiden des April 2018 großen Anteil. Einer von fünf Starkwindtagen der Windstärke sechs sorgte am Monatsletzten zur Verbreitung der extremen Schwaden von Fichtenpollen, die den nicht zu übersehenden gelben Staub hinterließen.

Statistik

Monatsmittel-Temperatur: 11,7°C (5,3 Grad über dem Mittel)
Temperatur-Minimum: minus 1,3°C (am 6. April)
Temperatur-Maximum: 25,9°C (am 20. April)
Frosttage: 1 (Tagesminimum <0°C)
Bodenfrosttage: 4 (Tagesminimum in 5cm <0°C)
Sonnenstunden: 232 (183 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 44,2 l/m² (64 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 9
Tageshöchstmenge: 25,0 l/m² (am 16. April)
Tage mit Gewitter: 3


März 2018Die Ende Februar begonnene kräftige Kälteperiode verließ Anfang März nur allmählich die Kraft. Am 1. März standen morgens erneut minus 13 Grad auf dem Thermometer, was wiederum strenger Frost bedeutete. Auch tagsüber blieb es an den ersten drei Tagen noch durchgehend frostig und in der Nacht zum 7. März fielen 6 Zentimeter Schnee. Erst Richtung Wechsel zur zweiten Monatsdekade schien der Knoten geplatzt zu sein. Am 10. und 11. März konnte mit 14 Grad fast schon Frühlingsluft geschnuppert werden. Der mit 19 Litern pro Quadratmeter bisher niederschlagreichste Tag des Jahres, der 12. März, spülte offenbar die letzten Reste des Winters hinweg.

Doch das war zu früh gefreut. Schon am 15. März kehrte der Nachtfrost zurück und am Tag darauf ging der Regen zunehmend in Schnee über. Am nächsten Morgen (17.) lagen erneut 7 Zentimeter Schnee. Daß dieser Schnee in den Folgetagen nur sehr langsam wich, lag zum einen daran, daß nun auch am Tage die Temperaturen bei eisigem Nordost-Wind deutlich unter dem Gefrierpunkt lagen. Zum anderen stürzten die Nachttemperaturen am 19. und am Frühlingsanfang (20. März) auf unter minus 13 Grad ab. Erst Richtung Monatsende gab es einige frostfreie Nächte. Am Tage mühten sich die Temperaturen, aber frühlingshafte Werte blieben Wunschtraum.

Was den gesamten Monat über auffiel, war der schnelle Wetterwechsel von tageweise grau und trüb zu ganztägig wolkenlos oder heiter mit entsprechend viel Sonnenschein.

Statistisch betrachtet liegt der drittkälteste März der vergangenen 20 Jahre hinter uns, der gleichzeitig der zweite viel zu kalte Monat dieses Jahres in Folge war.

Statistik

Monatsmittel-Temperatur: 0,6°C (2,3 Grad unter dem Mittel)
Temperatur-Minimum: minus 13,7°C (am 19. März)
Temperatur-Maximum: 14,6°C (am 11. März)
Frosttage: 20 (Tagesminimum <0°C)
Tage mit strengem Frost: 3 (Tagesminimum <-10°C)
Eistage: 6 (Tagesmaximum <0°C)
Sonnenstunden: 106 (117 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 50,2 l/m² (80 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 14
Tageshöchstmenge: 19,0 l/m² (am 12. März)
Tage mit geschlossener Schneedecke: 9


