08.08.2015 – Hitze, Hitze und kein Ende

Strahlungsmessgerät an der Wetterwarte Fichtelberg

Strahlungsmessgerät an der Wetterwarte Fichtelberg

Gestern war wieder einer der heißesten Tage des Jahres. DEN heißesten Tag kann man kaum noch benennen, denn immer wieder purzeln an einigen Stationen Rekorde. Gestern wurde in Kitzingen in Mainfranken der am 5. Juli für Deutschland aufgestellte Allzeitrekord von 40,3 Grad erneut gemessen. Auch in Sachsen kletterte das Thermometer wieder in rekordverdächtige Höhen und erreichte vielerorts 38°C. Angeführt wird die Hitzeliste von Görlitz (37,9°C) sowie Plauen und Hoyerswerda (je 37,8°C). Im Erzgebirge wurde unterhalb 1000 m die 30°-Marke ebenfalls flächendeckend überschritten. Selbst Marienberg (33,2°C) und Carlsfeld (31,2°C) hatten einen heißen Tag. Fast schon angenehm kühl blieb es bei leichten bis mäßigen Südostwind und einer Höchsttemperatur von 28,1°C auf dem Fichtelberg.

Auf dem ersten Blick wurden im Erzgebirge keine Rekorde geknackt und die Höchsttemperaturen (Marienberg 34,5°C, Carlsfeld 33,0°C und Fichtelberg 30,8°C) wurden nicht erreicht. Es gibt aber dennoch einen Rekord. So wurde auf dem Fichtelberg von gestern zu heute mit 21,4°C die wärmste Nachttemperatur überhaupt und damit die dritte Tropennacht (Min >20°C) in diesem Jahr registriert. Vor 2015 gab es auf dem Fichtelberg keine einzige Tropennacht! Die 9 Sommertage (Max > 25°C) vom Sommer 1947 wurden in diesem Jahr noch nicht erreicht, aber wir sind bereits bei 8 und somit auf dem besten Wege, auch diesen bisherigen Rekord einzustellen.

Denn nach kurzer Verschnaufpause am morgigen Sonntag wird es erneut sehr heiß und spätestens ab Montag hat uns die Hitze mit Temperaturen weit über 30°C wieder fest im Griff. Und auch langfristig wird es nur unwesentlich kühler. Denn Hoch FINCHEN wird nach gewittrigem Kaltfrontdurchgang in der kommenden Nacht bereits im morgigen Tagesverlauf von Hoch GWENDOLIN abgelöst.

Zur Hitze kommt eine große Trockenheit. Seit Anfang Juni fiel deutschlandweit nur 54 % der im Sommer normal üblichen Niederschlagsmenge. Aber auch zuvor war es bereits sehr trocken. Nach einem überdurchschnittlich nassen Januar war bereits der Februar auf dem Fichtelberg mit gerade einmal 48 % des normal üblichen Niederschlags deutlich zu trocken. Der März und der April lagen immerhin im Bereich des Mittelwertes, aber im Mai fiel das Niederschlagsdefizit mit nur 30% der zu erwartenden Niederschlagsmenge besonders hoch aus. Im Juli und August sorgten zwar Schauer und Gewitter zumindest auf dem Fichtelberg für eine durchschnittliche Niederschlagsbilanz, aber der Hauptniederschlag fiel an nur wenigen Tagen und brachte allenfalls vorübergehende Entlastung und viele Orte vor allem Richtung Osterzgebirge bekamen deutlich weniger Regen ab. Ursache für das anhaltend trockene Wetter in diesem Jahr ist ein außerordentlich stabiles Azorenhoch, das seinen Einfluss immer wieder bis nach Mitteleuropa ausdehnen konnte, so dass länger anhaltende Niederschläge kaum eine Chance hatten. Tiefausläufer waren häufig nur schwach ausgeprägt und sorgten meist nur im Süden für etwas mehr Regen. Einzig der äußerste Norden Deutschlands konnte in den letzten Monaten zeitweise von der Nähe zu Tiefdruckgebieten über der Nordsee und Nordeuropa profitieren. (ch)

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