Wetterbeobachter bei der Arbeit – Wasseräquivalent der Schneedecke

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Gerd Franze mit dem Messstab und der Schneesonde. Fotos ch

Bei einer Schneehöhe >5cm wird an noch mit Personal besetzten Wetterwarten  wie der Wetterwarte Fichtelberg täglich das spezifische Wasseräquivalent der Schneedecke bestimmt. Dabei handelt es sich um die entstehende Wassermenge nach dem Schmelzen der Schneedecke, welches ohne Infiltration oder Verdunstung auf einer horizontalen Fläche verbliebe. 1 mm Wasseräquivalent entspricht 1 Liter Schmelzwasser pro Quadratmeter.

Diese Angaben sind vor allem für die Wasserwirtschaft wichtig, um zum Beispiel einen Anhaltspunkt zu haben, wie viel Wasser bei einer Schneeschmelze aus dem jeweiligen Einzugsgebiet in die Flüsse fließen würde, um den Wasserstand der Talsperren entsprechend anpassen zu können. Außerdem kann die Schneedichte anhand des Wasseräquivalentes berechnet werden und diese ist ein Indiz für die Schneebeschaffenheit. So hat zum Beispiel Pulverschnee eine Dichte von 100 – 200 kg/m³, Gletscherschnee dagegen über 700 kg/m³.  In den Alpen ist außerdem die Schneedichte wichtig zur Charakterisierung der Beschaffenheit von Gletschern. Aber auch essentiell für die Bergwacht, denn die Dichte des Schnees in einer Lawine hat großen Einfluss auf seinen Sauerstoffgehalt und damit auf die Überlebenschancen von Lawinenopfern!

Aber nun zur Bestimmung des Wasseräquivalentes  auf dem Fichtelberg. Dieses wird durch das Ausstechen des Schnees mit Hilfe einer Schneesonde ermittelt. Bereits nach den ersten Schneefällen wird ein Areal markiert, welches den gesamten Winter über unberührt (unbetreten) bleibt. Da so die ausgestochene Grundschicht bei der anwachsenden Schneedecke immer gleich ist, lassen sich gravierende Änderungen besonders gut feststellen. Durch Wiegen der ausgestochenen Schneedecke und Messung der Schneedeckenhöhe lassen sich der Wassergehalt der Schneedecke (in mm) und die Schneedichte (in g/cm3) bestimmen. Diese Messung wird zur Kontrolle mindestens zwei Mal durchgeführt.

Da der Messzylinder lediglich eine Höhe von einem Meter besitzt, die Schneehöhe auf dem Fichtelberg aber Werte über 3 Meter aufweisen kann, muss die Prozedur mitunter mehrmals  auf verschiedenen Etagen durchgeführt werden. Da das in den letzten 3 Wintern nicht der Fall war, sind hier einige ältere Bilder, die solch eine Situation zeigen. (ch, mb)

In der folgenden Fotostrecke zeigt Gerd Franze das Ausstechen des Schnees und das Wiegen im Vorraum der Wetterwarte.

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