Jahrhundertsommer 2015

IMG_2292hdr

Die Schafskälte ist nun endgültig vorbei 🙂 (wh)

Nach verregnetem Sommeranfang mit dunklen Wolken und Temperaturen kaum über der 20-Grad-Marke traf uns zum Monatsanfang die Sommerhitze mit voller Wucht.

Die Hitzeperiode nahm ihren Ausgang auf der iberischen Halbinsel, wo schon Ende Juni Temperaturen bis 43°C gemessen wurden, was an einigen Orten einen neuen Hitzerekord für Juni bedeutete. Auch in anderen Teilen Europas kletterte das Thermometer ungewöhnlich hoch – bis über 40°C in Frankreich, bis 36°C in Teilen Italiens und bis 40°C im östlichen Europa. In London-Heathrow wurde am 1. Juli mit 36,7°C die höchste Temperatur in Großbritannien gemessen. Auch in Deutschland gab es an diesem Tag verbreitet Temperaturen über 30°C mit den Spitzenreitern Saarbrücken mit 35,7°C und Trier mit 35,5°C. Über Frankreich, den Beneluxstaaten und im Westen Deutschlands kam es in der Nacht zum 2. Juli zu zahlreichen Tropennächten mit Tiefsttemperaturen über 20°C. Die wärmste Nacht wurde in Düsseldorf mit 24,7°C registriert, sowohl hier als auch an einigen anderen Stationen wurden die Rekorde der höchsten Nachtminima geknackt.

Auch in den Folgetagen wurden viele Rekordtemperaturen gemessen, die die Werte aus dem bisherigen Jahrhundertsommer Sommer 2003 übertrafen. In Karlsruhe wurden am 5. Juli 2015 vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung 40,8 °C registriert. Der Deutsche Wetterdienst hatte zum 1. November 2008 die Messungen an diesem Ort eingestellt. Deshalb geht „nur“ der Höchstwert von 40,3 °C in die Wetterstatistik ein, der an der DWD-Station Kitzingen gemessen wurde. Das ist die höchste innerhalb des DWD jemals gemessene Temperatur in Deutschland seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881, der bisherige Höchstwert von 40,2 °C wurde knapp übertroffen.

Gemittelt über alle DWD-Stationen beträgt die Abweichung bisher +4,0°C gegenüber dem vieljährigen Mittel von 1961 bis 1990. Während die Juli-Temperaturen an der kühlenden Ostsee aber durchaus im Bereich des Mittelwertes liegen, ist es im Westen und Südwesten Deutschlands bis 7°C zu warm. Sachsen liegt im Mittelfeld, der Fichtelberg verzeichnet bisher eine Abweichung von +4,3°C, Marienberg 3,9°C und Aue +3,5°C.

Aber zumindest hier im Erzgebirge scheint die Hitze nach dem heutigen Tag erst einmal überstanden zu sein und die Temperaturen pendeln sich im moderaten Bereich zwischen 20 und 25°C ein und dazu gibt es immer mal wieder Schauer und Gewitter. Denn zur Zeit dominieren mächtige Tiefdruckrinnen das Wettergeschehen über dem nördlicheren Europa, die sich als Tiefdruckserie WALDEMAR–XAVER–YAKARI mit langsamen Zugbahnen von den britischen Inseln bis zum Baltikum verlagern und dessen Fronten bis nach Mitteleuropa reichen. Die Folge waren und sind zum Teil heftige Wärmegewitter von Spanien bis in das Baltikum.

Man darf also sehr gespannt sein, was der Juli 2015 wettertechnisch noch so zu bieten hat und wie die Bilanz am Monatsende dann wirklich ausfällt. Wünschenswert wären im Sinne der Natur noch einige Regenfälle, denn durch die seit Monaten andauernde Trockenheit sind örtlich viele Böden staubtrocken. (ch, dwd)

→ Siehe auch Artikel: 2015 – Sommerrückblick Erzgebirge und Chemnitz

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Aktuelle Wetterinfos veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s