23.07.2015 – Superzelle leitet Hundstage ein

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Superzelle über dem Erzgebirge, aufgenommen vom Spiegelwald. Foto: Olaf Wolfram, digimakro.de

Nach dem gestrigen nicht enden wollenden Hitzetag kam gegen 20 Uhr die Gewitter mit der ersehnten Abkühlung um ca. 15°C .

Gestern stieg verbreitet die Temperatur nochmals weit über 30°C, sächsischer Spitzenreiter der DWD-Stationen war Plauen mit 34,5°C, gefolgt von Dresden mit 33,9°C und Oschatz mit 33,8°C. Im Erzgebirge führte Marienberg mit 30,9°C die offizielle Hitzeliste an, jedoch wurden örtlich vor allem in den Tälern deutlich höhere Temperaturen gemessen. So wurde in Aue 34,3°C registriert, das  Maximumthermometer in unserer privaten Wetterhütte in Schwarzenberg zeigte 35,7°C an.

Im Vorfeld der Kaltfront, die uns in der Nacht überquerte, bildete sich eine Konvergenzlinie mit zahlreichen eingelagerten Gewittern aus, die sich mächtig ausbreitend nach Osten weiter zogen.  An der Konvergenzlinie wurde über dem Erzgebirge eine Superzelle mit typischer Böenlinie beobachtet. Diese entstand bei Hartenstein, zog weiter in Richtung Aue und brachte dort Hagel sowie innerhalb kürzester Zeit 45,5 Liter Niederschlag. In der Auer Innenstadt stand auf der Bahnhofstraße kurzzeitig das Wasser hüfthoch (→Video1Video2, ), auch andere Straßen der Innenstadt wurden überflutet. Die Superzelle zog nach Südosten weiter und führte vor allem durch ihre starken Sturmböen zu Schäden.

Superzellen sind vor allem aus den Great Plains im mittleren Westen der USA bekannt. Aber auch in unseren Breiten können sie entstehen, wenn schwülheiße Luft aus dem Süden nach Norden geführt wird, während gleichzeitig in höheren Luftschichten trockene und kalte Luft aus nördlichen Breiten nach Süden vorstößt und sich über die feuchte Warmluft schiebt. Unter diesen Voraussetzungen können sich riesige, langlebige und stark organisierte Gewitterwolke bilden, die heftige Sturmböen, Starkniederschlag, sehr großen Hagel und bisweilen auch Tornados produzieren. Viele Beobachter der gestrigen Superzellen berichteten von starken Rotationen und auf den Videos von Olaf Wolfram, die er vom Spiegelwald (→Video) und dem Emmlerweg bei Scheibenberg (→Video) aufgenommen hat, sieht man seitliche „Arme“ herauswachsen. Zu einem Tornado hat sicherlich nicht mehr viel gefehlt.

Wie geht das Wetter weiter? Obwohl heute die Hundstage begonnen haben, welche laut Bauernregeln die heißesten Tage des Jahres einleiten (nähere Erklärung folgt in den nächsten Tagen), haben wir die Hitze erst einmal überstanden. Die nächsten Tage präsentieren sich überwiegend sonnig mit einzelnen Schauern und Gewittern und die Höchsttemperaturen erreichen nur noch angenehme 20-25°C. (ch)

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