Haareis

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Haareis. Foto Klaus Quaas.

Klaus Quaas konnte bei Temperaturen knapp unter 0°C in Carlsfeld dieses schöne Haareis fotografieren. Doch wie entstehen derartig feine Eishaare?

Bereits vor knapp 100 Jahren beschrieb der Meteorologe Alfred Wegener die „recht merkwürdige Form gefrorenen Wassers, die sogenannte Eiswolle“. Bei einem Spaziergang in den winterlichen Vogesen hatte Wegener seltsame, an Haarbüschel erinnernde, mehrere Zentimeter lange filigrane weiße Kristalle bemerkt. Sie wuchsen nur auf einigen auf dem Waldboden liegenden toten Ästen. Weil diese Eisform nur auf Totholz vorkam, vermutete Wegener damals, dass die Entstehung dieser Eiswolle etwas mit jenen Baumpilzen zu tun haben könnte, die abgestorbene Holzstücke befallen. Seine Theorie hatte die gesamten 100 Jahre bestand, auch wenn der genaue Entstehungsmechanismus erst vor wenigen Jahren durch Versuche erklärt werden konnte.

Haareis entsteht vor allem bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit und Temperaturen um den Gefrierpunkt an Pilz befallenem Totholz. Die Pilze produzieren Gase, die das im Holz vorhandene leicht unterkühlte Wasser durch die feinen Poren an die Oberfläche drängen. Dort gefriert es zu Eis und saugt somit weiteres Wasser aus den Poren hinaus, wo es auskristallisiert und sich an das bestehende Eis anlagert.  Das Eis wächst also wie Menschenhaar an der Basis nach. Bei hoher Luftfeuchtigkeit und fehlender Sonne können die Haare mitunter sehr lang werden, weshalb dieses Naturphänomen auch als Pferdemähneeis bekannt ist. (ch)

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