Doch noch heiße Hundstage in Sicht?

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Nyima liebt während der heißen Hundstage die kalte Abkühlung. Foto: Karin Berger

Als Hundstage werden im Volksmund die heißesten Tage im Sommer bezeichnet, die normalerweise im Zeitraum vom 23. Juli bis 23. August auftreten. Doch in diesem Jahr scheinen die Hitzewellen mit Beginn der Hundstage erst einmal vorbei gewesen zu sein. Interessanterweise ist das in Mitteleuropa nicht die Ausnahme, denn der Statistik nach bilden sich nicht selten im Zeitraum der Hundstage unbeständige Südwestwetterlagen aus. Also Zeit, um diesem überlieferten Mythos mal auf die Spur zu gehen.

Mit Schatten suchenden Vierbeinern haben die Hundstage nichts zu tun. Stattdessen geht die Bezeichnung  Hundstage bis auf das alte Ägypten im 2. Jahrtausend v. Chr. zurück und bezeichnete die Rückkehr des Sternbildes Großer Hund  (Canis Major) an den Morgenhimmel. Zuerst erscheint Sirius als hellster Stern über dem Horizont, der den Kopf des Hundes markiert. Bis zur Sichtbarkeit des gesamten Sternbildes vergehen 31 Tage, woher sich deshalb die Bezeichnung „Tage vom großen Hund“ (Hundstage) ableitet.

Die Griechen erklärten den Zusammenhang zwischen der Wiederkehr des Sirius und den Tagen der (dort) größten Sommerhitze durch die Verschmelzung des Sonnenlichts mit dem „Feuer“ des Sirius. Arabische Astronomen bezeichneten die in flirrender Sommerhitze besonders häufig erscheinenden Fata Morganen gar als den „vom Himmel tropfenden Speichel des Hundssterns“.

Die Hundstage sind also keine Meteorologische Singularität, also Wetterereignisse, die zu bestimmten Zeitabschnitten im Jahr mit hoher statistischer Wahrscheinlichkeit auftreten, sondern sie zählen zu den überlieferten Lostagen, die ein Ereignis markieren, welches nach altem Volksglauben Aussagen über die Wetterverhältnisse in bestimmten Wochen und Monate machen. Zudem hat sich inzwischen der Aufgang von Sirius fast um einen Monat nach hinten verschoben und der Große Hund wird in 10000 Jahren sogar zum Wintersternbild werden.

Trotz allem scheinen die Hundtage kommende Woche ihrer ursprünglichen Volksbedeutung nochmals gerecht werden zu wollen. Denn für die kommende Woche deutet sich ein Sommer-Comeback an. Mit einer auf Südwest bis Süd drehenden Strömung dürfte die warme bis heiße Luft erneut nach Deutschland vorstoßen. Wie weit diese nach Norden vorankommt und ob dann wiederum vor allem der Süden oder ganz Deutschland Sommertage (Höchsttemperatur mehr als 25 Grad) oder gar heiße Tage (Höchsttemperatur mehr als 30 Grad) abbekommt, bleibt aber noch abzuwarten. (ch)

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