Monatsrückblick September 2016 auf dem Fichtelberg und im Erzgebirge

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Würde man den September 2016 rein statistisch betrachten, dann war er zu warm, zu nass und die die Sonne schien überdurchschnittlich. Aber so einfach lässt sich der Monat nicht charakterisieren und muss deshalb viel differenzierter betrachtet werden.

Zu warm war er auf jeden Fall, mit einer Monatsmitteltemperatur von 12.3°C lag er um 4.1°C über der langjährigen Mitteltemperatur von 8.2 °C. Somit war der diesjährige September der drittwärmste in der 100-jährigen Fichtelbergstatistik, die mit 12,5°C im Jahre 1947 angeführt wird. Auch in Aue und Chemnitz thronte er auf Platz 3, während er in Marienberg und Carlsfeld sogar den Spitzenplatz einnimmt. Grund war vor allem das Sommercomeback in der ersten Monatshälfte. Nachdem die eigentlichen Sommermonate eher durchschnittlich waren, drehten ab Ende August die Hochs GERD, HARALD, IAN und JOHANNES so richtig auf und brachten die erste stabile Schönwetterphase des gesamten „Sommers“. Nur am 04. und 05. gab es eine kurze Störung durch Regentief NETTL, bevor es dann bis zur Monatsmitte erneut heiß und trocken blieb. Vergleicht man diese erste Monatshälfte mit den Sommermonaten, so wird ersichtlich, dass der meteorologische Herbstanfang die wärmste Periode des gesamten Jahres war. In der nachfolgenden Tabelle wird dies ersichtlich.

tabelle

Vergleich der Temperaturen der Sommermonate mit der ersten Septemberhälfte im Erzgebirge

Mit dem regenreichen Tief THERESIA  folgte vom 16.-19. eine sehr nasse Periode mit neuen Rekorden. So fielen in Marienbergin diesem Zeitraum mit 99,1mm 145% des Monatsniederschlags! Auf dem Fichtelberg wurde am 17. mit 62,9mm die höchste in einem September registrierte Tagessumme überhaupt gemessen, ebenso wie in Marienberg mit 61,7mm und Aue mit 49,0mm. Insgesamt fielen auf dem Fichtelberg 138.9 mm. Das sind 157 % des Normalwertes von 88.7 mm. Gefühlt war der Monat allerdings viel zu trocken, denn der Gesamtniederschlag konzentrierte sich lediglich auf die Tiefs NETTL (2 Tage) und THERESIA (4 Tage). Das Wasser wurde gierig von den Böden aufgesaugt, danach trockneten sie ziemlich schnell wieder aus. Denn auch in der letzten Woche des Monats überwog sonniges und trockenes Hochdruckwetter.

Das verlangte auch der Sonne einiges an Überstunden ab. Mit insgesamt 193.8 Stunden schien sie fast 50 Stunden (34%) mehr als normal und belegte in der 100-jährigen Bestenliste des Fichtelbergs immerhin Platz 10. Am fleißigsten war sie in Marienberg und belegte mit 206,9 Stunden sogar den zweiten Platz!

Zum Monatsende brachte Ex-Tropensturm KARL das erste Herbststürmchen nach Deutschland. Betroffen waren vor allem Nord- und Ostseeküste sowie die deutschen Mittelgebirge und das Riesengebirge. So wurde auf dem Fichtelberg am 28. die höchste Windgeschwindigkeit des Monats mit 84.2 km/h gemessen. Aber auch sonst war der Monat für einen September recht windig, an 16 Tagen wurden Windböen mit Windstärke 6 und an 6 Tagen Windstärke 8 registriert. (ch)

Monatswerte Fichtelberg

Wetterrückblick Olbernhau von Dirk Christoph

Deutschlandwetter im September 2016, Pressemitteilung des DWD

Wetterrückblick des Observatoriums Hoher Peißenberg in den bayrischen Voralpen

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