Deutscher Wetterdienst setzt auf vollautomatisch arbeitende Messnetze

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DWD will alle Wetterstationen bis 2021 umgestellt haben
Deutscher Wetterdienst setzt auf vollautomatisch arbeitende Messnetze

Offenbach, 22. Januar 2015 – Noch arbeiten an vielen Stellen in Deutschland Beschäftigte des Deutschen Wetterdienstes (DWD) als Wetterbeobachter, teilweise rund um die Uhr. Die Ausstattung der Stationen mit hochmodernen Sensoren und entsprechender Datenerfassung erlaubt inzwischen den Betrieb ohne Wetterbeobachter. Deshalb wird der DWD bis Ende des Jahres 2021 nach und nach die Beobachter von den Stationen abziehen. Auch die bisherigen Augenbeobachtungen an Flugwetterwarten werden bis Ende 2021 durch modernste elektronische Sensorik ersetzt. Dies gab der DWD heute bekannt.

Wettermessungen auch weiterhin an rund 2000 Stellen in Deutschland
Das hauptamtliche Messnetz des Deutschen Wetterdienstes umfasst derzeit 183 Wetterstationen. Dazu kommen knapp 1800 weitere DWD-Messstellen, die ehrenamtlich betreut werden. Es ist damit eines der modernsten und dichtesten meteorologischen Netze weltweit. Personal des DWD arbeitet zurzeit noch an etwa 60 der hauptamtlichen Stationen. Diese Zahl ist jedoch seit Jahren rückläufig. Ziel ist nun, bis zum Ende des Jahres 2021 alle Wetterwarten und Flugwetterwarten schrittweise in das dann vollständig automatisierte hauptamtliche Messnetz zu integrieren, das weiterhin aus 183 Stationen bestehen wird. Die übrigen ehrenamtlich betreuten Messstellen bleiben davon unberührt.

Fachpersonal der Wetterwarten wird dringend in anderen Bereichen benötigt
Die bisherigen Erfahrungen – auch aus anderen Ländern – zeigen, dass die Automation meteorologischer Netze die Anforderungen der Nutzer aus Wettervorhersage und Klimaüberwachung erfüllen. Durch die Neustrukturierung des Messnetzes kann das dringend benötigte Fachpersonal der Wetterwarten nach und nach in anderen, wichtigen Arbeitsbereichen eingesetzt werden. Alle notwendigen Personalmaßnahmen, wie Umschulung, Ausbildung und Weiterqualifizierung werden dabei von Leitung und Personalvertretung des DWD gemeinsam begleitet und mit einem Höchstmaß an sozialem Schutz durchgeführt.

Die Automatisierungspläne sind Bestandteil einer langfristigen Strategie, mit der der DWD auch den politischen Einsparvorgaben Rechnung trägt. Möglich wurde dies erst durch die technologische Entwicklung der letzten Jahre. Wettervorhersagen, Unwetterwarnungen und Klimaserviceleistungen basieren heute nicht mehr nur auf Messungen am Boden. Vielmehr sind Wettersatelliten, Radiosonden und Wetterradar mit die Grundlage für ein flächendeckendes, zeitlich hoch aufgelöstes und konstant zur Verfügung stehendes Wetterbeobachtungssystem. Dieses System wird komplettiert durch die Erfassung von repräsentativen und qualitativ hochwertigen Wetterdaten an den automatischen Bodenstationen im haupt- und nebenamtlichen Messnetz des DWD.

Quelle: Pressemitteilung des DWD vom 22.01.2015

Nebelfrostansatz auf der Wetterwarte Fichtelberg.

Nebelfrostansatz an der Wetterwarte Fichtelberg (mb)

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2 Antworten zu Deutscher Wetterdienst setzt auf vollautomatisch arbeitende Messnetze

  1. Wolfgang Weigert schreibt:

    Tag der Offenen Wetterstation am Fichtelberg
    Eine rundherum gelungene Sache,den Mitarbeitern u.dem Kollegen aus Potstam ein großes Lob für Engagement u. Herzblut für die gezeigte Arbeit an diesem Tag.Gleichzeitig möchte ich sehr kritisch anmerken für das Vorhaben des DWD diese Einrichtung im Zuge der Technisierung u.Kosteneinsparung diese Einrichtung zu schließen. Der DWD sollte darüber nachdenken welch ein
    Qaltätzverlust da entstehen wird.Denn Einsparung gehen immer bei den“Kleinen“ los u. niemals bei den „Großen“
    Das ist eine Erkenntnis die man speziell in den Neuen Bundesländern nehmen muß.
    Mit freundlichen Grüßen W.Weigert

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  2. Andreas Piasta schreibt:

    Ich habe angenommen, dass mit der Automatisierung der Wetterstation alles noch entschieden werden muss. Ich bin immer noch dafür, dass die Wetterstation des Fichtelberges bemannt bleibt. Oder müssen erst einige Unwetter dafür sorgen, dass der DWD doch noch einmal umdenkt, wenn ein Automat nach dem anderen ausfällt. Hoffentlich sehen sich einige Mitarbeiter des DWD mal einige Winterbilder an, wie die Mitarbeiter Wetterstation dafür sorgen, damit der DWD ordentliche Daten geliefert bekommt und verarbeiten kann.
    Mit freundlichen Grüßen
    A. Piasta

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