Februar 2018

0218

In den zurückliegenden 40 Jahren verging in Olbernhau kein Winter, in dem die Nachttemperatur nicht wenigstens einmal in den Bereich des strengen Frostes, das heißt unter minus zehn Grad, abgesunken ist. Bis Ende Januar hatte dies die aktuelle Wintersaison noch nicht geschafft. So richtig knackig kalt begann auch der Februar nicht. Am 3. Februar hinterließen ein paar Schneeschauer zunächst einmal eine hauchdünne Schneedecke von einem Zentimeter. Das war die größte Ausbeute an winterlichem Weiß. Es kam den gesamten Monat über weder etwas meßbares dazu, noch verschwanden im Schatten die letzten Flecke. Der Grund: Die Wetterlage stellte sich mehr und mehr auf trockene Festlandskaltluft um. Schon am 6. Februar morgens gab es den ersten strengen Frost des Winters mit minus 11,1 Grad. Obwohl alle 28 Nächte des Monats frostig verliefen, was zuletzt der Februar 2003 schaffte, sollte die große Kältewelle noch folgen. Immerhin blieben die Tageshöchsttemperaturen während der ersten beiden Dekaden fast ausnahmslos im positiven Bereich. Als jedoch das mächtige Hoch Hartmut über Nordwestrußland eisige Luft aus Sibirien in die Region lenkte, sackten auch am Tage die Werte deutlich unter Null. An zwei Tagen stiegen die Werte nicht über minus 8 Grad, dazu wehte eisiger Nordostwind. In sieben Nächten in Folge sank das Thermometer in den strengen Frostbereich und gipfelte mit minus 17,5 Grad am letzten Tag des Monats. Strenge Kälteperioden im Februar sind nicht ungewöhnlich, die letzte gab es im Jahre 2012 mit bis zu minus 24,5 Grad. Um aber eine so knackig kalte letzte Monatsdekade zu finden, muß man schon bis 1986 zurückblättern. Dafür legte der
mit nur 8,8 Litern pro Quadratmeter sehr trockene Februar eine fantastische Sonnenscheinbilanz hin. Mit 118 Stunden übertraf er sogar die drei Monate November, Dezember und Januar zusammen.

Statistik

Monatsmittel-Temperatur: -4,1°C (3,0 Grad unter dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: -17,5°C (am 28. Februar)
Temperatur-Maximum: 5,7°C (am 16. Februar)
Frosttage: 28 (Tagesminimum <0°C) Eistage: 12 (Tagesmaximum <0°C)
Sonnenstunden: 118 (189 % vom Durchschnitt) Niederschlag: 8,8 l/m² (15 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 6
Tageshöchstmenge: 2,8 l/m² (am 16. Februar)
Tage mit geschlossener Schneedecke: 10

Januar 2018

0118

Nach einem rekordverdächtigen Jahreswechsel mit 8 Grad um Mitternacht traten die Temperaturen nur sehr langsam den Rückzug an. So überstand die erste Dekade sogar die Nächte völlig ohne Frost. Dieser trat tagsüber den ganzen Monat über nur an vier Tagen auf. So verwundert es nicht, daß es bis Monatsmitte auch zu keinerlei Schneefall kam. Erst am Abend des 17. Januar sorgte kräftiger Schneefall für eine 11 Zentimeter dicke Schneedecke bis zum nächsten Morgen. Bis zu 5 Grad Wärme ließen am darauf folgenden Tag nur wenig übrig. Somit konnte an diesem 18. Januar der auffrischende Wind des nahenden Sturmes auch nicht mehr viel verwehen. Auf den Tag genau nachdem Orkan Kyrill vor elf Jahren gewütet hatte, zog mit Sturmtief Friederike erneut ein folgenschwerer Sturm über die Region. Diesmal waren es nur wenige Stunden, dennoch traten am Abend selbst im Tal der Flöha Böen bis Windstärken 9 auf. Auf der Rückseite dieses Sturmes floß vorübergehend etwas kühlere aber auch feuchte Luft heran. Somit schneite es am Nachmittag des 19. und in der Folgenacht teils recht kräftig. Mit 19 Zentimetern kam die größte Schneehöhe des Winters bisher zustande. Diese hielt aber nur bis 24. Januar. Bis zu 10 Grad am Tage ließen der weißen Pracht keine Chance. Daß der Januar im Monatsmittel mit 3,9 Grad viel zu warm abschließt ist die eine Seite. Gegenüber dem bitterkalten Januar des vergangenen Jahres bedeutet das sogar eine erstaunliche Temperaturdifferenz von 7 Grad. Er war aber auch überproportional windig. Zwölf Starkwindtage mit Windstärke 6, zwei davon sogar Sturmtage mit Stärke 8 bzw. 9 verdeutlichen dies.

Statistik

Monatsmittel-Temperatur: 2,3°C (3,9 Grad über dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum: -7,6°C (am 22. Januar)
Temperatur-Maximum: 10,4°C (am 25. Januar)
Frosttage: 16 (Tagesminimum <0°C)
Eistage: 4 (Tagesmaximum <0°C)
Sonnenstunden: 31 (75 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 71,1 l/m² (108 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 17
Tageshöchstmenge: 15,2 l/m² (am 3. Januar)
Tage mit geschlossener Schneedecke: 9
Tage mit Gewitter: 2


Wetterrückblicke von Olbernhau 2017
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