Fichtelbergwetter Juli 2016

Juli 2016

Der Juli 2016 gestaltete sich sehr wechselhaft, denn Mitteleuropa befand sich abwechselnd unter dem Einfluss von Hoch- und Tiefdruckgebieten. Nach nur wenigen Tagen mit ungestörtem Sonnenschein folgten meist längere Perioden mit kräftigen Schauern und Gewittern. Nach mehreren sehr warmen Sommern gestaltet sich der 2016er typisch mitteleuropäisch durchwachsen und ist keineswegs außergewöhnlich.

Auch wenn es gefühlt sicher anders war, mit einer Monatsmitteltemperatur von 13.2 °C lag der Juli um 2°C über der langjährigen Mitteltemperatur von 11.2 °C. Schuld waren vor allem die zahlreichen bewölkten Nächte, die ein Auskühlen verhinderten und die Temperaturen recht hoch hielten. Zudem – obwohl es kein stabiles Hochdruckwetter gab, so waren immer wieder ein paar warme Tage dabei. Besonders Hoch BURKHARD sorgte um die Monatsmitte für kurzen Hochsommer mit Temperaturen bis zu 30,8°C in Aue. Auf dem Fichtelberg wurde am 11. mit 24,0°C nicht einmal ein Sommertag erreicht und dank straffem Südwestwind (Böen bis Windstärke 8) blieb es auf Sachsens höchstem Gipfel gefühlt recht frisch. Eine weitere Sommerperiode gab es zum Monatsende, als schwache Luftdruckgegensätze zu fast tropischen Verhältnissen mit teils extremer Schwüle und heftigen Gewittern führte [Artikel].

Aber der Juli konnte auch anders. So gab es am Morgen des 4. Juli in Marienberg-Kühnhaide Frost ! In 2m Höhe wurden -0,5°C, am Erdboden sogar -2,0°C gemessen. Dazu gab es Reif, was für Juli äußerst ungewöhnlich ist. Der Fichtelberg kam mit 4,1°C dagegen verhältnismäßig warm weg. Denn kalte Luft ist schwerer als warme und sackt in wind- und wolkenarmen Nächten in die Täler herab. Aber wie schon erwähnt waren wolkenlose und derart kalte Nächte die Ausnahme. Am 14. Juli gab es einen weiteren Kälteeinbruch in den Alpen, wo es bis auf 1800m herab schneite.

Der Niederschlag entsprach im erzgebirgischen Mittel dem langjährigen Durchschnitt. Allerdings gab es regional große Unterschiede. Während es in Marienberg mit 68,2 l/m² zu trocken war, fielen im Westerzgebirge verbreitet über 100 l/m² mit einem Maximum von 121,9 l/m² auf dem Fichtelberg, was 109 % des Normalwertes entspricht. Von Extremniederschlägen wie in Südbayern (über 300 l/m² im Berchtesgadener Land) blieb das Erzgebirge zum Glück verschont.

Die Sonne schien auf dem Fichtelberg insgesamt 187.4 Stunden und blieb mit 98% nur wenig unter dem Mittelwert von 191.8 Stunden.

Die höchste Windgeschwindigkeit des Monats wurde am 06. mit 81.4 km/h gemessen. Ursache war Sturmtief RENATE, welches vor allem über Nord- und Ostseeküste wütete und das Erzgebirge nur noch streifte. Insgesamt wurden an 24 Tagen Windspitzen bis Windstärke 6 und an 10 Tagen Windstärke 8 registriert, was für einen Sommermonat recht viel ist.

Für das Auge hatte das wechselhafte Wetter des Monats sehr viel zu bieten, von herrlichen Morgenrot und Abendrot über Nebensonnen und Regenbögen bis hin zu atemberaubenden Wolkenformationen war alles dabei. (ch)

Monatswerte Fichtelberg

Wetterrückblick Olbernhau von Dirk Christoph

Deutschlandwetter im Juli 2016, Pressemitteilung des DWD

Wetterrückblick des Observatoriums Hoher Peißenberg in den bayrischen Voralpen

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Wetterrückblick abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s