Mondfinsternis in der kommenden Nacht (28.09.2015)

20110615

In der kommenden Nacht können wir eine totale Mondfinsternis beobachten, die – klarer Himmel vorausgesetzt – in der zweiten Nachthälfte stattfindet. Diese ist auf der dunklen Seite der Erde von Westeuropa, dem westlichen Afrika, Südamerika und dem Osten der USA und Kanadas aus sichtbar. Die Medien berichten von einem riesigen Blutmond, der am Himmel zu erwarten ist. Aber was erwartet uns kommende Nacht wirklich?

Eine Mondfinsternis entsteht, wenn der Mond auf seiner Umlaufbahn in den von der Sonne erzeugten Erdschatten eintritt. Dazu müssen Sonne, Erde und Mond in einer Linie stehen. In dieser Konstellation wird die sichtbare Mondhälfte komplett von der Sonne beleuchtet, so daß eine Mondfinsternis nur bei Vollmond stattfinden kann. Wäre die Mondbahn nicht um 5° geneigt, würde in jedem Monat eine totale Finsternis stattfinden. Aber so sind es meist zwei im Jahr.

Verläuft die Mondbahn komplett durch den Kernschatten der Erde, wird der komplette Mond verfinstert. Obwohl den Mond nun kein direktes Licht mehr erreicht, ist er dennoch schwach rötlich sichtbar, da das langwellige Rot von den Aerosolen der Erdatmosphäre in den Schattenkegel gestreut wird. Die Helligkeit des kupferroten Mondes variiert bei jeder Finsternis sehr stark. Entscheidend ist zum einen, wo genau der Mond den Erdschatten passiert, aber auch der Staubgehalt der Erdatmosphäre. Nach großen Vulkanausbrüchen sind mehr Streupartikel in der Atmosphäre, die das Sonnenlicht dämpfen, bevor es in den Kernschatten gestreut wird.

In der kommenden Nacht läuft der Mond südlich der Schattenachse Sonne-Erde vorbei. Die nördliche Mondhälfte wird somit tiefer verfinstert als die südliche. Da zudem wenig Staub in den höheren Atmosphärenschichten sein dürfte, wird der verfinsterte Mond verhältnismäßig hell erwartet. Zudem ist der Mond aufgrund seiner elliptischen Bahn derzeit mit 356.880 Kilometern Entfernung verhältnismäßig nah an der Erde. Das bedeutet, daß der Durchmesser des sichtbaren Mondes mit 33,47° etwa 30% größer ist, als der jahreskleinste am 5. März 2015, der nur 29,40′ groß war (Grafik).

Der zeitliche und geometrische Verlauf der Finsternisphase läßt sich in folgender Grafik ablesen (Quelle).

mofi20150928-chart

Zeitlicher und geometrischer Verlauf der Mondfinsternis in der kommenden Nacht.

Was der Beobachtung nun noch im Wege stehen könnte, ist das Wetter. Denn leider bilden sich auch in der kommenden Nacht wieder verbreitet Nebel- oder Hochnebelfelder, die so hochreichend sind, dass meist auch der Fichtelberg trüb bleibt. Insofern können wir nur hoffen, daß sich das Wetter nicht an die Vorhersage hält und sich vielleicht doch einige Wolkenlücken auftun. (ch, wh)

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Astronomie abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s