Zwischen den Frühlingsanfängen

Frühling

Hoch Karin hat in den letzten Tagen erste warme Tage gebracht und auf den Frühling eingestimmt. Aber wann beginnt denn nun der Frühling? Am 1. März, wie bei den Meteorologen üblich, um den 20. März zur Tag- und Nacht-Gleiche, oder dann,  wenn die ersten Frühblüher unser Herz erfreuen? Das kommt ganz darauf an, ob wir den Frühlingsanfang meteorologisch, astronomisch oder phänologisch bestimmen.

Ursache für die Jahreszeiten ist die Schrägstellung der Erdachse von 23,27°. Die Erde behält die Richtung ihrer Drehachse im Raum während eines Jahres bei. Wenn die Sonne senkrecht über dem Äquator steht, hat der Tag auf der Erde die gleiche Länge wie die Nacht und es beginnt auf der Nordhalbkugel der astronomische Frühling und auf der Südhalbkugel der Herbst (bzw. umgekehrt). Der Zeitpunkt variiert jährlich um 5 Stunden und 49 Minuten. Diese Verschiebung wird langfristig durch Schaltjahre ausgeglichen.  Meist fällt der Tag auf den 20. und 21. März, in seltenen Fällen auch auf den 19. März.

Der meteorologische Frühlingsanfang wurde von der Weltorganisation für Meteorologie aus klimatologischen Gründen auf den 1. März (bzw. auf den 1. September auf der Südhalbkugel) festgelegt. Da der Frühling nun die kompletten Monate März bis Mai umfasst, werden so jahreszeitliche Statistiken erleichtert. Denn bei einer Auswertung der Frühlingsdaten auf astronomischer Grundlage  würden im Vergleich zu den Monatsdaten schwer interpretierbare Überlappungen entstehen.

In der Phänologie werden die Jahreszeiten vom Pflanzenwachstum bestimmt. Der Frühling wird hier nochmal in drei Abschnitte unterteilt. Der Vorfrühling beginnt, wenn die Kätzchen der Haselsträucher stäuben und die Schneeglöckchen blühen. Die Forsythie leitet den Erstfrühling ein und mit der Apfelblüte hält der Vollfrühling Einzug. Die Phänologischen Jahreszeiten sind also an kein festes Datum gebunden. Der Frühlingsbeginn ist nicht nur von Jahr zu Jahr unterschiedlich, sondern variiert auch regional sehr stark, denn der Vegetationsbeginn kann im Flachland um Wochen früher eintreten als im höheren Mittelgebirge.

Heute setzen sich im allgemeinen Sprachgebrauch mehr und mehr die meteorologischen Jahreszeiten durch. Sie sind einprägsamer und da die Astronomie in den Schulen nicht mehr gelehrt wird, geht beim normalen Bürger das Wissen um die Entstehung der Jahreszeiten auch allmählich verloren. (ch)

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