Was ist eine Glorie?

Bei Führungen oder persönlichen Gesprächen geben wir oft die Kurzadresse unserer Seite bekannt: http://fichtelberg.glorie.de. Und sehr oft kommt die Frage, was denn überhaupt eine Glorie ist? Deshalb möchte ich diesen Artikel dieser wunderschönen aber auf dem Fichtelberg leider recht seltenen farbigen Erscheinung widmen.

Eine Glorie entsteht dann, wenn der Schatten des Beobachters auf Wolken oder eine Nebelwand fällt. Dann wird das Licht an den winzigen Wassertröpfchen unter komplizierten physikalischen Vorgängen gebeugt und zurückgestreut und es entstehen farbige Ringe um den Kopf des Schattens. Im Flachland kann man Glorien in sehr seltenen Fällen bei flachen Bodennebelfeldern oder in aufsteigenden Nebeln im Wald beobachten. Die besten Beobachtungsmöglichkeiten auf dem Fichtelberg sind dann, wenn sich der Gipfel oberhalb einer Wolkendecke befindet. Bei tief stehender Sonne fällt dann der lange Schatten des Beobachters oder des Berges, auf dem sich der Beobachter befindet auf die Wolkendecke und man sieht in diesem Fall eine waagerechte Glorie.

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Glorie um den Schatten des Wetterwartenturmes auf dem Fichtelberg. (Foto: mb)

Glorie Fichtelberg

Glorie auf dem Fichtelberg. Die halbkreisförmigen Farben befinden sich hinter dem Bergrücken auf der Wolkenoberseite.

Auf einigen vorgelagerten Bergen der Alpen sind Glorien sehr häufig anzutreffen, da sich an der Nordseite die Wolken stauen und von Süden her die Sonne drauf fällt. Auch wenn das Flugzeug die Wolkendecke durchbricht, kann man auf dieser oft eine Glorie entdecken, vorausgesetzt, man sitzt auf der richtigen Seite, nämlich der Sonne gegenüber.

Häufig trifft man zusammen mit der Glorie zwei Begleiterscheinungen an. Der Schatten in der Mitte der Glorie ist das Brockengespenst. Dabei handelt es sich eigentlich um nichts anderes, als um den Schatten des Beobachters, der auf die Wolkendecke projiziert wird. Ist der Nebel allerdings sehr dicht (wie auf dem Brocken häufig der Fall), dann wird der Schatten um ein vielfaches vergrößert dargestellt. Und da Nebelschwaden häufig wallen oder sich die Dichte verändert, scheint sich auch das „Gespenst“ zu bewegen. Da es sich seinem „Schattenspender“ regelrecht an die Fersen heftet, ist der frühere Schrecken mancher argloser Wanderer sicher nachvollziehbar.

Häufig wird die Glorie noch von einem weißen Bogen umrahmt. Das ist eigentlich ein Regenbogen, der durch Lichtbrechung an den Nebeltröpfchen entsteht. Allerdings sind die Wassertröpfchen im Nebel derart klein, dass sich die Farben überlagern und in ihrer Summe einen weißen Bogen ergeben, den so genannten Wolken- oder Nebelbogen.

Um Glorien eindrucksvoll zu fotografieren, sollte man einen Polfilter verwenden, da das Licht dieser Farberscheinung sehr stark polarisiert. Auch eine manuelle Unterbelichtung ist empfehlenswert. Mit HDR-Bildern kann man zudem noch Wolkenstrukturen herausarbeiten, was Bilder mitunter besonders imposant macht. (ch)

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